Bitumenschicht von der Aufpflasterung gekratzt

Elisabeth-Selbert-Straße: Bodenwelle wieder da – gerast wird trotzdem

 Die Aufpflasterung in der Elisabeth-Selbert-Straße.
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Blank gekratzt und alles wie früher: Die Aufpflasterung in der Elisabeth-Selbert-Straße ist zurück. Weiterhin gilt Tempo 30 in dem Wohngebiet.

Wer es war, bleibt im Dunkeln. Über Nacht war im Sommer mit Bitumen eine Aufpflasterung in der Elisabeth-Selbert-Straße eingeebnet worden. Nun wurde, ganz offiziell, alles rückgängig gemacht. Es gilt Tempo 30 - oder doch nicht?

Verden – Über Nacht und von der Öffentlichkeit unbemerkt, so war im Sommer dieses Jahres die Erhebung an einer Aufpflasterung in der Elisabeth-Selbert-Straße verschwunden. Eingeebnet mit klebrigem Bitumen. Der Handwerker blieb unbekannt. Nun ist der „operative Eingriff“ Geschichte. Die Kante, als Bremse für Schnellfahrer gedacht, ist zurück. „Tempo 30 ist Vorschrift und das bleibt auch so“, hatte Rainer Kamermann von der Verwaltung mehrfach versichert.

Elisabeth-Selberst-Straße: Tempo 30 ist Vorschrift und das bleibt auch so

Kein großes Aufhebens machte der Fachbereich um den Rückbau, der vor knapp einem halben Jahr für allerhand Wirbel gesorgt hatte. War ursprünglich noch von einem „nicht unerheblichen Schaden“ die Rede, ließ sich der Eingriff mit städtischen Bordmitteln abarbeiten. Das eher laienhaft aufgebrachte Material zeigte nach knapp einem halben Jahr Ermüdungserscheinungen. Es bröselte an den Ecken. „Mitarbeiter des Betriebshofes brauchten zwar geraume Zeit, um die Schicht abzulösen, aber die Straße ist unbeschädigt und das Pflaster auch. Nur kleinere Spuren blieben zurück“, so Kamermann. Auch die dürften, nach ein paar Autofahrten, abgearbeitet sein.

Noch vor einem halben Jahr sah das zunächst ganz anders aus. Wer aus dem Kreisel in Dauelsen in die Elisabeth-Selbert-Straße bog, der fuhr bis zur besagten Nacht im Normalfall nach circa 200 Metern über eine erste Aufpflasterung, und zwar da, wo ein Schulweg aus der Innenstadt in Richtung Berufsbildende Schulen in Dauelsen die Fahrbahn kreuzt. Der Radfahrer hat Vorfahrt, aus welcher Richtung auch immer, der Autofahrer muss warten. Eigentlich kein Problem, Tempo machen ging eh’ nicht, dafür sorgte die besagte Bodenwelle. Bis sie dann urplötzlich verschwunden war. Sehr zum Ärger der Verwaltung.

Das Hindernis erfüllt seinen Zweck und gehört in die Tempo-30-Zone

In einer öffentlichen Fachausschusssitzung hatte der Fachbereich Straßen und Stadtgrün über die „Nacht- und Nebelaktion“ informiert, keine Zweifel aufkommen lassen, dass das Hindernis seine Zweck erfülle und in die Tempo-30-Zone gehöre. Der Rückbau habe allerdings seinen Preis. Weil widerrechtlich und eben auch noch unsachgemäß, setzte sich die Stadt gegen den Eingriff in den Straßenverkehr zur Wehr und stellte Strafanzeige gegen Unbekannt. „Die fachgerechte Wiederherstellung kostet uns eine Stange Geld, auch deshalb die Anzeige“, so Kamermanns Begründung damals.

Die Polizei nahm nach Eingang der Anzeige die Ermittlungen auf, auch wenn schnell klar wurde, dass sich der oder die Täter nur schwer ermitteln lassen. Unklar bleibt, warum die doch sehr aufwendige „Umgestaltung“ offenbar unbemerkt vorgenommen werden konnte. „Ohne Zeugen ist da aber nur sehr schwer was zu machen. Aber vielleicht meldet sich ja nach einem neuerlichen Aufruf doch noch jemand“, hieß es von der Polizei. Eine Rückmeldung oder Hinweise gab es aber nicht. Das Verfahren wurde eingestellt.

Polizei Verden: Eine Rückmeldung oder Hinweise gab es aber nicht. Das Verfahren wurde eingestellt.

Bei der Stadt warteten die Verantwortlichen mit dem Rückbau noch ab, in der Hoffnung, ein Täter ließe sich vielleicht noch finden. Außerdem kam eine für den Rückbau notwendige Sperrung der Straße wegen des  Baus der neuen Kita nicht infrage. Nun sind die Kinder in die Tagesstätte eingezogen, die Bodenwelle ist zurück und soll dafür sorgen, dass es – höchstens – bei Tempo 30 bleibt. Was offensichtlich trotz Aufpflasterung und Hinweisschildern sehr schwer fällt, wie ein kleiner Spaziergang durch die Straße belegte. Also: Fuß vom Gas! Gut für die Kinder und die Radfahrer freuen sich auch.

Von Markus Wienken

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