Von Verden nach Berlin: Jungbauern mit Treckern zur Demo

Vollgas und lautstark für bäuerliche Landwirtschaft

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Gut gelaunt auf Tour (v.l.): Henric Debus, Lea Bergmann, Elisabeth Fresen und Hannes Busch brachen gestern mit ihren Treckern nach Berlin auf.

Verden - Von Markus Wienken. Es ist ein hochgestecktes Ziel, das Jungbäuerinnen und -bauern, egal ob bio oder konventionell ausgerichtet, vor Augen haben: „Schluss mit der Agrarindustrie und für eine bäuerliche Landwirtschaft“, fordert Elisabeth Fresen aus Eitze. Dafür setzte sich die junge Frau heute, auf dem Rathausplatz in Verden, auf ihren Trecker und brach mit weiteren Mitstreitern mit Vollgas in Richtung Berlin auf. So oder so, die Zeit drängt, am Sonnabend ist große Demo.

Als die Gruppe um Elisabeth Fresen die Verdener Innenstadt mit ihren schweren Fahrzeugen ansteuerte, war einer der Trecker schon richtig warm gelaufen. Jungbauer Eimo Kleemann hatte in Nordfriesland schon früh morgens, um 5.45 Uhr, nach dem Frühstück auf seinem „Bock“ Platz genommen, um gegen 10.30 Uhr und circa 170 Kilometer weiter auf seine Mitstreiter zu treffen. „Es ist zwar sehr zeitaufwändig, aber mein Bruder und mein Vater sind zuhause und kümmern sich um den Betrieb.“ Und der fünftägige Einsatz, daran lässt Eimo Kleemann keinen Zweifel, sei für eine gute Sache. „Wir sind ein Familienbetrieb, machen konventionelle Landwirtschaft, sehen uns aber mit Bio- und Ökobauern auf einer Linie, wenn es um faire Preise und Marktbedingungen geht“, betonte er.

Neben Eimo Kleemann stand Hannes Busch. Er arbeitet auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in Verden-Eitze. Biologischer Anbau ist „sein Ding“. „Doch egal ob bio oder konventionell, uns allen geht es darum, ein Signal für die bäuerliche Landwirtschaft zu setzen.“ Bei der Demo in Berlin, so sagte er, werde für und nicht gegen etwas demonstriert. „Da sitzen wir alle in einem Boot. Wachsen oder weichen, dass kann es doch nicht sein.“

Lea Bergmann nickte zustimmend. Die junge Frau ist Auszubildende auf dem Lohmannshof in Westen und arbeitet gerne auf dem Bio-Betrieb. „Aber wir wollen deutliche Signale, dass sich die Arbeit lohnt und attraktiv ist, dann werden sich wieder mehr junge Menschen für den Beruf als Landwirt interessieren.“

Ein klares Zeichen von der Politik fordert Elisabeth Fresen. Die Eitzer Bäuerin will grundsätzlich die Abkehr von der Industrialisierung, hin zu einer flächengebundenen Landwirtschaft. „Gesunde und ökologische Lebensmittel sollen für den vorwiegend regionalen Markt erzeugt und vom Lebensmittelhandwerk weiterverarbeitet werden“, betonte sie. Und: „Es muss Schluss sein mit der Förderung von Agrarkonzernen. Wir brauchen eine Qualitätsoffensive.“

Unterstützung bekommt die Verdener Gruppe im Wendland, das sie heute Abend erreichte. Die Ankunft in Berlin ist für morgen, Freitag, geplant, ehe dann am Sonnabend, ab 12 Uhr, auf dem Potsdamer Platz demonstriert wird. Mit circa 90 Treckerfahrern und hoffentlich viel Fußvolk wollen die Organisatoren lautstark für ihre Forderungen werben. Das Motto der Veranstaltung: „Wir haben es satt.“

mw

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