Walle hat Spaß an der Verkleidung / VAZ sucht weitere Geschichten

Geschichten der Domweih: Die fabelhaften Kartoffelmäuse

Premiere der Kartoffelmäuse auf der Verdener Domweih.
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Premiere der Kartoffelmäuse auf der Verdener Domweih im Jahr 1999: In ihren Fabelkostümen sorgte die Waller Gruppe für erhebliches Aufsehen.

Verden – Die Waller mögen feiern – und zwar nicht für sich allein, sondern gemeinsam mit möglichst vielen anderen Menschen. „Die Domweih ist da genau das Richtige“, sagt Herbert Meyer-Bolte. Der erste Vorsitzende des Waller Heimatvereins verfügt über einen entsprechenden Fundus, der nicht nur die gute Stimmung im Dorf belegt, sondern darüber hinaus auch zeigt, wie die Waller auf der Domweih stets Gas gegeben haben.

Verdener Domweih 1997: Die Nachteulen vom Botterbusch

Ganz in Weiß war die Bastelgruppe der Frauen des Heimatvereins beim Domweihumzug 1997 unterwegs. Wer die Damen allerdings in Ballkleidern erwartete, der sah sich getäuscht. Die Nachteulen vom Botterbusch zogen, unter Leitung von Helga Scherdin und Marion Kempe, in Großmutters Unterrock und Spitzenhäubchen durch die Verdener Innenstadt – und holten sich mit dem nostalgischen Outfit den Platz in der Wertung der Preisrichter. Keine Frage, dass mit der Bekleidung der Preis bis in den Morgen gefeiert wurde.

Die Nachteulen vom Botterbusch mit Spitzenhäubchen.

„Die süßen Früchtchen“ laufen über den Verdener Johanniswall

Aber damit nicht genug: Es war noch Luft nach oben, und so zog die Truppe im folgenden Jahr als „Die süßen Früchtchen“ über den Johanniswall. Das war nicht mehr zu toppen, Platz eins bei den Fußgruppen, so das Urteil der Jury. „Und es gab dazu ein ordentliches Preisgeld“, freute sich der erste Vorsitzende. Die heute historische Währung von 800 Mark floss in die Vereinskasse.

Historische Währung von 800 Mark flossen in die Vereinskasse des Waller Heimatvereins

Von den Platzierungen her eigentlich alles erreicht, ruhten sich die kreativen Damen auf ihren Lorbeeren allerdings nicht aus. Der Vereinsvorsitzende erinnert sich: „Die Erschaffung der Kartoffelmäuse, von denen man nach wie vor nicht weiß, ob sie Mensch, Tier oder Pflanzen sind, zählt wohl zu den genialsten Erfindungen der Frauengruppe.“ Die Erfolgsgeschichte der Fabelwesen startete auf dem Domweihumzug 1999. Die Kostüme, mit viel Fantasie, Geduld und vor allem Geschick maßgeschneidert, waren der Blickfang. Eine Platzierung gab es zwar nicht, wohl mit Rücksicht auf die bereits in den vorangegangenen Jahren prämierten Auftritte, aber nach dem Umzug waren die Mäuse die Attraktion auf dem Markt. Groß war das Hallo, als sich die gesamte Gruppe auf den Weg zu ihren Artgenossen machte und sich auf der Domweih vor dem Mäusezirkus zum Foto-Shooting aufbaute. Da klickten die Kameras. Und Geld ließ sich als Mäuse-Fotomodell auch verdinen. Jemand zahlte sogar zehn Mark für ein gemeinsames Foto mit den zweibeinigen Mäusen.

Die Erschaffung der fabelhaften Waller Kartoffelmäuse und der Besuch der EXPO 2000 in Hannover

Die Domweih als Sprungbrett auf die Bretter, die die Welt bedeuten? Auch das sollte klappen. Ein Vorstandsmitglied der Daverdener Freilichtbühne lud die Darstellerinnen ein, bei der nächsten Theatervorstellung im Vorprogramm mitzuwirken. Rauschender Beifall war programmiert. Und der Domweih-Auftritt zog weitere Kreise. „Beim Bremer Freimarktumzug 1999 holten die Kartoffel-Mäuse den ersten Platz bei den Fußgruppen“, erinnert sich Meyer-Bolte. Unvergessen bleibt der Waller Abstecher in die Landeshauptstadt Hannover. Die EXPO 2000 lockte mit einem Auftritt, Waller Mäuse trafen auf Sambatänzerinnen aus Brasilien Hauptstadt Rio de Janeiro. „Das waren unglaubliche Bilder und schöne Begegnungen“, erinnert sich Herbert Meyer-Bolte.

Und noch ein Coup des Heimatvereins: Raupe Wallerie lässt grüßen, kommt herbei mit 1000 Füssen

Die Raupe Wallerie als ein weiteres fabelhaftes Tier.

Die Erfolgsgeschichte lässt sich indes bis in die Gegenwart fortschreiben: Ein weiteres Fabelwesen erlebte seine Geburtsstunde und im Jahr 2002 schlängelte sich ein liebenswertes grünes Riesen-Etwas durch die Menge. „Raupe Wallerie lässt grüßen, kommt herbei mit 1000 Füssen“ reimte der Heimatverein. Die übergroße Raupe schaffte es wieder auf der den ersten Platz bei den Fußgruppen.

„Frohsinn mit Humor gepaart, das ist Waller Lebensart“

Und dann noch mal das ganze Programm. Nach einer längeren schöpferischen Pause trat im Jahre 2013 der komplette Verein auf der Domweih an. Das Motto: „Frohsinn mit Humor gepaart, das ist Waller Lebensart“. Neben den bereits bekannten Kartoffel-Mäusen und der Raupe Wallerie nahmen die Theatergruppe, die Kuchen-Feen mit dem Weihnachtsmann und die Waller Tanzmäuse teil. „Einer der schönsten Auftritte, weil einmal mehr zu sehen war, was gemeinsam zu erreichen ist“, so Meyer-Bolte. Das fand übrigens auch die Domweih-Jury, die die Waller Märchenwelt mit dem zweiten Platz bei den Fußgruppen belohnte.

Viele Zeit investiert der Verein in das Engagement für das dörfliche Leben. Und man darf gespannt sein, was noch aus der Welt der Fabel schlüpft. Denn, die nächste Domweih kommt bestimmt!

DOMWEIHAKTION und weiteren Gechichten gesucht

Wenn schon nicht ordentlich gefeiert wird, dann bleiben doch immerhin genau diese Erinnerungen. Auch die Verdener Aller-Zeitung würde gerne mit in den alten Geschichten kramen. Wir würden uns freuen, wenn Sie, liebe Leserinnen und liebe Leser, uns Fotos aus den vergangenen Domweih-Zeiten schicken würden. Schreiben Sie ein paar Zeilen dazu, was auf dem Bild zu sehen ist, wenn möglich das Datum. Vielleicht eine nette Begebenheit oder Begegnung, die Sie mit dem Foto verbinden.

Wie es geht: Eine E-Mail mit den Fotos an redaktion.verden@kreiszeitung.de, Stichwort „Domweih“, schicken. Die Fotos mit Beschriftung sowie Name und Adresse mit Telefonnummer können auch in den Postkasten der Verdener Aller-Zeitung, Große Straße 1, geworfen werden. Die Fotos gehen zurück an den Absender. Wichtig ist, dass Sie das Foto geschossen haben oder der Fotograf mit einer Veröffentlichung einverstanden ist.

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