Wonneproppen als Neuzugang

Alpaka-Fohlen Fee ist das jüngste Mitglied der Herde vom Halsetal

Zwei neugierige Mutter-Tochter-Gespanne: Mara und Maruta marschieren vorneweg, Fohlen Fee und Mutter Coco wollen auch wissen, was los ist.
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Zwei neugierige Mutter-Tochter-Gespanne: Mara und Maruta marschieren vorneweg, Fohlen Fee und Mutter Coco wollen auch wissen, was los ist.

Die Alkapaherde im Halsetal hat Nachwuchs erhalten. Fohlen Fee ist ein echter Wonneproppen.

Verden-Scharnhorst – Eins ist mal klar: Die Scharnhorster Alpakas der Familie Baden sind eine neugierige Truppe. Ein neues Gesicht, eine fremde Stimme, die von der Veranda her ertönt, schon setzen sie sich in Bewegung. Mal eben gucken, was da los ist. Da macht Fee, jüngstes Mitglied der kleinen Herde, keine Ausnahme. Auch wenn sie den Älteren, in diesem Fall Mara und deren Tochter Maruta, gerne den Vortritt lässt.

Stutfohlen Fee wurde am 19. Mai geboren. Nicht einmal eine halbe Stunde brauchte Mutter Coco, um ihren flauschig-weißen Nachwuchs auf der Weide zur Welt zu bringen. „Und dann so ein Brocken“, sagt Frauke Baden und es klingt dabei durchaus Respekt mit. 9,2 Kilo brachte Fee nach ihrer Geburt auf die Waage. Normal sei bei dieser Kamelart ein Geburtsgewicht zwischen fünf und acht Kilogramm.

Kaum war der Wonneproppen da, fing es in Strömen an zu regnen. Eigentlich seien Alpakas darauf bedacht, ihren Nachwuchs bei gutem Wetter zu gebären. „Damit das Fell schnell trocknet“, erklärt Werner Baden. Denn anders als bei anderen Säugetieren sei die Zunge der Alpakas zu kurz. Die Tiere könnten ihre Fohlen daher nicht trockenlecken. In Scharnhorst war es Werner Baden, der das Kleine, in Tüchter gehüllt, im Stall auf einer Lage frisches Stroh bettete.

Fees Mutter, die kakaobraune Coco mit dem weißen Schopf, ist seit Juni des vergangenen Jahres ein Alpaka vom Halsetal. Ursprünglich hatten die Badens sie aus Lehrte geholt als Gesellschaft für Mara und Maruta. Dass die achtjährige Stute nach weniger als einer Woche schon von Cocoberry, dem jüngsten der drei Hengste, gedeckt würde, „das ist nun Fügung“, kommentiert Werner Baden trocken den Umstand, dass die Situation „für ‘ne Minute entglitten“ sei. Im Normalfall werden die Hengste und Stuten strikt getrennt voneinander gehalten.

Fee trinkt. Sieben bis acht kleine Mahlzeiten gibt es pro Tag.

Eine Zeit lang waren Mara und Coco parallel trächtig. Dann erlitt Mara eine Fehlgeburt. Ihre zweite. Schon im vergangenen Frühsommer brachte die Stute ein Fohlen tot zur Welt. Auf Anraten anderer, erfahrenerer Halter ließen die Badens sie schon nach wenigen Wochen erneut decken. Andernfalls, so die Auskunft, könne die Stute traumatisiert werden.

„Wenn es dem Tier hilft, machen wir das“, beschlossen Frauke und Werner Baden seinerzeit. Doch nach Maras zweitem Abort ist nun Schluss. „Wir tun’s dem Tier nicht mehr an“, sagt Werner Baden entschieden. Und der Stute tut es gut. „Sie ist jetzt viel aufgeweckter, viel agiler“, hat Frauke Baden beobachtet.

Das gefällt: Patricia Baden verteilt Leckerlis.

Mara und Maruta fungieren nun wie zwei Tanten für die kleine Fee. Immer wieder sucht die Kleine die Nähe der beiden, und die lassen sich das gerne gefallen. Der Eindruck, dass sich Coco gar nicht um ihre Tochter kümmere, täusche aber, betont Frauke Baden. Komme jemand dem Fohlen zu nahe, dränge die Stute sich sofort dazwischen.

Für den Vater von Fee war die ganze Angelegenheit bereits mit dem Akt der Zeugung erledigt. Für die Versorgung des Nachwuchses sind allein die Stuten zuständig.

Cocoberry, Der kleine Lord und Gino, der Chef unter den Hengsten, haben im Halsetal andere Aufgaben – wenn man es denn so nennen will. Gemeinsam mit Tochter Patricia hat Werner Baden damit angefangen, das Trio daran zu gewöhnen, an der Leine zu gehen. Seit Juni bieten die Scharnhorster nun wieder das an, was aufgrund der Pandemie monatelang nicht möglich war: Spaziergänge mit dem Alpaka.

Wolle zum Verstricken, Einlegesohlen und mehr gibt es mittlerweile aus dem Fell der Scharnhorster Alpakas.

In kleinen Gruppen mit maximal sechs Personen geht es für rund eineinhalb Stunden durch die Ortschaft. Während ihre zweibeinigen Besitzer dabei aus dem Leben mit den Alpakas erzählen, geben die Vierbeiner das Tempo vor „Die kennen den Weg aus dem Effeff“, berichtet Werner Baden. „Wenn es da irgendwo eine Veränderung gibt, wir genau geguckt, ob eine Gefahr besteht“, beschreibt er das Verhalten der Fluchttiere.

Es geht also gemächlich durch Scharnhorst. „Sie sehen die Notwendigkeit zum Laufen nicht“, weiß Frauke Baden. Ausnahmen bestätigen aber auch diese Regel. Denn kaum schüttelt sie den kleinen Eimer mit den Leckerlis, verfallen die ansonsten eher behäbigen Tiere in einen flotten Trab.

Wenn Leckerlis winken, sind die Tiere sofort da und fressen Werner Baden aus der Hand.

Zu drollig sehen sie aus, wie sie da so stehen, einen langen Hals machen und den Badens gierig aus der Hand fressen. Nur zu gerne möchte man nach dem Puschel auf ihrem Kopf greifen, den einzigen langen Haaren, die nach dem Scheren kurz nach den Eisheiligen übrig geblieben sind. Doch so sanftmütig sie schauen und so flauschig die Alpakas sein mögen, es sind keine Schmusetiere. Das ist die erste Lektion, die die Teilnehmer der Spaziergänge lernen.

Wer den Kamelen dennoch ans Fell möchte, dem bietet sich ein guter Ersatz. Auf Bestellung lassen die Badens Steppdecken mit einer Füllung aus Alpakahaar anfertigen. Auch Einlegesohlen, Strümpfe oder Wollknäule zum Selberstricken sind im Angebot. Damit wollen die Badens im September auch bei der Hanselife in Bremen vertreten sein. Ohne ihre Tiere. Die dürfen die Idylle im Halsestal genießen.

Weitere Informationen zu den Alpakas in Scharnhorst und zu Spaziergängen mit den Tieren unter www.alpakasvomhalsetal.de.

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