Baustart am 1. November

Historischer Moment in Verden: Auftrag vergeben für neue Nordbrücke

Brücke von unten
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Aus drei mach zwei: Während jetzt noch ein Brückentrio über die Aller führt, wird das nun in Auftrag gegebene neue Bauwerk nur noch aus zwei Teilen bestehen.

Verden – Historischer Tag für eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen im südlichen Landkreis. Am gestrigen Donnerstag erteilte die Straßenbaubehörde Verden den Auftrag für den Neubau der Nordbrücke über die Aller.

Das bestätigte Behördenleiter Rick Graue auf Nachfrage. Dem Vernehmen nach soll eine Firma aus dem Süddeutschen zum Zuge gekommen sein. Damit können die Arbeiten an dem rund 500 Meter langen Abschnitt im Zuge der Bundesstraße 215 zwischen Hutberger Kurve und Nordertor-Kreisel wie geplant am 1. November beginnen.

Verden: Neue Brücke über die Aller

Noch allerdings ist die kommende stahlblaue Trasse über den Fluss nicht vollständig in trockenen Tüchern. Der Gesamtbau war in mehrere Fachlose aufgeteilt, um auch kleineren Unternehmen eine Angebotsabgabe zu ermöglichen. Klärungsbedarf gibt es jetzt beim Straßen- und Erdbau. „Einer der Bieter hat die Vergabekammer angerufen“, bestätigt Graue.

Erd- und Straßenbau: Einer der Bieter ruft Vergabekammer an

Die Lüneburger Behörde, die direkt dem Wirtschaftsministerium angeschlossen ist, wird sich des Falles annehmen, und daraus resultiert ein Zeitspiel, dessen Ende noch nicht abzusehen ist. „Die Beteiligten verlangen Akteneinsicht, sie werden das Verfahren ausgiebig prüfen.“ Möglicherweise gehe alles ganz schnell, bis Ende Oktober vielleicht nur, genauso sei es denkbar, dass die Entscheidung Monate auf sich warten lasse.

Gemeinsamer Stützpfeiler auf der Allerinsel, verbunden durch zwei gespiegelte Bauwerke: Gut 15 bis 30 Meter nördlich der jetzigen Überführung entsteht die neue Nordbrücke.

Eines allerdings bleibt dem kommenden mächtigen Stahlbogen über die Aller erspart. Er wird allen Materialpreis-Explosionen zum Trotz nicht teurer als vor einem Dreivierteljahr geschätzt. „Nein, wir bleiben im Rahmen“, erklärt Graue. Im zurückliegenden Dezember hatte die Straßenbaubehörde Verden die Baukosten um vier auf 34 Millionen Euro nach oben korrigiert.

Der Baustart am 1. November fällt indes unspektakulär aus. Er beginne mit der Baustelleneinrichtung, so Graue, er setze sich fort mit der Anlage einer Baustraße auf der Insel zwischen Hauptstrom und Alter Aller, dies allerdings schon eine technisch anspruchsvollere Aufgabe, es folge der Einbau eines sogenannten Sandfangs zum Reinigen von Regenwasser. Beim weiteren Zeitplan sei man zunächst auf Hochwasser jeweils von Oktober bis Ende Februar eingestellt.

Brücke ist künftig 8,70 Meter für Autos und zweimal 2,5 Meter für Radler breit

Der Tiefbau solle kurz vor Weihnachten nächsten Jahres abgeschlossen sein, die Überbaumontage im März übernächsten Jahres, ehe die Stahlbetonarbeiten und der Straßenbau auf dem neuen Überbau bis März 2024 andauern. Anschließend könne der Verkehr fließen. Das Altbauwerk solle schließlich bis Weihnachten 2024 demontiert sein.

Berufspendler und Co, insgesamt 15.000 und mehr Fahrzeuge pro Tag, müssen sich indes nicht auf epochale Staus einstellen. Der Neubau wird smart auf der nördlichen Seite in einem Abstand von 15 bis 30 Metern um die alte Brücke herumgeführt, ehe sich die kommende Trasse an der Hutberger Kurve und am Nordertorkreisel wieder in die Bundesstraße 215 einfädeln. Aufgrund der Verkehrsbedeutung der B215 und fehlender Alternativrouten werde die Fahrbahn in einer Breite von 8,70 Metern hergestellt, damit sei bei Instandsetzungsarbeiten eine einstreifige Verkehrsführung auch für Lkw möglich. Beidseitig werde ein gemeinsamer Geh- und Radweg in einer Breite von 2,50 Metern angelegt. „Durch diese Querschnittswahl wird die erforderliche Verkehrssicherheit gewährleistet“, so Graue.

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Auch die bisherige Grundstruktur wird verschwinden. Die vorhandene Brücke besteht aus zwei Bauwerken sowie einem Damm auf der Allerinsel.

Zusätzlich besteht in der westlichen Aue ein drittes Bauwerk, das den Hochwasserabfluss sichert. Die neue Allerbrücke verläuft über zwei Dreifeldträger, die sich auf der Allerinsel einen Stützpfeiler teilen. Im Seitenbild erscheint es wie ein durchgehendes Bauwerk, konstruktiv sind es zwei gespiegelte Bauwerke. Bei der Farbe habe man sich auf stahlblau verständigt, was in etwa dem Erscheinungsbild der neuen Eisenbahnbrücke entspricht.

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