Fieberschübe im Urlaub

AOK Verden rät zu Ruhe und Nichtstun statt sich Erlebnisstress aufzuladen

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Die Erfahrung, an den freien Tagen krank zu werden, macht jeder fünfte Berufstätige. 

Verden - Wochenlang hat man geschuftet und sich auf den Urlaub gefreut. Doch gleich am ersten freien Tag passiert es: ein Fieberschub, die Nase läuft, der Kopf dröhnt. „Es kommt häufiger vor, dass Menschen im Urlaub oder am Wochenende krank werden. Betroffen sind vor allem beruflich stark belastete“, berichtet Maike Jaschok, Presse und Öffentlichkeitsmitarbeiterin der AOK in Verden. „Leisure Sickness“ heißt das Phänomen und wird ins Deutsche mit Freizeitkrankheit übersetzt. Dabei ist es nicht die freie Zeit, die krank macht, sondern der Stress vor der Ruhephase.

„Viele Berufstätige merken erst in den Erholungsphasen, wie sehr sie sich körperlich und geistig angestrengt haben“, sagt Maike Jaschok. „Sie sind oft ehrgeizig, pflichtbewusst und bekommen die Arbeit nicht aus dem Kopf. Das zeigt sich zum Beispiel daran, dass sie ständig erreichbar sind.“

Auf die ungewohnte freie Zeit reagiert der Körper mit Symptomen wie grippalen Infekten, Halsschmerzen, Fieber, Müdigkeit sowie Kopfschmerzen und Übelkeit. Oft leiden die Betroffenen auch unter Schlafstörungen. Die Ursache liegt im Stresssystem des Körpers. „Bei Stress arbeitet das Immunsystem auf Hochtouren.

Hört der Stress auf, produziert das Immunsystem weniger Abwehrzellen, sodass Krankheitserreger leichteres Spiel haben“, erklärt Jaschok in einer Pressemitteilung der Krankenkasse.

Berufstätige sollten lernen, Erholungsphasen bewusst in ihren Arbeitsalltag einzubauen. Denn eine länger andauernde hohe Arbeitsbelastung ohne Phasen der Regeneration kann zu psychosomatischen Erkrankungen führen. Vor allem der Feierabend sollte der Erholung dienen; sei es bei einem gemütlichen Abendessen mit der Familie oder Freunden, einem Buch oder mit ruhiger Musik vor dem Einschlafen.

Regelmäßige Bewegung und sportliche Aktivitäten gehörten erwiesenermaßen zu den besten Mitteln gegen Stress. „Es hilft zum Beispiel schon, dreimal pro Woche 30 Minuten lang in schnellerem Tempo spazieren zu gehen“, so Jaschok. Auch Entspannungsmethoden wie Yoga, Meditation, Tai-Chi oder Qigong trügen dazu bei, den Kopf freizubekommen.

In den Urlaub starte man am besten, indem man sich ein oder zwei Tage Ruhe und Nichtstun gönnt, möglichst ohne Hektik am Urlaubsort ankomme und am ersten Tag früh schlafen gehe. Der Erholung schade es auch, die freie Zeit mit Aktivitäten vollzupacken – statt des Arbeitsstresses erfahre man dann Erlebnisstress.

„Es kann viel erholsamer sein, auch mal spontan zu entscheiden, welche Unternehmungen man machen will“, rät Jaschok. Smartphone und Laptop dürften zudem auch mal ausgeschaltet bleiben.

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