Birgit Romann übernimmt die Leitung der Kreismusikschule

Mit der Aufgabe kam das Virus

Birgit Romann sitzend am Flügel mit Dörte Lübkemann, stehend.
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Den Platz am Klavier gibt Birgit Romann (l.) nicht auf. Dörte Lübkemann stellte die Leiterin der Kreismusikschule vor.

Verden – Birgit Romann kann so leicht nichts mehr erschüttern. Sie wollte Verantwortung in der Kreismusikschule, aber als das Coronavirus begann, die Welt in Atem zu halten, stand sie plötzlich vor einem Berg von Aufgaben und Problemen, mit denen sie nicht hatte rechnen können. Einige dieser atemberaubenden Situationen hat sie mit der Einrichtung des Landkreises, ihren Instrumentalpädagogen und deren Schülern durchgestanden.

Pianistin und Kulturmanagerin

Seit November leitet die Pianistin und Kulturmanagerin die Musikschule. Sie fühlt sich für alles gewappnet. Selbst wenn jetzt ein weiterer Lockdown nötig werden sollte, liegt der Notfallplan für die Kreismusikschule in der Schublade: „Wir wären sofort bereit“, sagt Romann. Aber eigentlich hat sie Pläne, die Talentschmiede für den Konzertbetrieb noch viel weiter für Bevölkerungsgruppen zu öffnen.

Wichtige Arbeit in der Verwaltung

„Ich möchte Ihnen erst einmal meine Kolleginnen im Verwaltungstrakt vorstellen“, sagte Birgit Romann bei dem Besuch in der Kreismusikschule. Eigentlich wollte die Leiterin des Fachdienstes Kultur beim Landkreis, Dörte Lübkemann, die neue Leiterin des Hauses vorstellen. Immerhin war die Stelle nach dem Weggang von Ulrike Petritzki seit einem Jahr vakant gewesen. Birgit Romann legte aber Wert darauf, die beiden Damen, mit denen sie sich die Büroräume teilt, zu präsentieren. „Wie wichtig die Arbeit ist, die hier geleistet wird, habe ich erst mit den neuen Aufgaben gelernt“ erklärt sie. Meist wirkten sie nur im Hintergrund und das sei schade.

Seit 30 Jahren an der Musikschule tätig

Neu ist für Birgit Romann eigentlich nur die Perspektive aus der Leitungsposition. An der Musikschule sei sie schon 30 Jahre. Nach dem Konzertexamen im Fach Klavier und dem Abschluss in elementarer Musikpädagogik hatte sie noch Studien in Musikwissenschaft und Kulturmanagement angehängt. Eingestellt hatte sie damals frisch von der Uni Petritzkis Vorgänger Detlev Wülbers. „Das Bewerbungsgespräch fand auf dem Bahnhof statt, als wir beide auf den Zug warteten“, erinnert sich Romann mit einem Lächeln. Sie muss überzeugend gewesen sein, denn seitdem bildet sie in der Kreismusikschule Klavierschüler aus.

Birgit Romann unterrichtet weiter Klavierschüler

Den Unterricht am Instrument gibt die Musikerin nicht auf. Trotz der neuen Aufgaben besteht ein Drittel ihres Jobs weiterhin in der Ausbildung von Instrumentalschülern. „Das ist mir auch wichtig“, sagt sie. Eine zentrale Aufgabe der Einrichtung sei nun einmal, die jungen Talente zu fördern. Und Dörte Lübkemann weist gleich auch mal darauf hin, dass der Landkreis hier eine soziale Aufgabe erfülle, die den Begabten ihre Ausbildung unabhängig vom Geldbeutel der Eltern ermöglichen soll.

Vom Drill der jungen Menschen in vergangenen Tagen hält die Musikpädagogin nicht so viel. Sie spricht von Persönlichkeitsentwicklung und vom Vorankommen auf dem Instrument, die Vorbereitung auf ein Studium, aber auch vom Spaß an der Musik.

Unterrichten im Lockdown - Hemmnisse überwunden

Dass das natürlich auch mit Üben und Disziplin zu tun hat, hat sie nicht zuletzt gemerkt, als der Lockdown den Unterricht und den Kontakt mit den Schülern plötzlich so schwierig gemacht hatte. „Das war aufregend und nicht immer ganz leicht“, berichtet Romann. Sie findet gerade den Instrumental-Unterricht in Präsenz unverzichtbar. Als es damals nicht ging, hätten das 50-köpfige Kollegium und dessen Schülerinnen und Schüler sich bewundernswert gut auf digitale Angebote umgestellt. Praktische und technische Hemmnisse seien überwunden worden und so konnte die Einrichtung ihre Aufgabe fast nahtlos weiter erfüllen.

Zu der Zeit war Romann gerade stellvertretende Leiterin geworden, nachdem Elmar Lossau in den Ruhestand gegangen war. Als Ulrike Petritzki weg war und das Virus kam, stand sie unversehens als kommissarische Leiterin in der ersten Reihe. „Das war plötzlich eine ganz neue Perspektive für mich“, berichtet Romann im Gespräch.

Von 1400 sind 1000 Schüler geblieben

Auch wenn sie auf alles vorbereitet ist, wünscht sich die neue Leiterin die Rückkehr zur Normalität. Von den ehemals 1400 Schülerinnen und Schülern der Musikschule seien 1000 geblieben. Viele stehen auf Wartelisten, aber mehr gehe derzeit nicht. Das habe auch damit zu tun, dass die Gruppen, Angebote in den Kitas und der Musiziergarten statt normal 15 Kinder nur fünf aufnehmen können. Und eigentlich möchte sie Angebote für alle Altersgruppen machen. Zum Beispiel gezielt für Senioren. „Meine jüngste Klavierschülerin ist sechs Jahre alt, die älteste ist 80“, verrät Romann.

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