Stadtrat gibt Innenstadtfonds frei / Jährlich bis zu 200 000 Euro

Verdens Innenstadt: „Wohnzimmer“ im Wandel

Viele Leute unterwegs in  Verdens Innenstadt
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Volles Haus in Verdens Innenstadt: Der Fonds soll die Kaufmannschaft unterstützen und die Stadt im Wandel begleiten.

Verden – Die Weichen sind gestellt: Verdens Wohnzimmer, die Kernstadt rund um den Rathausplatz bis zum Dom, soll in den kommenden Jahren mit einem üppigen Fonds aufpoliert werden. Zunächst 100 000, dann bis zu 200 000 Euro jährlich schüttet die öffentliche Hand aus, will der Kaufmannschaft in „der guten Stube“ zu neuem Glanz verhelfen. „Erste Interessenten haben sich bereits gemeldet“, sagte Bürgermeister Lutz Brockmann im Stadtrat. Das Gremium segnete den Fonds mit den Stimmen aller Fraktionen ab.

Der Verdener Stadtrat segnete den Fonds mit den Stimmen aller Fraktionen ab.

Es gab dann auch in der Sitzung am Dienstagabend weniger eine Diskussion, ob das Geld überhaupt fließen sollte. Vielmehr ging es in den einzelnen Wortbeiträgen darum, dass dringend und dauerhaft etwas getan werden müsse, um der Kernstadt rund um das Rathaus einen kräftigen Schub zu geben. Der Fonds sei notwendig, unterstrich Ratsherr Ingo Neumann (SPD). Ein Anstoß in die richtige Richtung, bei dem es allerdings nicht bleiben dürfe. Denn, so machte Neumann deutlich: „Das Geld ist nur ein Baustein im Mosaik, an dem wir fortlaufend arbeiten müssen.“

„Es ist die Handelstraße, wo wir die Bereiche Wohnen, Arbeiten und Gastro anbieten“

Finanzielle Unterstützung als Linderung und Hilfe, die komme allerdings nur an, wenn gezielt gefördert werde. Lars Brennecke (CDU) betonte, dass es vornehmlich darum gehe, das Wohnzimmer, Verdens Treffpunkt, nach vorn zu bringen. „Es ist die Handelstraße, wo wir die Bereiche Wohnen, Arbeiten und Gastro anbieten.“ Und Brennecke setzt auf Signalwirkung mit Ausstrahlung: „Wenn uns das gelingt, werden auch alle anderen davon profitieren.“ Er schlug zudem vor, dafür zu sorgen, dass noch mehr Geschäfte in die Kernstadt rücken. „Wir können, da wo möglich, auf Ladenbesitzer im Randbereich zugehen und sie für die Innenstadt gewinnen.“

„Altes Handwerk, Schuster, Schlachter und Bäcker, sie zurück in die Stadt zu holen, daran müssen wir arbeiten“

Nicht nur groß, auch kleinteilig darf es sein. „Altes Handwerk, Schuster, Schlachter und Bäcker, sie zurück in die Stadt zu holen, daran müssen wir arbeiten“, forderte Jürgen Weidemann (FDP). Es sei durchaus ambitioniert, aber nicht unmöglich.

Doch obwohl das Geld fließt, allein kann es die Stadt nicht richten, gab Rasmus Grobe (Grüne) zu bedenken. „Es müssen weitere Akteure und auch die Beteiligten selbst mitspielen und sich ein Stück neu erfinden. Wenn das gelingt, hoffe ich auf einen Dominoeffekt.“

Kleine, inhabergeführte Geschäfte, Existenzgründungen, aber auch Verlagerungen aus angrenzenden Gebieten in die Hauptgeschäftslage

Ob Hilfe bei der Existenzgründung, der Miete, einer Verschönerung in oder um das Haus, die Möglichkeiten im Rahmen des Innenstadtfonds sind vielfältig, versprechen die Verantwortlichen aus dem Fachbereich der Wirtschaftsförderung. Stand jetzt, wird es Hilfe für Laden-Anmietung und Fassaden-Verschönerung an der Großen Straße, der Nagelschmiede, Brückstraße, der Herrlichkeit, der Ostertorstraße und am Holzmarkt geben. „Kleine, inhabergeführte Geschäfte, Existenzgründungen, aber auch Verlagerungen aus angrenzenden Gebieten in die Hauptgeschäftslage“, beschreibt Wirtschaftsförderer Fabian Fortmann das Vorgehen. Einzelhändler, Gastronomie sowie innenstadttypische Dienstleistungen kommen dafür infrage. Der Antragssteller sollte sich dauerhaft ansiedeln, der Mietvertrag über mindestens 24 Monate laufen, die Nettokaltmiete dürfe bei maximal 13 Euro pro Quadratmeter liegen. Stimmen die Rahmenbedingungen, fließt Geld. Ein Zuschuss zur Nettokaltmiete in den ersten 18 Monaten in Höhe von 50 Prozent, bis maximal 10 000 Euro.

Wer bereits einen Laden führt, kann es sich mit finanzieller Hilfe aus dem Fonds schöner machen. Decken, Böden, Türen und Treppen oder die notwendige Barrierefreiheit werden bis zu 50 Prozent gegenfinanziert. Auch für die Renovierung von Außenfassaden gibt’s Unterstützung, maximal 15 000 Euro.

Auch für die Renovierung von Außenfassaden gibt’s Unterstützung, maximal 15 000 Euro.

Mit der Entscheidung des Stadtrates ist das Geld freigegeben. 100 000 Euro noch dieses Jahr, weitere 200 000 in den beiden nachfolgenden Jahren, so ist es geplant. „Es gibt bereits erste Interessenten“, so Bürgermeister Lutz Brockmann. Es sei eine Aufbruchstimmung zu spüren, die sich breitmache. „Das Projekt Probierstadt hat gezeigt, der Handel ist im Wandel. Daran wollen wir anknüpfen“, sagte Brockmann.

Bürgermeister Brockmann: „Das Projekt Probierstadt hat gezeigt, der Handel ist im Wandel. Daran wollen wir anknüpfen.“

Wer in den Genuss der Förderung kommen will, Rat bei der Antragstellung braucht, der sollte sich mit der Wirtschaftsförderung im Rathaus Verden in Verbindung setzen. Das Büro ist ab Montag, 28. Juni, wieder besetzt. Wirtschaftsförderer Fabian Fortmann steht für Fragen rund um den Fonds unter der Telefonnummer 04231/12375 zur Verfügung.

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