Festmeile am 2. September

Verdener Verwaltung bereitet Stadtjubiläum vor

+
Bereiten das Fest vor (v. l.): Dr. Björn Emigholz, Sabine Mandel, Fred Pielsch, Bürgermeister Lutz Brockmann und Jasmin Holthausen von der Agentur „Jazz-Promotions“.

Verden - Museumsleiter Dr. Björn Emigholz war die Lust so richtig anzumerken, in die Geschichte Verdens einzutauchen. „350 Jahre Vereinigung von Norder- und Süderstadt“ stand gestern vor der gesammelten Presse auf der Agenda. Bürgermeister Lutz Brockmann frohlockte förmlich: „Zum erstenmal wird dieses Ereignis gebührend gefeiert.“

In der Tat scheint sich in der Allerstadt Großes anzubahnen. Dabei wäre eigentlich heute das Datum schlechthin gewesen. Am 19. Juli 1667 fand die Feier zur Vereinigung von Norder- und Süderstadt im Rathaus („mit viel Alkohol“; Zitat Emigholz), übrigen an der selben Stelle wie heute statt. Da die Süderstadt 1667 über kein eigenes Rathaus verfügte, blieb nur das Haus in der Norderstadt übrig. Positiv war damals zu vermelden, dass es auch einen Ratskeller gab, in dem in Verden gebrautes Bier ausgeschenkt wurde. Der Museumsleiter: „Legendär war das Bockbier.“

Nur mit Samthandschuhen

Bis es allerdings zu der besagten Vereinigung kam, floss noch eine Menge Wasser die Aller hinunter. Norder- und Süderstadt waren sich nicht grün, geistliche Obrigkeiten gab es nicht, die schwedische Regierung mit Sitz in Stade war weit weg und die Übergangszeit musste ausgehandelt werden. Bei Sonnenuntergang wurde das Stadttor in Höhe der Nagelschmiede dicht gemacht. Norder- und Süderstadt blieben getrennt – bis zum besagten 19. Juli 1667. Zum Pressegespräch hatte Emigholz aus dem Stadtarchiv sogar die original Vereinigungsurkunde mitgebracht. Es verstand sich von selbst, dass sie nur mit Samthandschuhen angefasst werden durfte. Ein Dokument, das einen besonderen Platz in der Stadtgeschichte Verdens hat. Siegel und Handschrift sind bestens erhalten.

Wie nun feiern, quasi ohne Vorbild aus den vergangenen 350 Jahren. „Die Arbeit haben wir auf mehrere Schultern gelegt“, sagte Bürgermeister Brockmann. Der Stadtrat hatte für das Stadtjubiläum gerade mal 15.000 Euro genehmigt. Brockmann: „Das Verdener Motto: mit wenig viel machen.“

100 beteiligte Institutionen, Verbände und Vereine

Hilfestellung gibt es überdies von der Bremer Event-Agentur „Jazz-Promotions“. Für den „Rest“ sind annähernd 100 Institutionen, Verbände und Vereine zuständig, die den Bereich zwischen Lugenstein und Rathaus am 2. September, von 12 bis 22 Uhr, in eine Festmeile verwandeln sollen. Informationsstände, Mitmachaktionen und Verköstigungen wechseln einander ab. Zwei Bühnen am Rathaus und Domplatz sind weitere Anziehungspunkte.

Erst gegen 22 Uhr soll das zumeist ehrenamtlich getragene Geschehen ein Ende haben. Offiziell wird es aber auch: Schon um 13 Uhr wird es eine symbolische Vertragsunterzeichnung durch Bürgermeister Brockmann in Höhe von Nagelschmiede- und Lahusenstraße geben. Bleibt nur die Hoffnung auf Sonnenschein.

koy

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt

Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt

Spanien: Polizei vermutet organisierte Terror-Zelle

Spanien: Polizei vermutet organisierte Terror-Zelle

Sommerfest der SPD in Verden 

Sommerfest der SPD in Verden 

Einweihung des Feuerwehrhauses Leeste

Einweihung des Feuerwehrhauses Leeste

Meistgelesene Artikel

Radfahrer übersehen: 16-Jähriger schwer verletzt

Radfahrer übersehen: 16-Jähriger schwer verletzt

SPD-Fest ohne Sigmar Gabriel

SPD-Fest ohne Sigmar Gabriel

Verlegenheitslösung mit vielen Fragezeichen

Verlegenheitslösung mit vielen Fragezeichen

Bäume stürzen auf L 155

Bäume stürzen auf L 155

Kommentare