SPD-Fraktion stellt Eilantrag und will 50 000 Euro bereitstellen / Bündelung aller Kräfte für Erhalt der Geschäfte

Verdener Einzelhandel und Gastro komplett im Online-Shop

Verden – Die Stadt Verden und ihre Ortschaften als „virtuelle Fußgängerzone“, das kann sich die SPD vorstellen. Die Idee: „Wer einkaufen oder speisen will, der klickt sich ins Internet und kann sich auf einer eigenen Online-Plattform im Verdener Einzelhandel und der Gastronomie bedienen. Alles kann bis vor die Haustür geliefert werden“, so Ratsherr Ingo Neumann. Die Stadt Verden, so Neumann, soll das Projekt mit 50 000 Euro unterstützen und das Geld im Haushalt 2021 zur Verfügung stellen. Ein entsprechender Eil-Antrag der SPD-Fraktion zur Schaffung des sogenannten Multi-Mandanten-Online-Shops liegt der Stadtverwaltung vor.

Neumann sieht Einzelhandel und Gastronomie mittlerweile massiv bedroht und mahnt daher zur Eile. „Die weiter zu erwartenden Schutzmaßnahmen in der Pandemie werden existenzgefährdende Umsatzeinbrüche zur Folge haben“, so seine Befürchtungen. Verwaltung und Politik müssten daher massiv gegensteuern. „Die Kernaufgabe der Stadt Verden besteht in Schaffung und Erhalt der Infrastruktur für ein Leben in unserer Stadt. Hierzu gehört eben nicht nur die physische, sondern auch die virtuelle Infrastruktur, die jetzt in den Fokus zu nehmen ist.“

Die Nutzung des Internets biete alle Möglichkeiten, so der Ratsherr. Die Gesellschaft habe ihr Konsumverhalten maßgeblich geändert. Im Zuge der Digitalisierung könne jederzeit und an jedem Ort Ware online ausgesucht und bestellt werden. Innerhalb kürzester Zeit werde die bestellte Ware dann geliefert. Ziel sei es, mit der Schaffung einer zentralen Verkaufsplattform für den Einzelhandel ein virtuelles Angebot zu entwickeln, wo die Bürger die Möglichkeit haben, bei den stationären Geschäften online einzukaufen und die bestellte Ware entweder durch einen Kurier liefern zu lassen, oder direkt im Ladengeschäft abzuholen. Der Clou: „Wer selbst abholt, bekommt einen Gutschein für einen Gastronomiebetrieb oder ein Café, sodass damit eine zusätzliche Quer-Verbindung in die Innenstadt geschaffen wird“, so ein Vorschlag des SPD-Antrags.

Mit dem Portal solle eine „virtuelle Verdener Fußgängerzone“ entstehen, über die der Nutzer die Online-Geschäfte „betreten“ und dort einkaufen kann. Das Portal solle so aufgebaut sein, dass entweder die bereits vorhandenen Online-Angebote der Einzelhändler eingebunden werden, oder dass die Unternehmen einen von der Plattform integrierten Onlineshop kostenlos nutzen und betreiben können. Wichtig sei, die Umsetzung des Projektes durch fachkompetente Unternehmen zu begleiten. Rolle der Stadt sei es, Aufbau, Pflege und Unterhaltung der einzelnen Onlineshops zu unterstützen.

Verden würde sich mit der Umsetzung der Plattform in das Angebot weiterer Städte reihen. „Ein gutes Beispiel ist die gemeinsame Plattform der Städte Lohr, Hammelburg und Karlstadt, zu finden unter www.meinlokalshop.de“, nennt Neumann Beispiele.

Einbinden ließe sich der Verdener Online-Shop auch in die Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt. „So könnte für ein solches Portal ein gemeinsamer Lieferservice möglichst mit Elektro-Fahrzeugen oder E-Lastfahrrädern aufgebaut und entsprechend unterstützt werden“, heißt es in dem Antrag.

Neumann hofft, für die Initiative den gesamten Rat hinter sich zu bringen: „Nur die Bündelung aller Kräfte und Kompetenzen macht es möglich, dieses Projekt für uns alle zu einem Gewinner-Projekt zu machen und den Erhalt des Einzelhandels in unserer Stadt zu sichern“, betont er.  mw

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