Die Grenzen von Klimaschutz und Recycling

Verdener IHK-Vizepräsident Bernd Afflerbach stellt Kernthemen vor

Mann vor Verdener Stadt-Silhouette
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IHK-Vizepräsident Bernd Afflerbach stellte die Kernthemen seines kommenden Wirkens in der neuen IHK-Geschäfsstelle Verden vor.

Verden – Klimaschutz? Auf jeden Fall! Recycling? Gehört dazu! Als Bernd Afflerbach Donnerstag in ehrenamtlicher Mission unterwegs war, wie er es nannte, da ging er ins Kleingedruckte. Als Vizepräsident der IHK Stadt stellte er sich in den neuen Räumen der IHK Verden am Roggenkamp vor. Im Juni von der Hauptversammlung gewählt, trat er als einer unter sechs Vizepräsidenten mit regionalem Zuständigkeitsbereich an die Öffentlichkeit.

Und er, der Technische Geschäftsführer der Matthäi-Gruppe mit Sitz in Verden, präsentierte seine Kernthemen. Als im weitesten Sinne Sachverständiger für den Bau, speziell für die Bauindustrie, und hier, worauf der Verdener IHK-Geschäftsführer Siegfried Deutsch besonderen Wert legte, als jemand, der die Sorgen und Nöte der Branche nicht nur kenne, sondern eben auch im Detail zu deuten wisse, er könne an Auswegen, an neuen Wegen mitwirken. „Sein Wort findet Gehör.“

Gewiss, er setze sich für die Innenstädte ein, sagte Afflerbach, er wolle seinen Beitrag zu neuer Aufenthaltsqualität leisten, er wolle unterstützen, wann immer seine Stimme benötigt werde. Und ihm liege das Thema Erneuerbare Energien am Herzen. Auch hier mit profundem Wissen aus eigener Erfahrung. Matthäi habe just an einem Wasserstoff-Tank am Bahnhof Bremervörde mitgewirkt, künftig werden Züge, die jetzt noch mit Dieselmotoren unterwegs sind, dank der neuen Energiequelle höchst umweltverträglich durch die Landschaft touren. Eine Technik, die nicht nur auf den öffentlichen Personen-Nahverkehr beschränkt sein dürfe. „Das ist der Treibstoff der Zukunft“, so Afflerbach, „Autos kommen mit einer Tankfüllung locker tausend Kilometer weit.“ Darin liege eine große Chance für den Elbe-Weser-Raum. „Die Emissionen tendieren gen Null, wir müssen diese umweltfreundliche Energie voranbringen.“ Einige Vorstöße gebe es schon, er, sagt Afflerbach, werde sie unterstützen.

Nachhaltigkeit im Verdener Straßenbau spielt große Rolle

Aber es gehe ihm nicht nur um das, was auf den großen und kleinen Verkehrsadern unterwegs sei, es gehe ihm auch um die Verkehrsadern selbst, um den Straßenbau, und um dessen Nachhaltigkeit. Zuweilen stecke der Teufel im Detail, argumentierte der Matthäi-Geschäftsführer. „Jeder verlangt, die Recyclingquote zu steigern, aber wo es wirklich möglich ist, da versperren Grenzwerte den Weg.“ Als Straßenbau-Unternehmer stelle er fest, allein in seinen Unternehmen türmen sich Recyclingmassen im Volumen von 40.000 Tonnen, und der Berg wachse kontinuierlich. Abgefräster Asphalt komme zusammen, er dürfe nur in geringem Umfange den Neubaumaterialien beigemengt werden; zurückgebauter Beton, eigentlich ideal für den Straßenunterbau, könne auf diese Weise gar nicht weiterverwendet werden, hier sei in Niedersachsen nur Naturstein erlaubt. „Andere Bundesländer sind da weiter.“

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Er muss es wissen. Diplom-Ingenieur Afflerbach, Jahrgang 61, gebürtiger Siegener, er stieg frühzeitig in die Baubranche ein. Er wirkte unter anderem beim Konzipieren und Umsetzen von Autobahnbauten mit, er trug sein Scherflein zu einem smarten Gleisanschluss für den Flughafen Düsseldorf bei. Vor 15 Jahren stieg er in die Führungsetage des Verdener Bauunternehmens ein, damals noch, wie er rückblickend bemerkt, nach einer mehrtägigen Baustellentour quer durch die Republik, zu der ihn der damalige Eigentümer Gerhard Matthäi gebeten hatte, ehe er zunächst für drei Jahre nach Berlin wechselte und anschließend neben Andreas Höttler in Verden das Ruder übernahm. Die Firma war inzwischen in eine Stiftung überführt, ein weitsichtiger Entschluss, wie Afflerbach heute befindet, das habe den Standort Verden gestärkt, gleichzeitig wuchs das Aufgabenfeld. Rund 50 Einzelfirmen versammeln sich heute unter dem Dach der Matthäi-Gruppe, die Beschäftigten-Zahlen stiegen innerhalb der vergangenen anderthalb Jahrzehnte von 1600 auf inzwischen 2600.

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