Projekt nimmt erste Hürde im Fachausschuss / Diskussion um Parkplätze

Innenstadt Verden: Sandbergviertel - der Ball rollt

Blick in das Sandbergviertel
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Das Sandbergviertel soll bebaut werden. Blick auf den Gebäudekomplex Obere Straße 1 bis 3, an den einer der Neubauten andocken soll.

Verden – Das Sandbergviertel gleicht einem bunten Mix. Hochbauten, kleinteiliges Wohnen, Denkmalschutz und eine seit Jahrzehnten brachliegende Fläche. Nun soll darauf gebaut werden (wir berichteten). Aus der Kommunalpolitik gibt es durchweg positive Signale. „Historisch, ein Meilenstein der Stadtentwicklung“, fasste Frank Medenwald (CDU) im zuständigen Ausschuss zusammen. Der stimmte zum Einstieg in das Projekt dem Aufstellungsbeschluss zu.

Blick im Verdener Sandberg auf Pfützen und die Frage: „Wann passiert hier denn endlich mal was“

Es war zunächst eher ein von persönlichen Eindrücken geprägter Stimmungsbericht, denn eine Sachdiskussion, der sich im Ausschuss für Stadtentwicklung an den Vortrag von Fachplanerin Stephanie Thies anschloss. Kaum jemand aus dem Gremium, der nicht als Kind schon durch die Pfützen des unattraktiven, circa 5 000 Quadratmeter großen Geländes im Herzen der Stadt gelaufen ist und sich schon damals gefragt hat: Wann passiert denn hier mal endlich etwas? – „Und das ist bei mir immerhin schon über 40 Jahre her“, so Medenwald. SPD-Fraktionschef Carsten Hauschild freute sich über die Aussicht, „dass Leben auf das trostlose Gelände zurückkehrt“, Rasmus Grobe (Grüne) darüber, dass sich dort, mitten in der Stadt, „endlich etwas tut“. Lars Brennecke (CDU) unterstrich die Dringlichkeit des Projektes und sprach gar von einer „Operation am offenen Herzen.“ Michael Otten (SPD) sah ein Ende des „Dornröschenschlafes“, Wolfgang Hammer (CDU) das Schlusskapitel eines Geländes, „dass im Kern der Stadt kein Aushängeschild für Verden ist“.

Das Schlusskapitel eines Geländes, dass im Kern der Stadt kein Aushängeschild für Verden ist

Fachplanerin Stephanie Thies hatte zuvor noch einmal kurz umrissen, was sich das Unternehmen V&V Hesse auf dem Areal vorstellt. Entstehen sollen drei neue Gebäude mit insgesamt 49 Wohnungen, ob zur Miete oder als Eigentum, stehe noch nicht fest.

Der größte Bau, fünf Stockwerke hoch, grenzt unmittelbar an die Brandschutzmauer des Blocks Obere Straße 1 bis 3. Einem weiteren Bau, drei Stockwerke hoch, müssen im Anschluss die Häuser Obere Straße 5 und 7 weichen. Ein drittes Gebäude soll in gleicher Höhe in Nähe der Nikolaikirche entstehen. Die Kirche selbst ist ebenfalls Teil des Projektes. Nach Sanierung und Umbau sind dort 18 Wohnungen geplant.

49 Wohnungen, ob zur Miete oder als Eigentum, stehe noch nicht fest

Gab es durchweg Zustimmung zur Entwicklung des Vorhabens, rückten bereits Detailfragen in den Mittelpunkt der Diskussion. Ein Stellplatzschlüssel von 0,5 pro Wohneinheit, das Angebot von Car-Sharing und damit eine weitere mögliche Reduzierung von Parkplätzen durch den Bauherrn, da schlug Lars Brennecke Alarm. „Wir sollten nicht vom üblichen Stellplatzschlüssel abweichen“, merkte er an. „Wir brauchen Parkplätze.“ Dafür erntete er energischen Widerspruch von Stephanie Thies: „Das Vorhaben angesichts der zentralen Lage, wo alles fußläufig zu erreichen ist, danach auszurichten, ist von vorgestern.“

Lebhafter Wechsel an Wortbeiträgen über ein Für und Wider von Parkplätzen

Es entwickelte sich daraus ein lebhafter Wechsel an Wortbeiträgen über ein Für und Wider, letztendlich mit dem Hinweis: Über eine Lösung müsse im laufenden Verfahren und mit dem Investor verhandelt werden. Auch das angrenzende Hotel Höltje solle dabei zu Wort kommen.

Blick aus der Vogelperspektive auf den Plan: Die Nikolaikirche (vorne, dunkles Dach) sowie die Anordnung der drei Neubauten ist zu erkennen.

Höhe der Gebäude und Präsenz der Nikolaikirche hinterfragen

Redebedarf gab es auch hinsichtlich der Größenordnung und vor allem der Höhe der Gebäude und deren Anordnung auf dem Areal. Rasmus Grobe legte Wert auf die Präsenz der Nikolaikirche, die durch die Bauten nicht verloren gehen sollte. Unbedenklich wäre ein Durchbruch der Sandbergmauer in Höhe der Nikolaikirche, um damit einen Zugang in das Gelände zu schaffen. „Da gibt es keinen Denkmalschutz“, so Planerin Thies.

Ohne Denkmalschutz geht es auf dem geschichtsträchtigen Boden allerdings nicht. In der Erde liegt Verdener Geschichte, darauf stehen im Sandberg weitere Gebäude, geprägt von Verfall. „Da müsste auch etwas getan werden“, mahnte Wolfgang Hammer.

Startsignal für eine Entwicklung des Geländes

Dem Aufstellungsbeschluss, Startsignal für eine Entwicklung des Geländes, standen die Einwände dennoch nicht im Wege. Einstimmig gab das Gremium grünes Licht. „Wichtig ist, dass der Ball jetzt rollt, dass wir im Spiel sind“, so Ausschussvorsitzender Medenwald.

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