„Wir nehmen es ernst“

Radmutter von Auto eines Wabe-Mitarbeiters gelöst

Felge eines Autorades mit fehlender Radmutter.
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Eine Radmutter war an dem Fahrzeug gelöst und abgenommen worden.

Verden – Der Wabe-Mitarbeiter reagierte erschrocken. Als er zu seinem abgestellten Fahrzeug auf dem Parkplatz am Holzmarkt in Verden zurückkehrte, fehlte an dem Wagen eine Radmutter. Er wolle nicht gleich von einem Attentatsversuch sprechen, erklärte der Geschäftsführer des Weser-Aller-Bündnisses, Rudi Klemm, auf Nachfrage, aber völlig abtun könne er die Sache auch nicht. „Wir nehmen es ernst“, sagt Klemm. Er habe Strafanzeige bei der Polizei Nienburg erstattet. Nicht das erste Mal, dass sich das Netzwerk mit Sitz in Verden Drohungen ausgesetzt sieht.

Wirklich ein Anschlagsversuch? „Der Mitarbeiter ist mit dem Auto anschließend in der Werkstatt gewesen“, so Klemm, „dort sagte man ihm, die Radmutter könne sich nicht so einfach von der Schraube lösen. Und die restlichen Radmuttern waren fest.“ In Frage komme allerdings auch ein übler Lausbubenscherz, sagt Klemm weiter. Dagegen spreche allerdings, die Tat geschah sozusagen in der Öffentlichkeit mit einem hohen Risiko, erkannt zu werden. Außerdem habe ja auch nicht jeder einen Kreuzschlüssel dabei. Und überhaupt: Wo sei die Radmutter geblieben, jenes Stück Metall mit einem Wert von ein paar Euro?

Unklar noch, wann sich die mutmaßliche Tat wirklich ereignete. „Nach Angaben unseres Mitarbeiters kommt ein Tatzeitraum vom 4. bis 14. Oktober in Frage, die beiden Wochen vor den Herbstferien also.“ Das Auto habe tagsüber mal in der Tiefgarage des E-Centers, mal auf dem Parkplatz zwischen Stadtbibliothek und Wabe-Geschäftsstelle gestanden. Ein Kavaliersdelikt sei die Aktion jedenfalls nicht. „Der Täter solcher Manipulationen an einem Fahrzeug hat eine lebensbedrohliche Gefährdung der Insassen in Kauf genommen.“

Drohbrief nach Anti-Rassismus-Seminar-Ankündigung

Zur Tat bekannt habe sich bisher keine Organisation. Allerdings wagt sich das Verden-Nienburger Netzwerk in seiner täglichen Arbeit auf ein Terrain, auf dem es nicht nur Freunde findet. Eines der Wabe-Leitziele: „Demokratisches Engagement gegen Neofaschismus, Rechtspopulismus, Rassismus und anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit (GMF) wird auf kommunaler Ebene im Rahmen der interregionalen Kooperation gestärkt.“

Zwar habe es in letzter Zeit weder Drohbriefe noch Drohanrufe gegeben, so Klemm, ein zurückliegender Vorfall, gut drei Jahre her, beschäftige ihn aber immer noch nachdrücklich. Ein Seminar zum Thema „Critical Whiteness“ kündigte Wabe seinerzeit an, gegen Diskriminierung und Rassismus also. Daraufhin erreichte den Wabe-Geschäftsführer ein anonymer Drohbrief ohne Hinweis auf den Verfasser oder dessen Gruppierung. „Wir geben ihnen eine großzügige Warnung, dass, falls sie diese antideutsche, verräterische Veranstaltung nicht abbrechen, ein Angriff auf die Organisatoren sowie die Teilnehmer des Seminars stattfinden wird“, heißt es in dem Papier. Zusätzlichen Nachdruck verliehen wurde der Drohung mit dem Hinweis auf halbautomatische Handwaffen sowie improvisierte Explosions- und Brandwaffen, „welche mit voller Sicherheit einsatzbereit sind.“

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