Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt tauft neues Arbeitsboot

Der „Spatz“ als Eisbrecher

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Bernd Meyer (WSA, Bau und Unterhaltung), Schiffsführer Thomas Hammer, Amtsleiter Thomas Rumpf, die Taufpatin Corinna Metschke (Nautikerin beim WSA), Wilm-Cord Winkelmann (WSA-Fuhrparkbetreuer), Bootsbauer Hermann Barthel und Gerrit Claußen von der Fachstelle für Maschinenwesen beim WSA Minden (v.l.) an Bord der „Elera“.

Verden - „Allzeit gute Fahrt und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel.“ Corinna Metschke, Nautikerin des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) in Verden, verlor gestern Mittag nicht viele Worte, als sie, zur Patin auserkoren, eine Sektflasche am Bug des Motorschiffes „Elera“ zerschellen ließ. Über den Täufling selber gibt es aber einiges zu sagen, katapultiert er und seine technische Ausstattung Schiffsführer Thomas Hammer doch nach eigener Aussage „von der Steinzeit in die Zukunft“.

„Vom gutmütigen Dampfer zum selbstfahrenden Computer“, mit diesen Worten beschrieb Amtsleiter Thomas Rumpf den Wechsel von dem alten zum neuen Schiff. Dass dieser fällig werden würde, war der Behörde schon 2015 klar. Dass bis zur Entscheidung noch geraume Zeit ins Land ging, habe sich als Vorteil erwiesen. Konnte doch so beispielsweise eine Abgasnachbehandlungsanlage eingebaut werden, die nun als bundesweites Pilotprojekt in dieser „Spatz“ genannten Schiffsklasse gilt.

„Mit den Abgasen könnten Sie auch weiterhin nach Stuttgart fahren“, verwies Hermann Barthel schmunzelnd auf die niedrigen Werte von Feinstaub und Stickoxiden. „Keine Schummelsoftware“, fügte er hinzu.

Der Bootsbauer aus Derben an der Elbe zählte die technischen Daten der „Elera“ auf. Mit einer Länge von knapp 15,5 Metern, einer Breite von 4,78 Metern und einem Tiefgang von 90 Zentimetern sind die Maße des Schiffes dem Einsatzgebiet so angepasst, dass es gut zu manövrieren ist. Und das bequem per Joystick vom „Ein-Mann-Radar-Bedienstand“ bei einer Höchstgeschwindigkeit von 18 Stundenkilometern. Baukosten: 870.000 Euro.

Schiffsführer Martin Hammer im Fahrstand der „Elera“. Das neue Motorschiff verfügt über ein modernes Navigationssystem.

Bislang war Schiffsführer Thomas Hammer mit der „Aller“ unterwegs. Das Einsatzgebiet des WSA-Außenbezirks Verden und seiner zehn Schiffe erstreckt sich auf die Weser zwischen der Kreisgrenze zu Nienburg und Bollen, und auf der Aller auf die Kilometer zwischen Rethem und der Mündung.

Seine Arbeit vergleicht Hammer mit der einer Straßenmeisterei, nur eben auf dem Wasser. Kontroll- und Aufsichtsfahrten gehören also ebenso dazu wie das Legen von Markierungen (Tonnen), das Bergen von Hindernissen oder das Pflegen von Uferböschungen.

All dies konnte Thomas Hammer auch mit der 1993 in Betrieb genommenen „Aller“. Nachfolgerin „Elera“, übrigens der mittelalterliche Name für die Aller, kann aber zusätzlich bis zu 20 Zentimeter dickes Eis brechen.

Das WSA sei gesetzlich nicht dazu verpflichtet, eine Fahrrinne freizuhalten, betonte Thomas Rumpf. Der Einsatz eines Eisbrechers diene dem Anlagenschutz. Kommt die Schifffahrt wegen des Eisgangs zum Erliegen, ist das Amt gut beraten, die Wehre und Schleusentore vom Druck der Schollen zu befreien und so vor Schaden zu bewahren. Bisher musste die Behörde Eisbrecher chartern. Die Kosten dafür entfallen künftig. Und auch der Verkauf der nunmehr ausgedienten „Aller“ wird ein wenig Geld zurück in die WSA-Kasse spülen. - kp

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