Nachfrage der Reiter ist groß

„Verden International“ entwickelt sich nach dem WM-Wegfall: Dr. Werner Schade im Interview

Geschäftsführer Werner Schade im Gespräch über die Zukunft der Verdener Pferdesportveranstaltungen.

Verden - Zum dritten Mal findet jetzt „Verden International“ ohne die Weltmeisterschaft der Jungen Dressurpferde statt. Im Juli und August gibt es aber erneut einige Pferdesportveranstaltungen in Verden, die unter der Regie von pVerd-event und dem Pferdesportverband Hannover stattfinden. Unser Mitarbeiter Jürgen Honebein führte mit dem Geschäftsführer von pVerd-event und des Hannoveraner Verbandes, Dr. Werner Schade, das folgende Gespräch:

Wie waren Sie 2016 und 2017 mit den ersten beiden Veranstaltungen von „Verden International“, die ohne die WM der Jungen Dressurpferde stattfanden, zufrieden? Sie haben einige neue Prüfungen aufgenommen, um das Turnier für Teilnehmer und Besucher interessanter zu machen. Hat sich das bewährt?

Schade: Der Weggang der WM für die jungen Dressurpferde in 2015 machte es erforderlich, Veränderungen vorzunehmen. Es gab aber auch gleichzeitig die Möglichkeit, andere sportliche Bereiche stärker in den Fokus des Geschehens zu stellen. 

Im Bereich der jüngeren Pferde haben wir das Hannoveraner Dressurpferde-Championat 2016 neu eingeführt, das mit einer Qualifikation für das Bundeschampionat in Warendorf gekoppelt ist. Auf diese Weise decken wir jetzt bei den jungen Pferden von den Reitpferdeprüfungen bis hin zu den Dressur- und Springchampionaten alle Bereiche ab und können so ein Schaufenster der besten Nachwuchstalente der Hannoveraner Zucht bieten. 

Insgesamt haben wir die Ausschreibung in den Top-Spring- und Dressurwettbewerben der schweren Klasse internationaler ausgeschrieben, um die Reiterstadt Verden auch weiterhin über Deutschland hinaus bekannt zu machen. Den Grundcharakter und die Einzigartigkeit des Turniers vom jungen Pferd bis zum Spitzensport ein breites Programm zu liefern, wird dabei auch in Zukunft beibehalten.

In diesem Turnier steckt sehr viel Herzblut und auch großer persönlicher Einsatz von Ihnen. Die Mischung stimmt. Besonders die Hannoveraner Reitpferde- und Dressurpferde-Championate sind attraktive Prüfungen, die auf großes Zuschauerinteresse stoßen. Aber auch die verschiedenen Springprüfungen für die Cracks sind von Jahr zu Jahr besser besetzt, auch weil im Stadion auf dem gelenkschonenden Sandboden geritten wird. Darüber müssten Sie doch sehr erfreut sein, oder?

Schade: Den Wegfall der WM–Besucher konnten wir noch nicht auffangen, aber die Entwicklung der Besucherzahl ist positiv, neben den Fachbesuchern wollen wir in Zukunft mehr Familien ansprechen, um besonders auch Kinder für den Pferdesport zu begeistern. 

Die hervorragenden Bedingungen in Verden werden von den Teilnehmern sehr geschätzt. Die Ausstattung des Stadions mit einem Sandboden hat dem Nennungsergebnis der Springreiter einen enormen Schub gegeben. Die Nachfrage seitens der Reiter, in Verden zu reiten, ist so groß, dass wir seit letztem Jahr und auch in diesem Jahr in der Reiter- und Pferdezahl voll ausgebucht sind. Wir erwarten über 1000 Pferde aus mehr als 20 Nationen.

Auch die August-Auktion wurde in „Verden International“ mit eingebaut. War das ein gelungener Schachzug und konnten dadurch neue Interessenten für die Reitpferde und Fohlen gewonnen werden?

Schade: Die Einbindung der Elite-Fohlen–Auktion in das Turnier „Verden International“ war ein echter Volltreffer. Im letzten Jahr hatten wir bei beiden Auktionen in der Niederachsenhalle eine grandiose Stimmung und konnten mit dem neuen Spitzenpreis von 160.000 Euro für ein Hengstfohlen einen neuen Preisrekord vermelden. 

Es ist aber nicht nur das Verkaufsergebnis entscheidend und richtig für die kombinierte Durchführung. Der große Vorteil von diesem Konzept liegt da drinnen, dass die vielen Reiter/innen und Pferdesportinteressierte, die nach Verden kommen, die Vermarktungsaktivitäten des Hannoveraner Verbandes kennen lernen, um damit vor Ort zu erfahren, was in Verden passiert. Auf diese Weise werden wir Neukunden für Hannoveraner begeistern.

Ab 2020 kommt die WM der Jungen Dressurpferde wieder nach Verden. Steht schon fest, in welchem Rhythmus diese Veranstaltung wieder auf dem Rennbahngelände in Verden ausgetragen und wie mit den Holländern rotiert wird?

Schade: Wir freuen uns, dass die Weltmeisterschaften 2020 wieder kommen. Zu dem weiteren geplanten Rhythmus kann ich noch nichts sagen, weil diese Entscheidung von der FEI in den neuen laufenden Bewerbungsverfahren getroffen werden soll. Bis Anfang nächsten Jahres werden wir wissen, wie die Entscheidung aussehen wird. Insofern werden die Bedingungen und die Abläufe, die wir in Verden stellen, eine wichtige Rolle für die Zukunft spielen.

Wenn die WM wieder nach Verden kommt, muss sicher auch für Verden International ein neues Konzept her. Soll der Pferdesport vom Leistungs- bis zum Freizeitsport und vom internationalen bis zum nationalen Niveau ausgebaut werden?

Schade: Sie haben Recht, für die Rückkehr der WM brauchen wir zusätzliche Kapazitäten, vor allem bei den Dressurplätzen. Die notwendigen neuen Erweiterungen eröffnen dann auch neue Möglichkeiten für pferdesportliche Veranstaltungen in der gesamten Freilandsaison. Die Offenheit und die Vielseitigkeit des Standortes Verden für alle Bereiche des Pferdesports sind bereits jetzt angelegt und können bei einem Ausbau des Geländes ebenfalls weiter entwickelt werden.

Was wünschen Sie sich in diesem Jahr für „Verden International“ und welche Prüfungen finden bei Ihnen persönlich besondere Aufmerksamkeit?

Schade: Ich wünsche mir eine stimmungsvolle Veranstaltung mit gutem Sport, begeisterten Besuchern und zufriedenen Teilnehmern. Als Zuchtleiter des Hannoveraner Verbandes liegt meine besondere Aufmerksamkeit bei den Prüfungen der jungen Pferde, weil man an diesen Pferden die Entwicklung der Hannoveraner Zucht ablesen kann. Sehr spannend ist für mich immer, welchen Weg die Pferde nehmen und ob wir sie ein paar Jahre später in den großen Prüfungen wiedersehen.

jho

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