Verdener Filmemacher

Fabian Walter produziert für die Fantasiefabrik

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Fabian Walter ganz in seinem Element: Voll ausgerüstet mit Kamera und Stativ geht es an das nächste Projekt.

Verden - Von Lisa Hustedt. Er ist erst 20 Jahre alt, trotzdem ist der gebürtige Verdener Fabian Walter schon auf dem besten Wege, sein Hobby, das Filmemachen, zu seinem Beruf werden zu lassen. Ein Ergebnis seiner Leidenschaft flimmerte zuletzt beim Verdener Festival „Filmsalat“ über die Leinwand. Im Interview mit unserer Zeitung berichtet Fabian Walter, wie er zum Filmen kam und was ihn so antreibt, täglich etwas Neues auszuprobieren.

„Als mein Vater mir das erste Mal seinen Camcorder in die Hand gedrückt hat, wollte ich ihn gar nicht mehr hergeben. Ich war so begeistert von der Technik“, erinnert sich der 20-Jährige. Aktuell macht er eine Ausbildung zum Mediengestalter in Bild und Ton beim Südwest-Rundfunk in Baden-Baden. „Es ist einfach so faszinierend, das, was der Zuschauer sieht und fühlt, beeinflussen zu können. Egal ob das mithilfe von Winkel und Blickfeld der Kamera, dem Einspielen von Musik, oder beim Schauspielern passiert“, fügt er hinzu.

Schon von klein auf war Fabian Walter vom Filmen begeistert: „Die Möglichkeit, ganz neue Welten zu erschaffen und sie in Bild und Ton festhalten zu können. Filme tragen in meinen Augen einen großen Teil zur Fantasiefabrik der Welt bei“, erläutert der 20-Jährige.

Auch er trug bereits seinen Teil zu dieser Fantasiefabrik bei: Als er das erste Mal von der Film-AG an seiner Schule – dem Domgymnasium – hörte, war er Feuer und Flamme: „Ich wollte sofort mitmachen. Zuvor hatte ich mir bereits eigenes Wissen im Bereich des Filmemachens angeeignet.“ Dieses Wissen konnte er damals in der Arbeitsgemeinschaft gut einbringen und übernahm sogar ein Jahr später die Leitung der AG.

„Als ich dann noch hörte, dass der ,Filmsalat’ 2012 einen neuen Trailer brauchte, und wir die Möglichkeit hatten, diesen zu produzieren, war mein Kopf voller Ideen.“

Wie bei einem Flug durchs All rauschen, unterlegt von dramatischer Musik und sternengleich, Filmszenen am Zuschauer vorbei, die sich am Ende zum Schriftzug „Filmsalat“ formieren. „Um die Bandbreite der Inhalte des ,Filmsalats’ abzudecken, haben wir uns eine gestalterische Besonderheit ausgedacht“, so Walter.

Kurzfilm als größtes Projekt

Sein bisher größtes Projekt war der Kurzfilm „10.00.00.00 TC“ für das Festival selber: „Die Produktion konnte ich während meiner Ausbildung beim Südwest-Rundfunk umsetzen. Ich habe das Drehbuch geschrieben und die Regie geführt. Auch vor der Kamera habe ich mitgewirkt.“

Der „Filmsalat“ 2018 war dem Thesenanschlag von Martin Luther gewidmet, der den thematischen Rahmen vorgab. „Leonie, die Protagonistin im Kurzfilm, arbeitet selbst in der Filmproduktion und überlegt sich, genau wie Martin Luther, Thesen.“

Indem sie diese auf Facebook veröffentlicht und an die Tür der Produzenten nagelt, will sie eine Revolution anstoßen. Denn Filme und die eigentliche Geschichte, die sie erzählen, würden aufgrund von zu vielen Effekten immer weiter in den Hintergrund gerückt. Eine Entwicklung, die es zu stoppen gelte, meint Fabian Walter.

Auch wenn sein Film in Verden keinen Preis gewann, lernte der Auszubildende im Rahmen der Produktion vieles dazu: „Ich fühle mich sowohl hinter als auch vor der Kamera wohl.“

Lange am Film gefeilt

Lange hat Walter an seinem Film gefeilt, bis er wirklich zufrieden damit war. „Es kommt nicht selten vor, dass sich etwas anders entwickelt als geplant. Es ist wichtig, sich davon nicht unterkriegen zu lassen. Die Hauptsache ist, dass man es überhaupt versucht. Gerade wenn man neu anfängt, ist es wichtig, sich auszuprobieren“, sagt er. Ganz nach dem Motto: Kamera schnappen und einfach machen.

Dabei sei nicht ausschlaggebend, wie professionell oder teuer die Ausrüstung ist. Es komme auf die Geschichte an, die erzählt wird. Fortschritt – egal wie klein – sporne ihn an, so Walter. „Wenn ich mir meine älteren Projekte anschaue, fallen mir viele Fehler auf. Doch das erinnert mich daran, wie weit ich bereits gekommen bin.“

Neben dem Filmen macht Walter in seiner Freizeit gern Musik auf dem E-Bass oder dem Klavier und übt sich auch im Gesanglichen. „Das kann man super mit dem Filmemachen verbinden“, fügt der 20-Jährige hinzu.

Fabian Walter hofft, bald wieder am Kurzfilmfestival teilnehmen zu können. Bis dahin möchte er aber seine Ausbildung weitermachen, auf seinem YouTube-Kanal „TheJFBlobs“ aktiv bleiben und fleißig Ideen sammeln.

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