Gartenprojekt mit Erfolg

Grüner Daumen: Neunjährige züchtet Rekord-Wassermelone in Verden

Ganz ohne Spezialdünger und ganz ohne Gewächshaus ist unter der Aufsicht der neunjährigen Esmer Yarco ein kleines, großes Wunder im Landkreis Verden gewachsen: die mit Abstand größte, zweieinhalb Kilo schwere Wassermelone.

  • Eltern wollen vermitteln, woher Nahrungsmittel im Supermarkt kommen.
  • Kinder lernen, wie viel Pflege und Hingabe Obst und Gemüse erfordern.
  • Tochter Emser hatte die Idee, Wassermelonen zu pflanzen.

Verden-Dauelsen – „Egal wo oder wem wir es erzählt haben, ob Bekannte, die Lehrer in der Schule oder Freunde, keiner wollte uns glauben, bevor sie sie mit eigenen Augen gesehen hatten“, berichtet Gül Yarco und kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Aber was oder wer ist denn überhaupt sie? Gemeint ist niemand anderes als die mit Abstand größte, zweieinhalb Kilo schwere Wassermelone der neunjährigen Esmer Yarco.

Wissenschaftlicher Name:Citrullus lanatus
Höhere Klassifizierung:Citrullus
Rang:Art
Ordnung:Kürbisartige

Vor acht Monaten sei die Familie nach Verden gezogen. „Das war im Februar, genau eine Woche, bevor das mit Corona losging und alles schließen musste“, berichtet Gül Yarco im Gespräch. „Und dann haben wir uns gefragt, was wir mit der ganzen Freizeit anfangen, die wir dann von einen auf den anderen Moment hatten.“ So kam der Familie Yarco die Idee, alle möglichen Obst- und Gemüsesorten in ihrem eigenen Garten anzupflanzen.

Obst- und Gemüsegarten: Volle Supermarkt-Regal, erfordern viel Pflege und Aufwand

Ihr Ansatz dabei war, dass sie ihren Kindern vermitteln wollten, woher das, was viele nur im Supermarkt abgepackt in Plastik in Regalen sehen, eigentlich herkommt, und wie viel Pflege und Hingabe es bedarf, sich gut um den Garten und alles, was darin ist, zu kümmern.

„Gurken, Tomaten, Zucchini, Chilli, Erdbeeren, Pfirsiche haben wir zum Beispiel ab März gepflanzt. Von allem eben ein bisschen etwas“, so Gül Yarco. Als sie und ihr Mann Ibrahim schließlich ihre Tochter Esmer fragten, was sie denn anbauen wolle, habe die nicht lange gezögert und sich für ein paar Blumen sowie für Wassermelonen entschieden.

Esmer ist zwar erst neun Jahre alt, hat aber schon einen richtig grünen Daumen.

Bei letzterem, etwas ungewöhnlichem Wunsch, hakten ihre Eltern aber nach, mit der Befürchtung, dass das doch niemals etwas werden könne. Aber ihre Tochter ließ nicht nach. Ein paar Setzlinge später war zwischen Fenchel, Zierbusch und Stiefmütterchen ein Wassermelonen-Beet entstanden. „Wir haben uns etwas schlau gelesen und der sandige Boden eignete sich ideal“, erläutert die Mutter dazu.

Jetzt galt es sich um die Pflanze artgerecht zu kümmern. Täglich hätten ihre Tochter und ihr Mann nach der Entwicklung des Gemüses geschaut. „Wenn er von der Arbeit kam, hielt er immer am Beet an, bevor er wirklich reinkam“, erzählt Gül Yarco lachend. Und die Befürchtung, dass aus dem Wassermelonen-Projekt ihrer Tochter nichts werden könnte, stellte sich als komplett falsch heraus: „Ich weiß nicht, wie sie es geschafft hat, aber sie hat es geschafft“, so Esmers Mutter, immer noch ein wenig baff.

Grüner Daumen: Ein wenig darf die Wassermelone noch wachsen, dann wird geerntet

Die einzige Erklärung, die sie für das Melonen-Wunder hat, liegt in ihrem ehemaligen Heimatort: „Wir sind damals aus Aurich nach Verden gezogen. Und da hatten wir eine Nachbarin, Gretchen heißt sie und ist 72 Jahre alt. Die arbeitete in einem Blumenladen und meine Kinder waren für sie wie ihre eigenen Enkelkinder. Sie hatten ihnen alles, was sie über Pflanzen weiß, beigebracht.“

Rekordverdächtig? Mutter Gül Yarco misst den Umfang der größten Wassermelone ihrer Tochter.

Gül Yarco ist sich sicher, dass ihre Tochter von Gretchen ihren großen, grünen Daumen hat. „Mein Mann hat ihre größte Melone gewogen, die auf zweieinhalb-Kilo kommt“, so Yarco. Eine kleine Weile darf die Pflanze noch weiterwachsen, bevor sie die Familie ernten wird. „Wir sind alle schon echt gespannt, wie sie von innen aussehen wird.“ „Und vor allem wie sie schmeckt“, fügt Tochter Esmer schnell hinzu, sichtlich stolz auf ihre Leistung.

Übrigens: In Deutschland werden Wassermelonen zwar als Obst gehandelt, aber das stimmt nicht so ganz: Eigentlich gehört die Wassermelone zu den Kürbisgewächsen, genau genommen ist sie, so wie alle anderen Melonen auch, ein Gemüse.

Rubriklistenbild: © Hustedt

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