Virtuoser Gitarren-Kobold und hingebungsvolle Geigerin

Tim McMillan und Rachel Snow aus Australien begeistern ihr Publikum Liekedeeler

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Tim McMillan und Rachel Snow sorgten im Liekedeeler für viel Abwechslung. 

Verden - Ein Sommerkonzert der ganz besonderen Art gab es am Mittwoch im Liekedeeler. Das australische Duo Tim McMillan (Gitarre) und Rachel Snow (Geige) eröffnete faszinierende Klangwelten. Mit seinem amüsanten Denglisch sorgte McMillan zwischen den Stücken zudem für großartige Unterhaltung.

Tim McMillan spielte schon mit Gitarrenlegenden wie Al Di Meola, Dominic Miller (Sting) und Kaki King. Der Songwriter lässt sich keiner bestimmten Stilrichtung zuordnen. In seiner Musik findet man Folk, Jazz, Klassik, Blues und manchmal sogar etwas Heavy Metal. „Goblincore“ nennt McMillan seinen unverwechselbaren Stil, „Goblin“ bedeutet „Kobold“. Und wie ein Kobold springt der Australier auch zwischen den Stilen umher und beeindruckt sein Publikum immer wieder mit seiner Fingerfertigkeit.

Auf seiner „Hiareth-Tour“, benannt nach der aktuellen CD, wird McMillan von der klassisch ausgebildeten Geigerin Rachel Snow begleitet. Die beiden Künstler lassen Gitarre und Geige zu einer wunderbaren Einheit verschmelzen, der sich auch niemand aus dem Verdener Publikum entziehen konnte. „Ecdysis“, „Owl Dance“ oder „Tamacun“ lauten einige Titel der CD. Genauso geheimnisvoll und verzaubernd klingt die Musik. Manchmal begleiteten McMillan und Snow ihre Songs mit Gesang, der aber zart im Hintergrund blieb und das Mystische der Musik noch unterstrich.

McMillan faszinierte zudem mit seiner schier unglaublichen Fingerfertigkeit. Daneben benutzte er seine Gitarre auch als Schlaginstrument. Besondere Effekte verlieh er seiner Musik zudem mit der elektronischen Stomp-Box. Rachel Snow gab den Stücken durch hingebungsvolles Geigenspiel zusätzlichen Reiz und noch mehr Tiefe. Bei den lebhafteren, irisch angehauchten Stücken klatschte das Publikum sofort mit. Auch die dynamischen spanisch inspirierten Gitarrenklänge rissen alle mit.

Die Pause zwischen den Stücken, wenn er ausgiebig seine Gitarre stimmte, nutzte McMillan dazu, sein Publikum mit seinen Anekdoten zu unterhalten. Sein Lieblingswort, das er immer einfügt, wenn er nicht weiter weiß, lautet „Dingsbums“. Er erzählte von den beiden kleinen australischen Dörfern, in denen er und Rachel aufgewachsen sind, von einem Bier mit Al Di Meola oder, dass er auf der Cebit schon einmal vor der Bundeskanzlerin gespielt habe.

Einmal habe er sich den Ellenbogen verletzt und zwei Monate keine Gitarre spielen dürfen, erzählte er und demonstrierte prompt, welche Töne man dem Instrument einhändig entlocken kann. Und als er sich an den Gameboy in seiner Jugend erinnerte, ließ er die Tetris-Musik erklingen.

Zwischendurch ging McMillan ins Publikum und ließ Gäste den Takt auf der Gitarre klopfen oder einige Saiten anschlagen. Mit seiner auf Englisch gesungenen Interpretation des Songs „Am Fenster“ von City überraschte das Duo ein weiteres Mal. Am Ende gab es für die beiden Ausnahmekünstler viel Beifall, sodass sich die zwei gerne zu einer Zugabe überreden ließen. 

ahk

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