Veranstalter im Gespräch mit der Stadt

Verdener Weihnachtsmarkt auf der Kippe

Tische mit Sonnenschirmen als Regenschutz stehen  im Vordergrund, dahinter reihen sich geschlossene Weihnachtsmarktbuden aneinander.
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Gähnende Leere, geschlossene Buden: Wer jetzt noch als Anbieter auf dem Weihnachtsmarkt ausharrt, macht ein Minusgeschäft.

Immer mehr Buden schließen oder werden gleich abgebaut, immer weniger Besucher kommen auf den Verdener Weihnachtsmarkt. Die 2G-plus-Regel ist ein Desaster für die Beschicker, die hier kein gutes Geschäft mehr machen können. Die komplette Schließung steht im Raum.

Verden – Die einen verlangen den Impfnachweis plus einen tagesaktuellen negativen Testnachweis, die anderen nur den Impfnachweis. Wer verhält sich auf dem Weihnachtsmarkt richtig, wer nicht? Das konnten auch die beiden Polizeibeamten, die Streife auf dem Markt fuhren, nicht wirklich beantworten. Aber so viel: „Wir kontrollieren unter anderem, ob hier alle eine Maske tragen.“

Sonja Uhse vom Dom-Grill kommt schon seit 15 Jahren mit ihrem Stand auf den Verdener Weihnachtsmarkt und ist noch nie dermaßen angespannt gewesen. „Ich habe Umsatzeinbußen ohne Ende.“ Dennoch will sie noch ein bisschen durchhalten. Wie lange, das hängt vielleicht aber gar nicht mehr von ihr ab, denn immer mehr Marktbeschicker geben auf. Drei Buden sind bereits komplett abgebaut, mindestens fünf andere dichtgemacht worden. Eine mögliche komplette Schließung des Weihnachstmarktes steht im Raum.

Verantwortlich dafür wird die 2G-plus-Regel gemacht, die nur noch Geimpften und Genesenen mit einem tagesaktuellen negativen Corona-Test-Ergebnis beziehungsweise Besuchern mit einer sogenannten Booster-Impfung den Zugang zu den Buden, die Essen und Trinken anbieten, erlaubt.

Der eine oder andere nimmt es mit 2G-plus nicht so genau

Diese Vorschrift bestätigt Patrick Düsselbach, zuständig für das Marktwesen im Verdener Rathaus. Sie ist am vergangenen Mittwoch in Kraft getreten und hat die Situation auf dem Weihnachtsmarkt weiter verkompliziert. Sonja Uhse und ihre Kollegin Nicole Schau vom Schmalzkuchenstand wissen genau, wie sie sich zu verhalten haben und wundern sich, dass es ein paar Meter weiter die Bratwurst auch ohne negativen Testnachweis gibt.

Den Glühwein holen die Kinder

Vielleicht nimmt es der eine oder andere tatsächlich nicht so genau. Wer lediglich über den Markt bummelt oder sich das Bühnenprogramm anschaut, braucht keinen Test. Nur an den Imbiss und Getränkebuden darf man sich nicht aufhalten. Der Glühwein ist für Ungetestete komplett unzugänglich. Rund um den großzügigen Stand sind Tische und Stühle aufgebaut – alles eingezäunt, am Eingang wird kontrolliert. Aber auch dafür hätten Besucher eine Lösung gefunden, sagt ein Budeninhaber: „Sie lassen sich den Glühwein von ihren Kindern holen.“

Nicole Schau vom Schmalzkuchenstand hat sich mit ihrem Ehemann Sascha darauf geeinigt, noch ein wenig durchzuhalten. „Durch die 2G-plus-Regel ist ja alles erst so schlimm geworden.“ Man könne nur darauf hoffen, dass man da schnell wieder rauskommt. „Wenn die Zahlen weiterhin so hoch bleiben und sich die Bedingungen nicht ändern, dann werden wir das Handtuch werfen. Immerhin haben wir wenig Einkünfte, aber einen hohen Kostenaufwand plus Standgebühren.

Entscheidung am Dienstag

Am Montag wurde beraten. Der Verein Veranstaltungen für Verden mit seinem Vorsitzendem Hüseyin Tavan hat sich mit Patrick Düsselbach im Rathaus ausgetauscht, um eine Entscheidung zu treffen. Mit welchem Ausgang war zu diesem Zeitpunkt noch offen. Doch für Dienstag hat Tavan angekündigt, über das Ergebnis der Beratungen zu informieren. In welche Richtung es gehen wird, ließ er gegenüber der Verdener Aller-Zeitung völlig offen.

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