Bundesfreiwilligendienst im St. Johannisheim /Stelle zum August wieder frei

Die Zeit bis zur Ausbildung sinnvoll nutzen

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Dem Menschen zugewandt sein: Senior Peter Stecher freut sich, dass BFD-ler Ole Meier auf einen kurzen Schnack bei ihm reinschaut.

Verden - Einkaufen gehen, einen Spaziergang begleiten, die Bewohner zu den Angeboten des Hauses bringen oder von dort wieder abholen und vor allem Zeit haben, für ein Lächeln, für ein kurzes Gespräch, einen Besuch bei denen, die ihr Zimmer nicht mehr verlassen können – sich den Menschen zuzuwenden, das prägt den Bundesfreiwilligendienst im Seniorenheim von St. Johannis.

Freundlichkeit und Offenheit, Geduld und Respekt sollte man besitzen, wenn man einen solchen Dienst dort absolvieren möchte. „Und Humor, der wird hier viel gebraucht“, fügt Ole Meier lächelnd hinzu. Der 17-Jährige aus Blender ist der aktuelle BFD-ler im Johannisheim. Seine Zeit neigt sich nun dem Ende entgegen. Ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin wird noch gesucht.

Es war ein Zeitungsartikel wie dieser, der Ole im vergangenen Sommer auf die Idee brachte, sich für den Bundesfreiwilligendienst zu bewerben. Nach Mittlerer Reife und einem kaufmännisch geprägten Vorbereitungsjahr an den BBS wollte der damals 16-Jährige „mal etwas ganz anderes machen“, wie er selber sagt.

Das Angebot des Johannisheims kam ihm da gerade recht, verknüpfte es doch diesen Wunsch mit dem Anspruch, die Zeit bis zum Beginn einer beruflichen Ausbildung sinnvoll zu nutzen.

Eine Hospitation beim Begleitenden Dienst der Einrichtung überzeugte Ole endgültig davon, ein BFD-ler werden zu wollen. Und diese Entscheidung hat der 17-Jährige bis heute nicht bereut.

Offener, selbstständiger, ja, erwachsener sei er in den zurückliegenden Monaten geworden, sagt der junge Mann. „Es ist sicher eine Erfahrung zu sehen, dass jeder Lebensabschnitt Vor- und Nachteile hat. Und dass man auch im Alter viele Spaß haben kann“, fügt Claudia Tolsdorf, Leiterin des Begleitenden Dienstes, hinzu.

Außerdem habe ihm das Jahr im Johannisheim viel Respekt vor den Pflegeberufen gebracht, sagt Ole Meier. Es selber sieht seine Zukunft zwar nicht in diesem Bereich – „Ich kann zum Beispiel kein Blut sehen“, berichtet er lachend. Aber er hat eine Ausbildung als Kaufmann im Gesundheitswesen ins Visier genommen.

38,5 Arbeitsstunden pro Woche umfasst Oles Bundesfreiwilligendienst. Dafür erhält er 370 Euro im Monat. Außerdem übernimmt sein Arbeitgeber die Sozialversicherung und die Freistellung für Fortbildungen, fünf an der Zahl. Soweit die fixen Daten. Einen typischen Arbeitstag gibt es aber nicht, wenngleich sich die Abläufe Woche für Woche ähneln.

Von der Begleitung der Senioren zum Montagscafé, zu Gymnastik und Singen über die Kaffeefahrten bis hin zum Durchführen eines Kinoabends reichen die festen Termine. Und etwa ein Drittel der Zeit nehme die Büroarbeit ein, schätzt Ole Meier.

Klingt nach ausgefüllten Tagen. Dennoch habe jeder Bundesfreiwilligendienstler Gelegenheit, den Senioren eigene Freizeitangebote zu machen, erklärt Claudia Tolsdorf und erinnert sich an den BFD-ler, der zum Selbermachen von Eierlikör eingeladen habe. Das sei besonders bei den Damen gut angekommen, erinnert sie sich schmunzelnd.

Zum August wird die Bufdi-Stelle im St. Johannisheim frei. Interessenten können sich mit Claudia Tolsdorf, Telefon 04231/914219, E-Mail claudia.tolsdorf@st.johannisheim.de, in Verbindung setzen. 

kp

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