Verdener Benedikt Pape berichtet vom Freiwilligendienst in Israel / Kurztrip nach Jerusalem und zum Nationalpark

„Momentan streichen wir unseren Bunker“

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Farbtupfer in der Jerusalemer Altstadt: Nahe der Jaffa Road zieren bunte Schirme eine der Gassen.

Verden - Neues von Benedikt Pape. Inzwischen sind knapp zwei Monate vergangen, seit der Verdener aufbrach, um im Rahmen eines internationalen Freiwilligendienstes ein Jahr lang im israelischen Kinderheim „Neve Hanna“ in Kirjat Gat zu arbeiten (wir berichteten). Hier ist sein aktueller Text, in dem der inzwischen 20-Jährige sein Leben dort beschreibt.

„Ich packe meinen Koffer und nehme mit einen Jerusalem-Reiseführer, einen Schlafsack, ein Paket mit Klamotten, eine Eintrittskarte für eine Dragshow, einige Feiertage, einen Bunker, einen Geburtstagskuchen und eine Menge Motivation für die nächsten Monate.

Nein, ich packe meinen Koffer nicht, um zurück nach Verden zu reisen. Auch wenn ich aufgrund der Unruhen im Land gefragt wurde, ob mir schon ein Rückflug angeboten wurde. Mir geht es gut und auf dem Heimgelände kann mir an sich nichts passieren.

Die letzten Wochen haben mit einem Trip nach Jerusalem begonnen. Nach einer turbulenten Anreise haben wir von einem ehemaligen Volontär eine abendliche Stadtführung bekommen. Dabei durften Altstadt und Klagemauer nicht fehlen.

Zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine Unruhen, so dass dies ohne Bedenken ging. Es war einfach ein Erlebnis der besonderen Art und wird mir immer in Erinnerung bleiben. Ich hoffe, dass es nicht mein letzter Besuch gewesen sein wird. Momentan ist aber nicht dran zu denken hinzufahren.

Weiter ging es mit gemieteten Autos gen Norden. Dort haben wir die restlichen freien Tage unter anderem in einem Nationalpark verbracht. Die Nächte haben wir im Schlafsack unter klarem Sternenhimmel geschlafen.

Rückblickend muss ich echt sagen, dass diese paar Tage über das jüdische Neujahrsfest wie Urlaub waren. Egal, ob eine Wanderung durch einen Fluss bis hin zur Quelle oder einfach die Wasserfälle im Nationalpark genießen. Alles in allem eine runde Sache.

Wieder in Kirjat Gat angekommen, konnte ich von der Post ein Paket mit Klamotten abholen. Jetzt muss ich wenigstens nicht mehr alle zwei Tage waschen, um saubere Klamotten zu haben. Wir sind gar nicht wieder in den Arbeitsrhythmus gekommen, da die Kinder über die nächsten Feiertage Ferien hatten und für uns das Wochenende vor der Tür stand.

An diesem waren wir in Be'er Sheva. Dort wurden israelische Freiwillige besucht (in Neve Hanna gibt es neben sechs deutschen ebenfalls sechs israelische Freiwillige). Als Höhepunkt gab es am Samstagabend eine Dragshow.

Wir Deutschen wurden hierbei des Öfteren aufs Korn genommen. Eins steht für uns fest: Wenn wir mehr Hebräisch können, heißt es erneut „Auf zur Dragshow!“

Dann stand auch noch mein 20. Geburtstag an. Die Mitvolontäre haben am Abend zuvor ein Grillen vorbereitet. Bei diesem gemütlichen Zusammensitzen haben wir in meinen Geburtstag hineingefeiert. Das war der angenehme Teil an diesem Tag. Die Nacht war einfach viel zu kurz und ab sieben Uhr musste ich wie jeden Tag arbeiten.

Der ganze restliche Arbeitstag war voller Termine. Von Gruppengesprächen, über normale Betreuung, bis hin zum Sprachunterricht war alles dabei.

Ein volles Programm steht hier Tag für Tag auf dem Programm. Momentan streichen wir zum Beispiel unseren Bunker, den wir zum Glück noch nicht benutzen mussten. Da muss man echt die Ohren steif halten.

Das gilt aber nicht nur für mich, sondern auch für ganz viele Menschen in der Reiterstadt und Umgebung in Zeiten mit Herausforderungen. Also haltet die Ohren steif!“

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