Verkehrssicherheitstag an den BBS in Dauelsen

Multitasking funktioniert nicht

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Im Überschlagsimulator wurden die Schüler sogar auf den Kopf gestellt und hatten dabei die Aufgabe, sich selbst aus dem Auto zu befreien. „Ich hatte schon ein bisschen Schiss“, gab Alexander Kück zu.

Verden - Lernen mit Spaß und vielen Aktionen, so das gefühlte Motto der Verkehrssicherheitstage der Polizeiinspektion Verden/Osterholz in Kooperation mit den BBS Verden und weiteren Partnern. Dort gab es gestern für die Zielgruppe der Fahranfänger acht verschiedene Workshops, einen Kurs in Erster Hilfe sowie mehrere Vorträge zum Thema Verkehrssicherheit. Außerdem wird es an den Folge-tagen mit jeder teilnehmenden Klasse eine intensive Nachbereitung in Zusammenarbeit mit der Fachstelle Sucht und Suchtprävention geben.

Ein mit vier Personen besetztes Polizeiauto drehte sich um die eigene Achse, Go-Kart-Fahrer fuhren über die Begrenzung des Parcours hinaus, Fahrradfahrer flogen durch die Luft und von Feuerwehr und DRK wurden Personen aus einem verunglückten Fahrzeug befreit. Allesamt Begebenheiten, die zum Glück keine realen Unfälle waren, sondern Aktivitäten und Vorführaktionen im Rahmen des Verkehrssicherheitstages an den BBS. Insgesamt acht Fachoberschul- und Berufsschulklassen nahmen teil und haben in Praxis und Theorie erfahren, welche Unfallgefahren im Straßenverkehr lauern, welche Risiken zu beachten sind und wie sie Verkehrsunfälle möglicherweise vermeiden können.

Anika Wrede, Verkehrssicherheitsberaterin bei der PI, unterstrich, dass die Veranstaltung den Teilnehmern die Chance biete, Gefahrenquellen im Verkehr praktisch zu erfahren, ohne dass tatsächlich etwas passiert. Denn bei vielen jungen Fahrern, vor allem in der Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen, zähle nicht die vorausschauende Fahrweise, sondern eher ein risikoreicher Fahrstil. „Reden nützt hier wenig, etwas selbst zu erfahren, bringt viel mehr“, so die Erfahrung der Polizistin.

Im Go-Kart-Parcours mit dem Handy in der Hand waren diverse Aufgaben zu lösen. 

So sei es beispielsweise beeindruckend zu erleben, welche Kräfte bei einem Verkehrsunfall entstünden. Eindrücke, die hängen blieben. Deshalb durften die jungen Erwachsenen gestern nicht nur zuschauen, sondern mussten selber aktiv werden. Im Überschlagsimulator wurden sie sogar auf den Kopf gestellt und hatten dabei die Aufgabe, sich selbst aus dem Auto zu befreien. Aber was zunächst so einfach aussah, entpuppte sich dann als große Herausforderung. „Ich hatte schon ein bisschen Schiss“, gab Alexander Kück zu, nachdem er aus dem Fahrzeug herausgekrabbelt war. „Ich weiß jetzt, wie ich mich in einer solchen Situation verhalten muss. Ohne diese Erfahrung, hätte ich mit Sicherheit falsch reagiert“, so der 19-Jährige, der noch keinen Führerschein besitzt.

Überhaupt habe ihm in Summe die Teilnahme an der Veranstaltung viel gebracht. „Ich meine, dass ich ein vorsichtiger Autofahrer werde.“ Und Dennis Behrens bestätigte, dass er beim Überschlag nicht mit einem solchen Druck gerechnet habe. „Ich wäre auch nicht darauf gekommen, meine Füße anzustemmen und Spannung aufzubauen”, erzählte er. Behrens, der bereits ein eigenes Fahrzeug besitzt, bezeichnete sich selbst als umsichtigen Verkehrsteilnehmer, wobei einige seiner Freunde weitaus risikofreudiger seien. Weiter konnten die Teilnehmer am Verkehrssicherheitstag an zwei Fahrsimulatoren ihre Grundkenntnisse zu den Themen Alkohol, Drogen oder Medikamente im Straßenverkehr vertiefen, mit einer Rauschbrille einen Parcours möglichst ordentlich durchlaufen oder im Go-Kart-Parcours mit dem Handy in der Hand diverse Aufgaben lösen und dabei zeitgleich das Fahrzeug in der Spur halten und bei Gefahr rechtzeitig bremsen. „Diese Übung soll zeigen, dass im Straßenverkehr Multitasking nicht funktioniert“, so Wrede. J nie

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