Verdener Gastronomen und Veranstalter setzen auf 2G

2G in Verden: Volle Häuser und ein Lächeln für den Gast

Vor einem Fachwerkhaus steht eine Bank, die Tür ist für Gäste geöffnet.
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Schon aus Platzgründen gilt unter anderem bei „Max“ am Dom im Innenraum die 2G-Regel.

Veranstalter und Gastronomen entscheiden sich immer häufiger dafür, in ihren Räumen nur Geimpften und Genesenen Zutritt zu erlauben. Die Vorteile: Niemand muss eine Maske aufsetzen, die Abstandsregeln fallen weg, alle Plätze können besetzt werden. Damit ist die betriebliche Wirtschaftlichkeit wieder gegeben.

Verden – Bleiben die Zahlen hoch oder steigen sie nach den Herbstferien und in den Wintermonaten gar noch, dann wollen Veranstalter ebenso wie Gastronomen auf der sicheren Seite sein. Immer mehr entscheiden sich deshalb für die 2G-Regel in ihren Räumen. Einritt bekommen dann nur jene, die entweder geimpft oder genesen sind. Diese Konsequenz hat jüngst auch der Verein Verdener Jazz- und Bluestage gezogen und gute Erfahrungen gemacht.

Corona in Verden: Gastronomen setzten auf 2G-Regel

Vorsitzender Volkmar Koy: „Zwei Mitglieder sind aus diesem Grund ausgetreten. Davon abgesehen, machen wir nur positive Erfahrungen.“ Die 2G-Regel wird es erstmals beim Clubabend des Vereins am Freitag, 12. November, mit Stefan Jürgens geben. Der Vorteil: Es können alle Plätze besetzt werden und die Maskenpflicht fällt weg. Die Aula des Domgymnasiums bietet zusammen mit der Empore 220 Gästen Platz. Koy: „So wie der Vorverkauf jetzt läuft, können wir davon ausgehen, dass wir die Aula voll bekommen.“

Was mit der 3G-Regel nicht möglich gewesen wäre. Dann hätten Abstände eingehalten werden müssen, und das hätte die Anzahl der Eintrittskarten deutlich reduziert. Dennoch muss der jeweilige Künstler seine Gage bekommen. Für den Verein Jazz- und Bluestage ist es also eine Frage der Wirtschaftlichkeit, welche Regeln gelten.

Die anfänglichen Sorgen hätten sich schließlich auch nicht bestätigt, sagt Koy, der eher den Eindruck hat, dass sich Konzertbesucher unter diesen Umständen sicherer fühlen. Erste Karten seien bereits im März 2020 verkauft worden. All jenen rät Koy, sich über die neuen Eintrittsbedingungen zu informieren. „Wer nicht geimpft oder genesen ist, kommt nicht rein, erhält sein Geld aber natürlich zurück.“

Wenn Stefan Jürgens zum Konzert kommt, gelten auch beim Verein Jazz- und Bluestage 2G-Regeln.

Der Verein muss langfristig planen, auch deshalb ist es wichtig, auf jede Situation vorbereitet zu ein. Was beispielsweise beim Konzert mit Stefanie Heinzmann im nächsten Herbst sein wird, mag auch Vereinsmitglied Jürgen Köster nicht voraussagen. Er hat sich aber für die nächsten drei Veranstaltungen, was Corona-Regeln betrifft, fit gemacht und gute Ansprechpartner beim Landkreis gefunden, die ihn immer wieder auf den neuestes Stand bringen. Köster: „Ungeimpfte kommen nur rein, wenn sie ein Attest vorlegen können.“ Sie müssten sich vorher jedoch testen lassen, genauso wie Jugendliche unter 18 Jahren.

In der Stadthalle hängt es jeweils vom Veranstalter ab, ob die 2- oder die 3G-Regel angewendet wird. „Wer so viele Karten verkauft hat, dass die Abstände nicht eingehalten werden können, muss die 2G-Regel anwenden“, sagt Stadthallenleiterin Silvia Vöge. Grundsätzlich gelte jedoch die 3G-Regel, weil man genügend Platz habe. Wer bereits Karten im Vorverkauf erworben habe, aber nicht der 2G-Regel entspreche, bekomme sein Geld natürlich zurück. Kinder und Jugendliche müssten bei diesen Veranstaltungen einen tagesaktuellen Test vorlegen.

Vöge hätte es gefallen, wenn das Land Niedersachsen die Tests weiterhin kostenfrei zur Verfügung gestellt hätte. „Das erhöht doch die Sicherheit allgemein, denn dann sind auch jene geschützt, die sich nicht impfen lassen können.“ Ihr Anliegen ist, bestmögliche Bedingungen herzustellen, damit es wieder mehr Veranstaltungen geben kann. Dabei stört sie das ständige Hin und Her, das durch die schwankenden Inzidenzzahlen entstehe. „Eine Regel, die den ganzen Winter über gilt, könnte das Leben von Veranstaltern deutlich entspannen.“

Schon aus räumlichen Gründen hat der Inhaber des Cafés „Max“ am Dom auf die 2G-Regel umgestellt. Um die Abstandsregeln einzuhalten, müsste er drei von sieben Tischen herausnehmen. Dann könne er in den Wintermonaten, wenn die Außenplätze wetterbedingt wegfallen, nicht mehr wirtschaftlich arbeiten. „Bis jetzt musste ich nur eine Person abweisen, und beschwert hat sich niemand.“

Endlich wieder die Gäste anlächeln können – das ist in der Domschänke einer der Gründe, um auf 2G umzustellen.

Ähnlich geht es Frank Stauga mit seinem Restaurant Domschänke. Er möchte viele Menschen begrüßen können, die jetzt auch wieder das Lächeln des Servicepersonals sehen könnten. Aber auch wirtschaftliche Aspekte spielen bei ihm eine Rolle. Aus der 3- wurde eine 2G-Regel, um effektiver arbeiten zu können. „Wir können besser planen und geben den Leuten, die sich impfen lassen haben, ein positives Feedback.“ Noch weiß er nicht, wie sich die Gästezahlen entwickeln werden, doch er ist zuversichtlich. „Es hat schon eine Absage für eine gebuchte Weihnachtsfeier gegeben, aber damit mussten wir rechnen.“ Stauga betont in diesem Zusammenhang, dass Gäste, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können, mit einem tagesaktuellen Test natürlich auch willkommen sind.

Die Entscheidung, welche Regeln gelten, bleibt den Veranstaltern und Inhabern von Restaurants und Kneipen selbst überlasen. In diesem Falle haben sie das Hausrecht. Auch wenn Inzidenzzahlen einen uneingeschränkten Einlass erlauben, so wie es vor ein paar Tagen bei Einhaltung der Abstandsregeln im Landkreis Verden noch war, können Gastronomen die jeweiligen Regeln beibehalten. Es sei denn, es gilt die Warnstufe 1. Dann drohen weitere Beschränkungen.

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