Seenlandschaft im Allerpark

Starkregen bedroht Konzert - Zuschauer und Mitwirkende müssen Platz räumen

+
Heftige Regenschauer verwandelten den Allerpark zum geplanten Konzertbeginn in eine Seenlandschaft. 

Verden - Wochenlang Bullenhitze, und dann drohten am Samstag die Allersymphonie und mit ihr eineinhalb Jahre der Vorbereitung buchstäblich ins Wasser zu fallen. Denn eine Viertelstunde vor Beginn tobte über Verden ein einstündiges Unwetter mit Starkregen, das den liebevoll für das Konzert hergerichteten Allerpark in eine Seenlandschaft verwandelte.

Schon den ganzen Tag über hatte Organisatorin Gabriele Müller vom Verein der Verdener Domfestspiele die Wettervorhersagen im Blick gehabt und sich mit der Rettungsleitstelle abgestimmt. Am Nachmittag, während der Generalprobe, wurde die Bühne einem ersten Härtetest unterzogen, als starke Windböen über das Gelände fegten.

Die Probe musste abgebrochen, der Bühnenaufbau noch einmal festgezurrt werden. Gegen 19.30 Uhr sah sich Gabriele Müller dann gezwungen, die Zuschauer per Lautsprecher zum Verlassen des Veranstaltungsortes aufzufordern. „Da saßen die meisten schon auf ihrem Platz“, berichtet sie.

Warten auf den Konzertbeginn: Auch ins Rathaus konnten sich die Zuschauer flüchten.

Gelassen klappten die Gäste – 1 700 Karten waren verkauft worden – die mitgebrachten Campingstühle zusammen, packten die Picknickdecken ein und suchten sich ein trockenes Plätzchen in der näheren Umgebung. Das alte Rathaus und auch das nahegelegene Stadtkirchenzentrum hatten ihre Türen geöffnet, um die Menschen aufzunehmen. Und die, hat Gabriele Müller sich erzählen lassen, verstanden es sehr gut, die unfreiwillige Wartezeit angenehm zu überbrücken.

So soll Bürgermeister Lutz Brockmann Turmführungen im Rathaus angeboten haben; im Parkhaus an der Brückstraße hätten sich dort Untergeschlüpfte zur Überbrückung Pizza und Bier bestellt. Und im Stadtkirchenzentrum hätten fünf Musiker des jungen Orchesters die Gäste mit einem Ständchen unterhalten. Kurz vor 21 Uhr konnten die Zuschauer in den Allerpark zurückkehren. Zum Glück: „Hätten wir bis 22 Uhr nicht anfangen können, wäre die ganze Veranstaltung ausfallen müssen“, so die Organisatorin.

Der eine oder andere habe den Konzertbeginn nicht mehr abgewartet und sich schon vorher auf den Heimweg gemacht. Die meisten aber hatten durchgehalten und konnten dann die Musik genießen (siehe Artikel unten). „Es war wirklich toll“, zieht Gabriele Müller ein positives Fazit und meint damit nicht nur die Leistung von Orchester und Solisten. Auch das „wunderbar stressresistente“ Team der Domfestspiele habe mitgezogen.

Müller kann dem Unwetter sogar noch etwas Gutes abgewinnen, seien doch dank des Regens die Temperaturen wesentlich angenehmer gewesen. Einzig Bernd Maas, der durch den Abend führen sollte, hatte das Nachsehen. Zwecks Straffung des Programms waren die Moderationen gestrichen worden, aber verbunden mit der Zusage, dass Maas bei der nächsten Allersymphonie sicher zum Einsatz komme.  

kp

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Vereinbarung zur Flüchtlingsrücknahme mit Griechenland steht

Vereinbarung zur Flüchtlingsrücknahme mit Griechenland steht

Fernbus kippt um - 22 Verletzte bei Unfall nahe Rostock

Fernbus kippt um - 22 Verletzte bei Unfall nahe Rostock

Brückeneinsturz: Ursachensuche und Schuldzuweisungen

Brückeneinsturz: Ursachensuche und Schuldzuweisungen

Verhärtete Fronten im Streit zwischen USA und Türkei

Verhärtete Fronten im Streit zwischen USA und Türkei

Meistgelesene Artikel

Stedorfer Theaterbühne meistert „Cold-Water-Beer-Callenge“

Stedorfer Theaterbühne meistert „Cold-Water-Beer-Callenge“

Vollsortimenter Edeka in Kirchlinteln eröffnet

Vollsortimenter Edeka in Kirchlinteln eröffnet

Feierabend für Wochenmarkt zum Feierabend

Feierabend für Wochenmarkt zum Feierabend

Andrea Stoffels schließt ihr Verdener Reformhaus

Andrea Stoffels schließt ihr Verdener Reformhaus

Kommentare