Investor plant Büros

Sabatier-Kunsthalle in Verden vor dem Abriss

Blick auf Parkplatz und Lagerhalle
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Blickfang am Bahnhof: Das Sabatier-Gelände mit den gekreuzten Schwertern im Giebel.

Verden – Noch ziehen die gekreuzten Schwerter hoch oben im Giebel die Blicke auf sich. Aber die Tage von Meissner Porzellan und auch sonstigem Kunsthandwerk aus vergangenen Jahrhunderten an dieser Stelle sind offenbar gezählt. Das ehemalige Sabatier-Areal im Bahnhofs-Umfeld steht vor dem Abriss. An seine Stelle sollen Büros, Praxen und kleine Appartements treten. In die Öffentlichkeit gelangt das Thema erstmals am kommenden Mittwoch. Der Ausschuss für Stadtentwicklung will die Weichen stellen.

Die Pläne der Oytener GFG-Verwaltungs-GmbH mit Geschäftsführerin Theresa Ehrichs sind offenbar schon weit gediehen. Der mächtige Parkplatz mit der bronzenen Weltkugel und das dahinter liegende großräumige Antiquitäten-Lager sei bereits erworben. Darüber hinaus gehende Kaufverträge mit den Eigentümern zweier folgender Häuser an der Bahnseite der Bergstraße lägen den aktuellen Besitzern vor, sie sollen den Angaben zufolge kurzfristig beurkundet werden. Im Grunde greift die GFG nach der kompletten Fläche entlang der Bahn zwischen den Fußgängertunneln Friedrichstraße und Syringenweg, lediglich ein schmaler Gebäudestreifen an der Bergstraße, etwa ein Viertel der bisherigen Fassadenreihe, bleibt von den Bauplänen unberührt.

Vorgesehen sind auf dem zur Cluventhalstraße hin schmaler werdenden Grundstück mit rund 3700 Quadratmetern vor allem Parkplätze sowie drei Vollgeschosse und ein Staffelgeschoss. Der gegliederte Gebäudekörper soll parallel zur Bahntrasse und zur Bergstraße errichtet werden, wobei es von der Bergstraße etwas abrücke, heißt es, um eine Eingrünung durch eine straßenbegleitende Baumreihe zu ermöglichen. Zur Bergstraße hin ist eine Dachterrasse vorgesehen, zu den Gleisen ein Gründach.

Für innerstädtischen Bereich in Verden liegt noch kein Bebauungsplan vor

Alles kühne Pläne allerdings, die erst im Anfangsstadium stecken. Noch liegt für diesen innerstädtischen Bereich nicht mal ein Bebauungsplan vor. Genau das will der Investor jetzt auf den Weg bringen, auf eigene Kosten, versteht sich. Der Verwaltungsausschuss, der am 5. Oktober tagt, soll endgültig entscheiden.

Das Bauamt der Stadt kann dem Projekt schon mal eine Menge abgewinnen. „Aufgrund der unmittelbaren Lage an der Bahn und des urban geprägten Umfeldes in zentraler Innenstadtlage eignen sich die Flächen für eine intensivere bauliche Nutzung. Durch die Anordnung der Baukörper parallel zur Bahn können sie Lärmschutz für die westlich gelegenen Bereiche bieten“, heißt es in der Vorlage, die am Mittwoch auf den Tisch kommt. Die Erschließung des Vorhabens erfolge über die Bergstraße. Erforderliche Stellplätze für Autos seien sowohl nördlich als auch südlich des Gebäudes vorgesehen. Die Erschließungssituation, die Gestaltung des Gebäudes, der Freianlagen und einiges mehr seien im Zuge des Bauleitplanverfahrens noch weiter auszuarbeiten.

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Die Firma Sabatier war in den 70er- und 80er-Jahren groß geworden. Ein bundesweites Echo erlebte sie verschiedenen Pressebeiträgen zufolge als Vermittler hochwertiger Handwerkskunst vergangener Jahrhunderte aus den ehemaligen DDR-Gebieten. Sabatier galt als einer der besten Abnehmer unter anderem beim Meissner Porzellan. Er genoss den Angaben zufolge den Ruf eines Großkunden, Mitarbeiter durften wie bei einer Schatzsuche die ganze Ostrepublik bereisen.

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