Fachausschuss unterstützt Schüler-Tickets

Verden: Für 1 Euro am Tag durchs Land

Schüler an Bushaltestelle
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Das neue Angebot soll unternehmungslustigen Schülern, Azubis und Bufdis entgegenkommen.

Landkreis  – Die Reisefreiheit mit Bus und Bahn für Azubis, Bufdis und Oberstufen-Schüler bleibt eines der Ziele von Politik und Verwaltung im Landkreis. Und nach Jahren der Suche und des Verhandelns wird die Einführung eines Schüler- und Azubitickets für 30 Euro im Monat immer wahrscheinlicher. Die Finanzierungslücke, die der Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN) für sein Gebiet im nördlichen Niedersachsen ausgerechnet hatte, scheint geschlossen.

Start, so hatte der Verband beabsichtigt, könnte zum Schuljahresbeginn in einem Jahr sein. Das Ticket soll Oberstufenschülern ebenso wie Azubis und jungen Leuten, die Bundesfreiwilligendienst oder ein freiwilliges sozialeles Jahr leisten, den Weg zur Schule und zum Einsatzort günstiger gestalten. Darüber hinaus sollten die Monatstickets auch andere Fahrten im Verbandsgebiet erlauben. Ähnlich wie die Semestertickets, die Studierenden landesweite Reisefreiheit bescheren, soll das neue Angebot unternehmungslustigen Schülern, Azubis und Bufdis entgegenkommen.

„Im Landeshaushalt ist Geld dafür eingestellt“, konnte Dörte Liebetruth (SPD) dem Planungs-, Wirtschafts-, Verkehrs- und Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung berichten. Die Landtags- und Kreistagsabgeordnete sprach sich dafür aus, dass sich auch der Landkreis weiter für das Vorhaben einsetzen möge. Unterstützung gab es von Frank-Peter Seemann. Der Grüne fand das Vorhaben allemal wert, dass der Landkreis sich finanziell daran beteiligen könnte.

Eine solche Entlastung für manche Familie streben der Landkreis und der Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN) schon seit Jahren an. Bis zum Ende der Mittelstufe kommen die Schüler auf Kosten des Landkreises zur Schule. Das ist seine Aufgabe, und die lässt er sich auch Jahr für Jahr einige Millionen Euro kosten.

Oberstufenschüler, aber auch Azubis müssen die Bus- oder Zugfahrt zur Schule selbst finanzieren. Auch alle jungen Menschen, die einen Freiwilligendienst für die Gesellschaft leisten, müssen die Fahrt zu ihrer Bufdi- oder FSJ-Stelle vom Taschengeld bezahlen.

Neben einem Stückchen mehr Chancengerechtigkeit würde ein günstiges Ticket auch den ÖPNV fördern und die Bindung der jungen Nutzer daran. Dieses verkehrspolitische Ziel haben Land und Landkreis natürlich im Blick. Auch der Zusammenschluss von sechs Landkreisen und vier Städten im Raum des Verkehrsverbundes Bremen/Niedersachsen, ZVBN, dient diesem Ziel.

Gescheitert sind die Verbandspläne daran, dass in Hannover an einer landesweiten Lösung gearbeitet wurde. Was das Ganze allerdings schwierig macht, sind die unterschiedlichen Zuständigkeiten. Demnach tragen die Landkreise die Verantwortung für den ÖPNV. Die haben sie auf den VBN als Zweckverband wegen der erforderlichen Großräumigkeit übertragen. Den schienengebundenen Personennahverkehr (SPNV) finanzieren hingegen die Bundesländer. „In diesem Fall spielt das eine große Rolle, weil Bremen und Niedersachsen mit den verbilligten Tickets Verluste entstehen“, informiert die Verwaltung. Das müsse kompensiert werden, ebenso wie die wegfallenden Einnahmen der Busunternehmen.

Während die Lösung in Hannover offenbar schon vorangetrieben ist, will dem wenige Tage alten Sachstandsbericht des ZVBN zufolge auch das Land Bremen bis Ende des Jahres die nötigen Beschlüsse fassen. Mit 30 Millionen Euro mehr Ausgaben im niedersächsischen Landeshaushalt für ÖPNV-Förderung rechnet das Wirtschaftsministerium in Hannover nach Angaben der Kreisverwaltung.

Die Höhe der Kosten, die auf den Landkreis Verden bei der Einführung des Tickets zukommen, halten sich nach den bisherigen Berechnungen des ZVBN bei einem mittleren fünfstelligen Betrag. Damit soll ausgeglichen werden, was den Verkehrsunternehmen entgeht, wenn die jungen Leute keine freiverkäuflichen Karten mehr erwerben.  

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