Für die Zeit nach Corona

Verden plant 15 Maßnahmen für Fußgängerzone

Tulpen in Stadtzentrum.
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Schönere Fassaden, mehr Farbe: Die Stadt Verden legt einen Strauß mit 15 Maßnahmen für die Stärkung der Innenstadt nach Corona vor.

Verden – Plötzlich ist in der Verdener Innenstadt nichts mehr tabu. Wer früher die Fassade seines Hauses in der Fußgängerzone für nicht mehr so schön hielt, der wurde ermuntert, sie doch streichen zu lassen. Auf eigene Kosten natürlich. Künftig kann er dafür voraussichtlich Fördergelder beantragen. Und die Ladeneinrichtung müsste auch auf einen neueren Stand gebracht werden?

Dafür gibt‘s ebenfalls Zuschüsse. Das sieht in groben Zügen der Zukunftsfonds Innenstadt vor, mit dem die Stadt Verden ihre gute Stube fit machen will für die Zeit nach Corona. Allein in diesem Jahr stehen rund 100 000 Euro zur Verfügung, in den nächsten beiden Jahren jeweils 200 000 Euro.

Der Wettbewerb mit dem Online-Handel, die wochenlangen Schließungen der Läden, die katastrophalen Auswirkungen für die Gastronomie, die seit fast einem halben Jahr nicht mehr öffnen darf – Wirtschafts- und Handelsorganisationen schlagen Alarm. Den Innenstädten drohe der Kollaps. Grund genug für die Stadt Verden, einen ganzen Korb voller Unterstützungs-Ideen auf den Weg zu bringen. Die Vor-Beschlüsse für die Innenstadt 3.0 fielen im Stadtrat einstimmig. Birgit Koröde vom Fachbereich Stadtentwicklung trug jetzt einen Maßnahmenkatalog mit nicht weniger als 15 Einzelpunkten zusammen. Einiges davon läuft schon, die „Probierstadt“, zum Beispiel, für angehende Ladenbesitzer oder das kostenlose Parken, anderes ist in Vorbereitung, darunter der Zukunftsfonds und eine gemeinsame Internetplattform für Verdener Geschäftsleute. „Bis zu den Sommerferien sollen weitere Entscheidungen gefallen sein“, sagt Koröde auf Nachfrage.

Jetzt gehe es ans Eingemachte, ins Detail, und das macht vieles nicht einfacher. Wer darf unter welchen Voraussetzungen wieviel Geld für welche Maßnahmen in oder an seinem Gebäude beantragen? Dürfen auch Ladenmieter Förderbeträge zum Verschönern des von ihnen genutzten Objektes einfordern? Welche Chance haben Firmengründer mit einem Antrag auf Mietzuschuss? Drei Fragen, einfache Fragen, auf die klare Antworten fern jeder Willkür gesucht werden. Das Rathaus will eine Empfehlung erarbeiten, die in die Politik geht. Koröde: „Ziel ist eine Entscheidung über die Richtlinien möglichst schon bis zu den großen Ferien.“

Die Zeit drängt. Erstmals in vollem Umfange hatte Koröde das Maßnahmen-Bündel bei der Online-Auftaktveranstaltung für die Innenstadt 3.0 vor zwei Wochen vorgestellt. Es dauerte nicht lange, da ploppte im E-Mail-Ordner bereits die erste konkrete Nachfrage aus dem Kreis der gut drei Dutzend Teilnehmer auf. Und das, obwohl Koröde nur die Themen-Übersicht präsentierte und Details noch im Nebel blieben.

Zeitgleich lotet das Rathaus die Chancen für eine gemeinsame Online-Plattform des Innenstadthandels aus. Der Niedersächsische Gemeindebund wagte in der jüngsten Ausgabe seiner Verbandszeitschrift schon mal einen Ausblick auf das Jahr 2050. „Lokale Geschäfte und Onlinehandel ergänzen sich, der regionale Shopping-Prozess wird so gestaltet, dass er besser als der Einkauf im Onlinehandel ist. Effektiv agierende Lieferdienste sind mit neuen Service-Ideen längst Standard. So wird Hilfe bei der Inbetriebnahme größerer Geräte angeboten oder die Rücknahme und Wiederverwendung der Verpackung“, heißt es in den Ausführungen.

So forsch wird es in Verden nicht laufen, und schon gar nicht vom grünen Tisch aus. Das steht fest. „Wir brauchen erstmal eine Datenbasis und anschließend die Meinung der in Frage kommenden Firmen“, sagt die Fachbereichsleiterin Stadtentwicklung. Der kommunale Online-Entwickler Cima-Digital führt gegenwärtig einen Präsenzcheck zur Messung der Online-Sichtbarkeit und Digitalfitness Verdens durch. Nach Durchlauf der ersten Etappen solle in Workshops geklärt werden, wohin die Reise gehe, so Koröde.

Der gründliche Umgang mit dem Thema Innenstadt-Onlinehandel macht Sinn. Er binde Personal, gibt Koröde zu bedenken, die digitalen Homepage-Seiten müssten gepflegt, es müssten Services aufgebaut werden. Neue Fotos von den Produkten, eventuell neue Preise, neue Blickfänge, alles durchaus aufwendig. Auch die beauftragte Cima-Digital verschweigt die Risiken einer solchen Online-Plattform inzwischen nicht mehr. Breiten Raum im Portal des Münchner Unternehmens nimmt ein Bericht über eine regionale Initiative ein. Schlagzeile: Das Kaufhaus Österreich, die lokale Alternative zu Amazon, wurde nach nur knapp zweimonatiger Betriebslaufzeit wieder eingestellt.

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