Nach nur zwei Monaten

Verdener Fördertopf für Lastenfahrräder schon erschöpft

Junger Mann auf beladenem Lastenfahrrad
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Wendig und praktisch: Felix Haack, Azubi in der „Räderei“ in Verden, auf einem Lastenrad. Das Bike trägt circa 100 Kilogramm und lässt sich bequem kutschieren.

Verden – Gern mit Motor, gern durchaus geländegängig, gern nicht zu breit, damit es auf den teils schmalen Innenstadtwegen nicht zu Engpässen kommt. Eine Idee hat sich durchgesetzt. Das Lastenfahrrad nimmt erstaunliche Fahrt auf. 10 000 Euro lobte die Stadt Verden als Förderanreiz aus, nur zwei Monate nach dem Start des Programms ist der Topf bereits erschöpft. Am kommenden Dienstag will der Stadtrat über einen Nachschlag beraten. Weitere 10 000 Euro stehen zur Disposition.

Die Resonanz ist ungebrochen. Anfangs stellte Lisa Pischke aus dem Verdener Rathaus im Schnitt täglich eine Anfrage fest, inzwischen beziffert sie das Interesse mit einem Anruf pro Woche. Neun dieser Lastenesel auf zwei Rädern seien inzwischen bewilligt, der aktuelle Etat lasse noch ein weiteres zu, sagt sie. „Der Förderposten ist aktuell zu 90 Prozent ausgeschöpft.“ Allerdings sind bisher lediglich drei der Räder auf den Straßen der Allerstadt unterwegs, und auch das hat Gründe. „Die Räder sind bestellt, aber die Lieferzeiten sind teils sehr lang.“

Die bisherige Interessentenschar fällt bemerkenswert breit aus. Vertreten ist nach Angaben des Rathauses ein Hofladen, dessen Betreiber für die kurzen Wege die klimaneutrale Variante gewählt hat. Vertreten ist eine Marktbeschickerin, die ihre Produkte auflädt und die Parkplatzsuche leid ist. Vertreten sind junge Familien, vertreten auch ältere Semester, die mit ihren Enkeln auf Tour gehen wollen. „Auffällig oft melden sich Menschen aus den Ortsteilen. Sie wollen das Auto in der Garage lassen, oder auf den Zweitwagen verzichten, und ihre Besorgungen auf die sportliche, umweltfreundliche und meistens auch stressfreiere Art erledigen.“

Sogar auf die geplanten Wege, auf denen das Lastenrad zum Einsatz kommen soll, erlaubt die erste Förderrunde Rückschlüsse. „Viele Interessenten wollen offenbar auch für Radwege durch Wald und Wiesen gerüstet sein, für Wege durch den Stadtwald etwa. Sie suchen nach geländegängigen Fahrzeugen“, so Pischke. Und nahezu jeder vertraut nicht mehr ausschließlich nur seinen Muskeln. „Der E-Motor ist Standard.“ Komfortabel solle es ebenfalls sein, das neue Statussymbol, auch das eint die frischgebackenen Pedalritter. Derweil gehen die Ansprüche weit auseinander. „Vom Schnäppchen für 1 000 Euro bis zum hochwertigen Modell für 10 000 Euro ist alles dabei.“

Die bisherigen Förderrichtlinien haben sich bewährt. Gedacht sind sie für Privatpersonen, kleinere Unternehmen mit bis zu neun Mitarbeitern, Vereine oder verschiedene Einrichtungen der Kinder-, Jugend- und Erwachsenenhilfe. Einzige Voraussetzung: Der Antragsteller muss seinen Sitz oder Erstwohnsitz in Verden haben. Und die Räder müssen über ein gewisses Transportvolumen verfügen. Im jetzigen ersten und im kommenden zweiten Jahr des Förderprogramms zahlt die Stadt 25 Prozent der Anschaffungskosten, maximal 1 250 Euro. 2023 und 2024 gibt’s beim Neukauf noch 20 Prozent, höchstens 1 000 Euro. Einzig der Zuschuss beim Erwerb eines gebrauchten Lastenfahrrads bleibt über den gesamten Programmzeitraum konstant bei einem Zuschuss von 30 Prozent oder maximal 1 000 Euro.

Weitere Informationen

zum Förderprogramm gibt es bei Lisa Pischke, Telefon 04231/12463, E-Mail lisa.pischke@verden.de und unter www.verden/klimaschutz/. Dort sind auch die Antragsvordrucke zu finden.

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