Nach über 16 Jahren Bemühungen um eine Aller-Gastronomie gibt der Gastwirt endgültig auf

„Sotti“ hat jetzt „die Schnauze voll“

So sieht jemand aus, der richtig sauer ist. Sven Sottorff schimpft auf die Stadt. - Foto: Koy

Verden - Von Volkmar Koy. „Schon wieder einer abgesprungen.“ Diese Überschrift in unserer Zeitung vor wenigen Tagen brachte das Fass bei „Sotti“ endgültig zum Überlaufen. „Ich bin erbost, ich hab’ die Schnauze voll“, schimpfte der Gastronom. Es geht um die Aller-Gastronomie, um die sich Sven Sottorff seit 16 Jahren (vergeblich) bemüht hatte.

Die Liste der Schwierigkeiten, die sich vor Sottorff in all’ den Jahren seitens der Stadt Verden aufgetürmt hat, scheint ellenlang. Nach seiner Aussage werde er das Gefühl nicht los, dass auch parteilpolitische Erwägungen mit im Spiel seien, die letztendlich verhindert hätten, dass er eine vernünftige Aller-Gastronomie habe aufbauen können.

Einer der ersten Vorschläge Sottorffs zeigt ein Aller-Café mit Panoramablick direkt am Fluss.

Was Experten in Sachen Marketing stets betont hatten, eine Stadt am Fluss mit Anziehungspunkten zu versehen, wollte Sottorff bereits im Jahre 1999 aufgreifen. Der Gastronom präsentierte eine Komplettlösung, die mit Hilfe eines Investors ein Millonenobjekt war. Er selbst wäre nur Betreiber gewesen. Der Inhaber der auch in Verden ansässigen Aller-Schiffahrt hatte bei entsprechenden Ausschreibungen zweimal die Nase vorn. Nur – umgesetzt hatte er seine Pläne nie, aus welchen Gründen auch immer. Wenn es dann eng wurde, die Stadt mal wieder einen geeigneten Betreiber suchte, gab Sottorff seine Bewerbungsunterlagen ab. Eine Kozeption für die Gastronomie legte „Sotti“ ebenso dabei wie eine Skizze von der baulichen Darstellung. Wieder und immer wieder. Die Hochwassersituation fand auch Berücksichtigung wie die Parkplatzfrage (inklusive Busabstellmöglichkeiten) oder der Aufbau der sanitären Anlage. Etliche Male musste sich der Bauausschuss der Stadt mit dem Thema befassen. Und immer wieder gab es eine Vertagung oder neue Auflagen und Wünsche der Stadt.

CDU-Ratsherr Sottorff hatte sich zwischenzeitlich mit seinem Kollegen Horst Oehlschläger zu einem weiteren Vorschlag durchgerungen. Auch dieser fand nicht die Zustimmung der Stadt.

Längst waren die Verantwortlichen der Stadt bei einer mobilen Lösung der Gastronomiefrage angekommen. Das Projekt wurde neu ausgelobt. Inzwischen wurde der Monat April 2015 im Kalender angestrichen. Wieder mit im Bewerbungsboot: Sven Sottorff. Diesmal hatte er eine leicht aufgestelzte Lösung präsentiert. Die Grenze einer fünfstelligen Summe allein für Planungskosten hatte der Verdener Gastronom indes längst überschritten.

Sein Vorschlag wurde zwar von der Stadt diskutiert, aber wieder sei die Bitte einer Ergänzung und ein neues Konzept an ihn herangetragen worden. Sottorff hatte den bekannten Objektplaner Uwe Lenz eingeschaltet, der über reichlich gastronomische Erfahrungen auf den Inseln und an der See verfügt. Nun sollte es ein Pavillon sein, der den Gästen aus Nah und Fern das Naturerlebnis an der Aller erst richtig ermöglichen sollte.

Zum wiederholten Male hatte Sottorff nach eigener Aussage die Verantwortlichen der Stadt darauf hingewiesen, dass sich das Objetzt auch rechnen müsse. Der Pavillon sei plötzlich zu groß gewesen (zwölf Meter Durchmesser), die Terrasse störte, der Blickwinkel in die Sonne und, und, und. „Sotti“, mittlerweile abgehärtet in Fragen der Aller-Gastronomie, bearbeitete sein Konzept zum xten Male. Und siehe da: Es war plötzlich ein Vertragsentwurf da.

Den aber wollte Sottorff so nicht akzeptieren. „Über die Pacht hätte man noch reden können“. Als die Stadt aber auch wissen wollte, welche Jahresumsätze seine abgespeckte Lösung beinhalte, war Sottorffs Geduld am Ende: „Die Stadt geht mein Geld nichts an.“ Vielmehr bastelte er an einem neuen Vertragsentwurf, den er, wie er betont, im Dezember im Rathaus abgegeben habe. Was dann folgte, sei das Schweigen der Stadt gewesen. Bis Mitte Februar habe er nichts mehr gehört, um dann mit Datum vom 20. Februar seine endgültige Absage zu formulieren: „Wir haben uns gegen die Gastronomie an der Aller entschieden.“ Und eine Erkenntnis bleibe ihm nach 16 Jahren Bemühungen für ein lohnenswertes Ausflugsziel mit Blick auf Fluss und Stadtsilhouette: „Außer Spesen nichts gewesen.“

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