Stadtrat will heute Syndikatshof-Sanierung starten

Verden: Bauchschmerz beim nächsten Millionending

Altes Gebäude an Marktplatz.
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Vor der Sanierung: der Syndikatshof am norderstädtischen Markt.

Am heutigen Dienstag will Verdens Stadtrat die Sanierung des altehrwürdigen Syndikatshofs am Norderstädtischen Markt starten. Ein Unterfangen mit vielen Fragezeichen. Die Hauptsorge: die Baukosten könnten explodieren.

Verden – Ein Rest von Unsicherheit schwingt am heutigen Dienstag mit. Der Stadtrat will die Sanierung des altehrwürdigen Syndikatshofs am Norderstädtischen Markt auf den Weg bringen, versüßt auch noch mit einer Millionenzusage aus Berlin, aber völlig ohne Diskussion dürfte der als Tagesordnungspunkt 8 bezeichnete Beschluss nicht vonstatten gehen. Die Fraktionen treibt die Sorge um die Baukosten-Explosion.

Und sie kündigen an, genau an diesem Punkt die Daumenschrauben anzusetzen. „Wir werden selbstverständlich für die Sanierung stimmen, aber wir werden die Kosten deckeln“, sagt auf Nachfrage etwa CDU-Fraktionschef Jens Richter. Ins gleiche Horn stößt die zweite große Fraktion im Rat, die SPD. Deren frischgebackener Chef Carsten Hauschild: „Die Stadtverwaltung hat eine Baukosten-Schätzung abgegeben. Insgesamt 3,5 Millionen Euro. Diese Summe betrachten wir als absolute Obergrenze.“

Die Bauschmerzen beim nächsten Millionending der Stadt kommen nicht zufällig. Ursache sind die explodierenden Baukosten, und hier der Blick in die Glaskugel. Wie werden sich die Preise tatsächlich bis zum Anrücken der ersten Handwerker in drei Jahren entwickeln? Die Stadtverwaltung gibt sich in der Ratsvorlage zuversichtlich. „Die aktuelle erste vorvertragliche Kostenschätzung berücksichtigt eine angenommene Kostensteigerung bis zur Umsetzung in 2024/25 und einen Risikozuschlag für den Umbau in einem Baudenkmal“, heißt es. Daher gehe die Verwaltung zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, die Umsetzung könne im Rahmen der verfügbaren Gesamtmittel gewährleistet werden. Hauschild etwa beschleichen in diesem Punkt Zweifel, sagt er. „Wir führen gegenwärtig selbst eine Baumaßnahme durch. Die Preise sind im Vergleich zum Vorjahr um bis zu 20 Prozent gestiegen.“ Vor allem Holz sei zuletzt sprunghaft teurer geworden, und das komme bei einem Projekt wie dem Syndikatshof in überdurchschnittlich hohem Maß zum Einsatz. Das Rathaus begegnet solchen Vorstellungen mit einem Notfallplan: Im Rahmen der Projektsteuerung sei beabsichtigt, heißt es, unvermeidbare Mehrkosten durch entsprechende Sparmaßnahmen auszugleichen, um den beschlossenen Kostendeckel einhalten zu können.

Die heutige Debatte dürfte indes nicht zu einem generellen Nein der Politik ausarten. Zu verlockend einfach der kräftige Finanzfluss aus Berlin. Die 1,58 Millionen Euro aus einem bundesweiten Wettbewerb, sie flössen in ein ausdrücklich vorbildliches und förderfähiges Projekt, heißt es. Inzwischen lässt sich der Bund jedoch per Ratsbeschluss zusichern, dass auch die Kommune Kosten übernimmt. Zu oft hatten Städte oder Gemeinden ihren Eigenanteil nicht zusammenkratzen können, woraufhin das gesamt Projekt starb und Fördermittel ungenutzt in der Bundeskasse versauerten. Die Summe, die die Stadt Verden zu berappen hat, gibt das Rathaus mit 1,92 Millionen Euro an. Dieser Betrag seien in die Stadthaushalte 2021 bis 2024 eingepreist. Man sei zuversichtlich, die Kostendeckelung halten zu können. Tatsächlich hieß es zuletzt bei Projekten wie der Sanierung des Gaswerks an der Nordbrücke mit 14 Millionen, des Feuerwehrgebäudes an der Lindhooper Straße mit acht Millionen oder des Kindergartens in Neumühlen mit 4,7 Millionen Euro, die Obergrenzen würden eingehalten.

Erste Schritte zur Sanierung sollen rasch angegangen werden. Mit der Denkmalpflege würde eine abschließende Abstimmung vorgenommen, gleichzeitig werde an einer detaillierten Kostenberechnung gedrechselt. Ziel: In zwei Jahren solle die Baugenehmigung vorliegen. Genutzt werde der Syndikatshof künftig vom Stadtarchiv, gedacht sei er ferner als Platz für die Erinnerungskultur und als außerschulischer Lernort in der Demokratiebildung.

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