Storch Dr. Watson in der Pflegestation

Aus dem Häufchen Elend ist ein wahrer Prachtkerl geworden

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Was für ein Wandel: Storch Dr. Watson ist während der Pflege in der Aufzuchtstation förmlich aufgeblüht. 

Verden - Die Leiterin der Verdener Storchenstation, Petra Müller, hat in diesem Jahr in Sachen Storchenaufzucht viel zu tun. Insgesamt haben 14 Störche ihre fachkundige Pflege benötigt; zehn davon Jungstörche, die Wildstorchbetreuer Hans-Joachim Winter teils aus Vorsorgegründen den Horsten entnommen hat, während andere von den Storcheneltern aus den Nestern hinauskatapultiert wurden.

Doch inzwischen sind die einstigen Sorgenkinder in gutem Zustand. Alle sind Dank der guten Pflege durch Müller und ihre Helfer aus dem Familienkreis flügge und werden in Kürze gen Süden starten. Sogar der Kleinste aus der Kummerriege, Dr. Watson, hat es geschafft und sich zu einem prächtigen Jungstorch – Müller nennt ihn lachend meine Wuchtbrumme – entwickelt. „Bezüglich Gewicht und Größe hat er seine Leidensgefährten sogar eingeholt“, berichtet Müller, die Mitte Juni noch an den Überlebenschancen des gefiederten Bruchpiloten gezweifelt hatte. „Für die Störche ist 2018 aber ein schwieriges Jahr“, resümiert Müller.

Und es sehe noch immer schlecht aus. „Von meinen Pfleglingen einmal abgesehen, sind die meisten Jungstörche aufgrund der seit Monaten anhaltenden Hitze und Trockenheit zu klein und folglich nicht ausreichend genährt.“ Müller erzählt, dass auch die wildlebenden Jungstörche inzwischen nicht mehr von ihren Eltern versorgt würden, und sich auf eigene „Faust“ auf Futtersuche begeben müssen. Und das sei angesichts der aktuellen Witterungsbedingungen schwer. „Als mein Sohn kürzlich eine Weide gemäht hat, war er im Nu von nach Nahrung suchenden Störchen umringt“, erzählt Müller, die allabendlich den Tisch nicht nur für die in der Storchenstation lebenden Adebare deckt. „Der rote Futtereimer ist auch für wildlebende Störche ein willkommenes rotes Tuch. Um die 30 Störche – alte wie junge – zähle ich immer und es ist bekannt, dass Störche auf Futtersuche bis zu 30 Kilometer zurückliegen.“ Verfüttert werden überwiegend Eintagsküken, die Müller tiefgefroren in einer Truhe lagert. Rund 75 Kartons à 200 Eintagsküken, hat sie bereits verbraucht; doppelt soviel wie in „normalen“ Jahren. Hin und wieder werden die Störche auch mit kleinen Fischen verwöhnt. „Das ist ein besonderer Leckerbissen für die Bande.“

Ein Häufchen Elend, so landete Dr. Watson vor wenigen Wochen in den Armen von Pflegemutter Petra Müller.

In zwei bis drei Wochen werden sich die Störche bereits wieder auf die Reise begeben, zuerst die Jungen und etwas später die Alten. Müller hofft, dass die Alten auch nächstes Jahr wieder kommen. Die Jungen indes bleiben etwa drei Jahre weg, bis zur Geschlechtsreife. Dann suchen sich die Männchen einen Horst und warten auf eine entsprechende Partnerin. 

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