Ein Fest der Demokratie

600 Schüler setzen ein Zeichen für das Grundgesetz auf dem Rathausplatz

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Rund 600 Jugendliche von Schulen aus dem ganzen Landkreis Verden setzten gestern ein Zeichen für die Demokratie. Fotos: Oetjen

Auf die Straßen gehen, demonstrieren und ein Zeichen setzen muss nicht immer Protest bedeuten. Dass es sich mindestens genauso lohnt, für anstatt gegen etwas zu sein, bewiesen am Freitag rund 600 Jugendliche von Schulen aus dem ganzen Landkreis. Sie feierten in Verden ein Fest der Demokratie.

Verden - Das Weser-Aller-Bündnis: Engagiert für Demokratie und Zivilcourage (Wabe) hatte zum Sternmarsch geladen, um den 70. Geburtstag des Grundgesetzes zu feiern. Der Marsch startete am Domgymnasium, führte zum Bahnhof und endete in einer Kundgebung auf dem Rathausvorplatz, wo Rudi Klemm von Wabe die Schüler begrüßte. Sein Appell: „Geht mit offenen Augen durch die Welt. Kritisiert, was ihr falsch findet. Und kämpft für eine weltoffene Gesellschaft.“ Menschen- und Grundrechte seien wichtig, aber auch nichts wert, solange sie nur auf dem Papier zu finden seien und nicht verteidigt würden. „Beteiligt euch! Auch wenn Demokratie manchmal anstrengend ist, ist sie viel besser als jede autoritäre, rassistische und nationalistische Regierungsform“, schloss Klemm seine Begrüßung. Die Schüler würdigten seine eindringlichen Worte mit lautem Applaus und jeder Menge Zustimmung.

Anschließend ergriff Dr. Kathrin Packham, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Verden, das Mikrofon. Auch sie schaffte es in ihrer Rede, genau den Ton anzuschlagen, den die Jugendlichen verstehen – vor allem mit einfacher Sprache. „Rassismus nimmt zu, Sexismus nimmt zu. Das ist großer Mist“, betonte die Gleichstellungsbeauftragte nachdrücklich.

Die Landtagsabgeordnete Dörte Liebetruth (SPD) war auch am Start. In ihrem Europa-Pullover verteilte sie Grundgesetze – hier an Luca (17) vom Domgymnasium.

Packham erläuterte, weshalb Deutschland international für sein Grundgesetz beneidet werde. Des Weiteren riss sie die Geschichte Elisabeth Selberts an, die bekanntlich eine von vier Müttern des Grundgesetzes ist, und nach der künftig eine Verdener Kindertagesstätte benannt sein wird.

Nach den Wortbeiträgen von Rudi Klemm und Kathrin Packham machte sich die Bremer Band „brennholzverleih“ die Bühne zu eigen.

Ordnerinnen der unantastbaren Menschenwürde: Jana, Rieke und Eske (von links) von der IGS Oyten nahmen am Fest der Demokratie teil.

Währenddessen suchte sich auch die hiesige Landtagsabgeordnete Dörte Liebetruth den Weg durch die Schülerreihen, um die neusten Ausgaben des Deutschen Grundgesetztes zu verteilen – im Hosentaschen-Format. Der Andrang auf die kleinen Bücher, die mit einer Deutschlandflagge versehen sind, war riesig. Die Tasche von Liebetruth zunehmend leerer. Auch der 17-jährige Luca vom Domgymnasium ergatterte eine Ausgabe.

Die Band „brennholzverleih“ aus Bremen sorgte für Musik.

Das Angebot auf dem Rathausplatz wurde vervollständigt von Infoständen – unter anderem von der Polizei, Wabe, der Gewerkschaft Ver.di, der Menschenrechtsorganisation Amnesty International und Fridays For Future. Viele der Schüler nutzen ihre Gelegenheit, um mit einigen Experten ins Gespräch zu kommen.

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