Straftaten in der WhatsApp-Gruppe

Pornos und Hakenkreuze unter Fünftklässlern – Polizei warnt eindringlich

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Pornografisches und andere strafbare Inhalte gehen derzeit in Schüler-WhatsApp-Gruppen um.

Gewalt-Videos, verfassungswidrige Symbole wie Hakenkreuze und sogar kinderpornografische Filme kursieren auf dem Schulhof. Die Kids tauschen sie oft arglos in WhatsApp-Gruppen aus. Aber sie übertreten dabei auch Grenzen und begehen unwissentlich Straftaten

Update vom 17. Februar: Landkreis – „Mit dem Handy haben die Kinder vollen Zugang zur Erwachsenenwelt.“ Für Helge Cassens ist das eine Warnung an die Adresse der Eltern. Der Beauftragte für Jugendsachen im Präventionsteam der Polizei-Inspektion Rotenburg/Verden macht das aus Sorge um die verstörende Wirkung auf die lieben Kleinen. Er warnt zugleich aber auch davor, dass die Kinder mit dem Besitz und der Weitergabe Straftaten begehen.

„Die Inhalte sind ein Thema, auch schon bei den jüngeren WhatsApp-Nutzern“, sagt Cassens. Er ist fast täglich irgendwo in einer Schule unterwegs, um mit Schülern über dieses Phänomen zu sprechen. Kaum einer wisse, dass die Software für das Smartphone eigentlich erst ab einem Alter von 16 Jahren benutzt werden dürfe. Mit dem Einverständnis der Eltern, dürfen auch schon 13-Jährige whatsappen.

Und offenbar tun sie das. Die Lehrer wüssten davon, wenn sie Cassens in die Klasse einladen. Und für den Präventions-Beauftragten waren die peinlich berührten Blicke von Sechst- oder Siebtklässlern eine Bestätigung, wenn er das Thema ansprach. 

In einer zehnten Klasse etwa bleibe ihm kein Zweifel mehr, dass die Jugendlichen genau wüssten, worüber der Vertreter der Polizeiinspektion mit ihnen spricht. Und auf Schulformen lasse sich die Verbreitung dieser Inhalte auch nicht eingrenzen. Auch sei es kein örtlich begrenztes Problem. Filme von Amokläufen und pornografische Darstellungen kursieren in den WhatsApp-Gruppen. Spätestens bei Kinderpornografie sei die Weitergabe selbst aber schon strafbar, ebenso wie bei Hakenkreuzen oder anderen verfassungsfeindlichen Symbolen.

Nicht alle Inhalte sind harmlos, die mit dem Smartphone getauscht werden.

Die Zusammenarbeit mit den Schulen funktioniere gut“, bilanziert Cassens. Die Türen der Klassen stünden ihm offen. Wenn Cassens das Thema anspricht, sei die Naivität der Jugendlichen jedoch erstaunlich, berichtet er: „Kein Unrechtsbewusstsein.“

Dem Präventionsbeauftragten ist wichtig, dass den Jugendlichen dann deutlich wird, dass die Opfer von Kinderpornografie, die missbrauchten Kinder, bei jedem Ansehen der Aufnahmen und beim Weitergeben wieder zu Opfern werden. „Ich bin auch Polizist“, sagt Cassens, ihm müsse es auch darum gehen Straftaten zu verfolgen.

„Wir können nur hoffen und versuchen, dieses Phänomen einzudämmen“, ist Helge Cassens klar, dass er auch ein bisschen gegen den Wind anbläst. Das Problem sei so weit verbreitet und übe auf die Jugendlichen offenbar einen großen Reiz aus. Ein bisschen hofft er auf die Mithilfe der Eltern. Die seien am dichtesten dran. Sie könnten ihre Kinder darüber aufklären, was sie mit dem Ansehen und weitergeben der Bilder und Filme tun, und, wie sie 

mit Zivilcourage in der WhatsApp-Gruppe gegen den Strom anschwimmen können. „Dabei sollten Kinder das Gefühl haben, sich mit Fragen und Problemen vertrauensvoll an ihre Eltern wenden zu können, ohne sofort eine Strafe befürchten zu müssen.

In einem Schreiben (wir berichteten gestern) macht Cassens die Eltern auf die Zusammenhänge aufmerksam. In den nächsten Tagen und Wochen soll es alle Eltern der weiterführenden Schulen im Bereich der Polizeiinspektion erreichen.

Ursprüngliche Meldung vom 16. Februar: 

Landkreis – Hakenkreuze, die Szene eines Amoklaufes, Pornografisches Bildmaterial, der Missbrauch eines Kindes: Es sind verstörende Bilder, die die Polizei im Landkreis Verden in jüngster Vergangenheit in Form von WhatsApp-Nachrichten registrierte, die vor allem unter Fünft- und Sechstklässlern verbreitet wurden. Jetzt schlägt die Polizei Alarm.

Grund genug für das Präventionsteam der Polizeiinspektion Verden/Osterholz, sich jetzt mit einem Schreiben an die Eltern aller weiterführenden Schulen in den beiden Landkreisen zu richten.

Es gehe dabei nicht darum, WhatsApp und andere Messenger-Dienst zu verteufeln, betont der Unterzeichner des Elternbriefes, Helge Cassens. Der Polizeihauptkommissar ist im Präventionsteam für Jugendsachen zuständig. Ziel des Schreibens sei es, Eltern und Kinder aufzuklären, diese vor Traumata zu schützen und Straftaten zu verhindern. Denn die begeht, wer Nachrichten mit den genannten Inhalten weiterleitet.

Bei kinderpornografischen Inhalten ist bereits der Besitz strafbar. Verboten ist übrigens auch das Weiterleiten der genannten Inhalte an die Polizei. „Machen Sie Screenshots, teilen Sie den Sachverhalt der Schule mit und erstatten Sie Anzeige“, rät Helge Cassens daher den Eltern.

Polizei: Viele kinderpornografische und extremistische Inhalte auf dem Schulhof

„Die Polizeiinspektion Verden/Osterholz registriert derzeit eine Häufung von Fällen, in denen Kinder unterschiedlicher Schulen in den Landkreisen Verden und Osterholz untereinander pornografische, kinderpornografische und extremistische Inhalte sowie Gewaltdarstellungen verbreiten“, nennt der Polizeihauptkommissar den Grund für das Schreiben und warnt die Eltern: „Da die verstörenden Bilder, Videos und Texte aktuell im Umlauf sind, ist es nicht unwahrscheinlich, dass Ihr Kind in naher Zukunft ebenfalls derartige Inhalte erhalten wird.“

Kinder könnten durch die Konfrontation mit derart belastenden Bildern, Videos oder Texten traumatisiert werden, so Cassens. Und weil ihnen oft noch das Gespür für den richtigen Umgang damit fehle, leiteten sie die Inhalte einfach weiter, statt sich vertrauensvoll an Eltern oder Lehrer zu wenden.

Den Jugendlichen müsse klar sein, dass die Videos echte Missbrauchstaten zeigten, in denen Kinder Opfer von Verbrechen werden. Helge Cassens: „Ein Weiterleiten bedeutet für sie, immer wieder Opfer zu werden.“ Der Präventionsbeauftragte bittet die Eltern darum, ihre Kinder schon vor Aushändigung eines Smartphones über die „genannten Phänomene“ aufklären und sie anschließend „in der digitalen Welt eng zu begleiten“.

Weitere Informationen zum Thema auf Klicksafe.de.

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