Positiver Trend im Kreis Verden

Notbremse-Ende: Einzelhandel öffnet Donnerstag ohne Testpflicht

Leute in der Fußgängerzone
+
Ab Donnerstag wieder ohne Testpflicht offen: der Einzelhandel und Co, wie hier in der Verdener Innenstadt.

Ab Donnerstag darf der Einzelhandel im Kreis Verden wieder ohne Testpflicht betreten werden, Schüler starten wieder im Präsenzunterricht. Möglich macht‘s eine Inzidenz, die fünf Tage unter der Marke von 100 geblieben ist. Die Sorge allerdings bleibt.

Verden/Achim – Vergangene Woche noch das unglaubliche Hickhack um die Inzidenzzahlen des Robert-Koch-Instituts, und jetzt geht offenbar alles ganz schnell. Der morgige Mittwoch wird der letzte Tag der Bundesnotbremse im Landkreis Verden sein. Das teilt die Kreisverwaltung mit. Und schon für die kommende Woche zeichnen sich für Niedersachsen Lockerungen ab, die endlich auch einen Besuch in der Außengastronomie verheißen.

Allerdings haben die vergangenen Tage bewiesen: Zwischen Wohl und Wehe, zwischen Lockerung und Verschärfung liegt nur ein schmaler Grat. Das böse Wort vom Inzidenz-Lotto (wir berichteten) macht weiterhin die Runde. Und bis zu einer Entwarnung wird es noch dauern.

Aber ab dem kommenden Donnerstag sind erstmal Erleichterungen im Landkreis Verden vorgesehen. Für den Einzelhandel erlischt die Corona-Testpflicht. Kunden müssen lediglich einen Termin vereinbaren, Click and Meet heißt das Verfahren. Gleiches gilt für den Friseurbesuch und die Fußpflege. Schüler der weiterführenden und berufsbildenden Schulen wechseln vom Homeschooling in den Präsenzunterricht, allerdings im Wechselbetrieb. Auch die Notbetreuung in den Kindertagesstätten wird aufgehoben und der eingeschränkte Betrieb gemäß der Niedersächsischen Corona-Verordnung aufgenommen. Gleichzeitig entfallen die Einschränkungen für den Betrieb der Großtagespflegstellen. Die nächtliche Ausgangssperre zwischen 22 und 5 Uhr fällt ebenfalls weg.

Auch ein nächstes leidenschaftlich diskutiertes Problem gehört damit der Vergangenheit an, das des Mund-Nasen-Schutzes im Öffentlichen Personennahverkehr. Landrat Peter Bohlmann: „Das zu Recht emotionale Thema der FFP2-Maskenpflicht für Grundschüler in Schulbussen wären wir damit ab Donnerstag los.“

Am gestrigen Montag war es noch einmal spannend geworden. Vier Werktage lag die Inzidenz für den Landkreis Verden unter der Grenze von 100. Würde jetzt auch der fünfte Tag zweistellige Zahlen erbringen? „Für das Robert-Koch-Institut sind die Infektionen des Vortags bis 16 Uhr maßgeblich“, sagt Bohlmann, „wir konnten daher bereits am Nachmittag einen Blick auf die Dienstag-Werte werfen.“ Und die fielen beruhigend aus.

Das Problem mit den Nachmeldungen, die in der vergangenen Woche noch zu erheblichen Verwerfungen führten, unter anderem eine spürbar rückläufige Inzidenz für den Landkreis Verden, obwohl tatsächlich mehr Infizierte neu bestätigt wurden, dieses Problem hatte das Robert-Koch-Institut ebenfalls zum vergangenen Wochenende hin gelöst. Zwar war es vorbei mit der schönen neuen digitalen Welt, in der Zeitgenossen auf der Deutschland-Karte lediglich ihren Landkreis anklicken mussten, und schon ploppten die aktuellen Zahlen auf, dafür weisen die jetzt veröffentlichen Tabellen eine höhere Zuverlässigkeit auf. Darin enthalten sind etwa die fehlenden Zahlen für den Landkreis Verden, die Mitte vergangener Woche noch die Region in Aufregung versetzt hatten, nachjustiert. Der zurückliegende Dienstag beispielsweise, der zunächst vom RKI noch mit einer Inzidenz von 96 geführt war, er ist jetzt mit dem tatsächlichen Wert 118 notiert.

Unwägbarkeiten bleiben. Sah der Vorgänger der Bundesnotbremse, die niedersächsische Verordnung, noch eine behördliche Einschätzung zur Infektionslage vor Ort vor, so ist diese Möglichkeit jetzt gestrichen. Mit skurrilen Auswirkungen auch in der näheren Umgebung, im Landkreis Diepholz etwa. Dort hatte ein Corona-Ausbruch in einem klar einzugrenzenden Spargelbetrieb seltsame Ergebnisse zutage gefördert. Die Schüler im 70 Kilometer entfernten Stuhr dürfen nicht mehr zur Schule gehen, die Schüler im acht Kilometer entfernten Uchte im Landkreis Nienburg aber spüren keine Veränderungen. Ebenfalls lokale Corona-Ausbrüche waren es, zwei an der Zahl, die jetzt den Landkreis Rotenburg in die Bundesnotbremse zwangen. „Es bleibt beim Inzidenz-Lotto“, so ein Beteiligter.

Grund genug für den Krisenstab im Kreishaus an der Lindhooper Straße, die Inzidenz-Kurve exakt im Blick zu behalten. „Wir hoffen sehr, dass das weitere Infektionsgeschehen nicht wieder zu einer erneuten Notbremse führt, die besonders für unsere Kinder in den Betreuungs- und Bildungseinrichtungen eine große Zumutung bedeutet“, sagt Landrat Bohlmann. Daher seien alle gefordert, sich auf den hoffentlich letzten Metern der Krise diszipliniert und hinsichtlich der Kontakteinschränkungen einsichtig zu verhalten. Der Erfolg niedriger Infektionszahlen hänge mehr vom Verhalten des Einzelnen als von staatlichen Maßnahmen ab. Hoffnung, so Bohlmann, würden die zwischenzeitlich im Landkreis Verden erfolgten rund 40 000 Erst- und Zweitimpfungen machen. Dadurch sei das Infektions- und Ausbreitungsrisiko um ein Fünftel reduziert.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Rund 1750 Raketenabschüsse auf Israel - Viele Tote in Gaza

Rund 1750 Raketenabschüsse auf Israel - Viele Tote in Gaza

Massive Raketenangriffe: Israel antwortet mit Luftschlag

Massive Raketenangriffe: Israel antwortet mit Luftschlag

Die beliebtesten Kuchenklassiker und Tortenträume

Die beliebtesten Kuchenklassiker und Tortenträume

Bayern feiern Titel mit Gala - Lewandowski-Tore 37, 38, 39

Bayern feiern Titel mit Gala - Lewandowski-Tore 37, 38, 39

Meistgelesene Artikel

Feuerschein in leer stehendem Verdener Haus

Feuerschein in leer stehendem Verdener Haus

Feuerschein in leer stehendem Verdener Haus
Wochenlange Quarantäne: Armsener Familie dankt für Unterstützung

Wochenlange Quarantäne: Armsener Familie dankt für Unterstützung

Wochenlange Quarantäne: Armsener Familie dankt für Unterstützung
Ohne Parteibuch in Ottersberg etwas bewegen

Ohne Parteibuch in Ottersberg etwas bewegen

Ohne Parteibuch in Ottersberg etwas bewegen

Kommentare