Projekt nimmt weitere Hürde / 65 Wohneinheiten stadtnah und altengerecht

Verdener Sandberg: Ein Quartier mit Charme

Blick in das Sandbergviertel in Verden
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Blick in das Sandbergviertel: Auf circa 5000 Quadratmetern soll gebaut werden. Auch für die Nikolaikirche gibt’s Pläne. Möglich wäre auch ein Boarding-House.

Verden – Das Sandbergviertel im Stadtkern wird ein neues Gesicht bekommen. Der Ball rollt, nun ist das Spiel auch offiziell angepfiffen. In der Sitzung des städtischen Verwaltungsausschusses gab es – wie üblich hinter verschlossenen Türen – die notwendige Zustimmung für den Aufstellungsbeschluss des vorhabenbezogenen Bebauungsplans. Damit kann das Unternehmen V&V Hesse das Projekt vorantreiben. Doch was könnte auf dem Gelände entstehen? „Nichts ist fix, alles im Fluss. Wir sind zunächst mal froh, dass wir loslegen können“, so ein erstes Statement aus der Geschäftsführung zu dem positiven Bescheid.

Stadt Verden: Verwaltungsausschuss stimmt für Aufstellungsbeschluss des vorhabenbezogenen Bebauungsplans

Ideen für das Gelände haben die Verantwortlichen natürlich in der Schublade. Denn, so heißt aus der Unternehmensführung von V&V Hesse, die zuständigen Planer vom Verdener Architektur- Büro Tollé beschäftigten sich seit geraumer Zeit mit dem Gelände. Besonderen Wert legen die Verantwortlichen jedoch darauf, dass noch alles auf Anfang steht. „Dass seitens der Stadt und der Politik das Vorhaben mit dem Aufstellungsbeschluss zügig abgearbeitet wurde, sehen wir als zusätzlichen Ansporn. Der Einstieg in weitere Gespräche über das, was umsetzbar ist“, heißt es weiter aus der Unternehmensspitze.

Zustimmung der Stadt Verden als Einstieg in weitere Gespräche über das, was umsetzbar ist

Drei Gebäude sollen nach einem Vorentwurf auf dem rund 5 000 Quadratmeter großen Areal entstehen, ein viertes, die ehemalige Nikolaikirche, von Grund auf saniert werden. Insgesamt geplant sind circa 65 Wohnungen. Wer darin leben soll, da orientieren sich die Entwickler an dem Wohnraumkonzept der Stadt Verden. Angedacht sei zunächst, das Gelände für ältere Menschen, die innenstadtnah wohnen wollten, interessant zu machen. Der Bedarf sei groß. Barrierefrei, klar strukturiert und damit übersichtlich, bedingt kleinteilig, angelehnt an den Stil des angrenzenden Wohnviertels an der Sandbergsmauer.

Die Brandschutzmauer würde hinter dem größten der drei Neubauten verschwinden.

Drei Gebäude sollen nach einem Vorentwurf auf dem rund 5 000 Quadratmeter großen Areal entstehen. Und: Sanierung der Nikolaikirche

Die Parkplatzsituation und die immer wiederkehrende Diskussion um notwendige Stellplätze sollen in die weiteren Gespräche über die Nutzung des Geländes einfließen. Fakt ist allerdings, dass die Beteiligten zunächst mit wenig Autos und begrenztem Parkraum planen. Der Platz wäre zwar da, doch dem Quartier würde es nicht guttun und zukunftsorientiert wäre es, so ein weiterer Einwand, ebenfalls nicht. Wer dort wohnt, soll zudem in den Genuss von Carsharing kommen. Auch das schränke die Notwendigkeit von Parkplätzen ein.

Die Parkplatzsituation und die immer wiederkehrende Diskussion um notwendige Stellplätze sollen in die weiteren Gespräche über die Nutzung des Geländes einfließen

Die Zufahrt zum Sandbergviertel bleibt an der Oberen Straße. Das größere Gebäude, ein fünfstöckiges Mehrfamilienhaus, würde Stand jetzt, seinen Platz direkt am Komplex Ecke Herrlichkeit/Obere Straße 3 finden. Damit wäre zugleich der Blick auf die eher unansehnliche Brandschutzmauer Geschichte. Vornehmlich Wohnungen sollen in den fünf Stockwerken untergebracht werden. An der Ecke, mit Zugang von der Oberen Straße, sei zudem ein Geschäft/Ladenlokal denkbar. Auch die untere Etage wäre für besondere Nutzungen möglich. Davor, aufgeständert vor der ersten Etage, könnten die Menschen aus ihren Wohnungen auf grüne Terrassen blicken, darunter parkende Autos. „Eine Idee, dem Quartier damit einen besonderen Charme zu geben“, schlagen die Verantwortlichen vor.

Ein fünfstöckiges Mehrfamilienhaus könnte seinen Platz direkt am Komplex Ecke Herrlichkeit/Obere Straße 3 finden

Die Zufahrt von der Oberen Straße bleibt. Zwei Häuser müssten den Neubauten weichen.

Ein zweites Mehrfamilienhaus, voraussichtlich drei Etagen und angepasst an die angrenzende Bebauung, auch da soll gewohnt werden, sehen die Planungen an der Oberen Straße vor. Die bestehenden Gebäude, Hausnummer 5 und 7, seien begrenzt sanierungsfähig und sollen abgerissen werden. Gespräche, so sagt die V&V Hesse, würden bereits mit den Mietern geführt. „Wo notwendig, werden wir Lösungen finden“, lautet ein Versprechen. Im weiteren Verlauf, in Richtung Hotel Höltje, steht ein Haus unter Denkmalschutz. Das Denkmal bleibt erhalten, heißt es, und werde passend zum Umfeld saniert.

Die Nikolaikirche, längst keine Kirche mehr, aber ein Gebäude mit Geschichte und besonderen Möglichkeiten, prägt das Quartier

Und das Gelände bietet noch mehr Raum, wo sich die Planer austoben können. Gebaut werden soll, ebenfalls drei Etagen, vor der Nikolaikirche. Da gebe es über Umfang und Größe sicherlich Gesprächsbedarf, wissen die Beteiligten. Die Nikolaikirche, längst keine Kirche mehr, aber ein Gebäude mit Geschichte und besonderen Möglichkeiten, prägt das Quartier. Auch deshalb gibt es anspruchsvolle Vorstellungen. Ein sogenanntes Boarding-House mit Service-Angeboten wie Fitness und anderen Freizeitmöglichkeiten, oder aber Wohnraum, kleinteilig und deshalb erschwinglich. Auch da denkt V&V Hesse an das Klientel der älteren Generation. Die Bedingung, dass nur Ü60 auf dem Gelände wohnen wird, gebe es aber nicht: „Alles kann, nichts muss“, lautet das Credo

Sandbergviertel: Höhe der Investitionen steht noch nicht fest

Noch im Unbekannten liegt das, was auf dem 5000 Quadratmeter großen „Quartier mit Charme“ investiert werden soll. Es gebe zwar sicherlich die eine oder andere Vorstellung, doch solange die Architektur noch im vagen Bereich liege, sei es nur schwer, verlässliche Angaben zu machen, so ein Geschäftsführer von V&V Hesse.

Vorsichtige Prognose: Grundsteinlegung vielleicht in eineinhalb Jahren

Fakt ist, dass das Unternehmen für die Umsetzung der ambitionierten Pläne Investoren, darunter möglicherweise soziale Einrichtungen oder aus der Seniorenbetreuung, mit ins Boot holen möchte. „Dann könnten wir in vielleicht eineinhalb Jahren den Grundstein legen“, lautet eine vorsichtige Prognose.

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