Förderprogramm für Fußgängerzone und Co

Verdener Innenstadt-Handel greift zu

Verdener Fußgängerzone mit einem ersten Baugerüst an der Fassade.
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Die Verdener Geschäftswelt schätzt die Perspektiven an der Allermündung offenbar als nicht so schlecht ein. Der Zukunftsfonds löst jedenfalls eine bemerkenswerte Resonanz aus. Erste Gerüste habe in der Fußgängerzone bereits Einzug gehalten.

Verden – In Zeiten des boomenden Internethandels noch Chancen für die Innenstädte? Immer mehr Leerstände auch in Verden? Nicht ganz. Das belegt die Resonanz auf den sogenannten Zukunftsfonds Innenstadt, den die Stadt Verden im Spätsommer aufgelegt hat. Runde 100000 Euro stehen allein in diesem Jahr bereit, und siehe da, es gibt sie, jene, die der Fußgängerzone und den Bereich drumherum noch eine auskömmliche Überlebensperspektive einräumen. In bemerkenswerter Zahl sogar. „So um die 15 Anträge mögen es sein, die bisher bereits eingegangen sind“, sagt Wirtschaftsförderer Fabian Fortmann auf Nachfrage. Erste Anträge seien bewilligt.

Sogar der in der Politik ursprünglich skeptisch beäugte Zuschuss für Neuansiedlungen läuft nicht vollends ins Leere. Im Gegenteil. Es gibt sie noch, die Schar derer, die sich ein richtiges Geschäft mit Schaufenster und Ladentür und hereinschneienden Kunden vorstellen können. Wer sich dafür erwärmt, kann Fondsgelder für einen Zuschuss zur Ladenmiete beantragen. „Das Interesse ist da“, sagt Fortmann. Und dies vor allem auch in den Branchen, die noch nicht überproportional vertreten sind. „Mit den Zuschüssen wollen wir zur Vielfalt in der Innenstadt beitragen. Das funktioniert offenbar.“ Und es funktioniert nicht zum ersten Male. Schon die nicht zum Zukunftsfonds zählende Probierstadt hatte ein bemerkenswertes Echo ausgelöst. Teilnehmer konnten und können ihre Geschäftsidee weitgehend kostenlos in leerstehenden Läden testen, erste Absolventen der dreimonatigen Probeschleife haben wie berichtet auf eigene Rechnung einen Laden eröffnet.

Etwas mehr Resonanz als die Leerstände-Offensive löst allerdings der zweite Teil des Zukunftsfonds aus. Ladeninhaber können mit öffentlichen Geldern die Fassade ihres Gebäudes oder die Ladeneinrichtung auf Vordermann bringen. Bis zu 15 000 Euro fließen aus der Stadtkasse, sofern sich der Antragsteller bereiterklärt, mindestens dieselbe Summe aus eigenen Mitteln in die Renovierung zu pumpen. „Auch darauf haben wir eine gute Resonanz erhalten, erste Bewilligungen sind bereits erteilt“, sagt Fortmann.

Vereinzelt tauchten bereits erste Baugerüste in der Fußgängerzone auf. Das Gros sei allerdings ab Frühjahr zu erwarten. „Die Witterung muss passen, ein Handwerker will gefunden sein, er muss die Arbeiten in ein häufig gut gefülltes Auftragsbuch einbauen. Das alles kann dauern“, glaubt Fortmann. Eine Frist von gut sechs Monaten werde den Geschäftsinhabern eingeräumt, die Maßnahmen zum Auffrischen der Geschäftsoptik ausführen zu lassen.

Noch allerdings sind die 100 000 Euro, die Verdens Politik einstimmig als sozusagen Schrittmacher für die Innenstadt bereitgestellt hatte, nicht komplett vergeben. Das in Anspruch genommene Volumen beläuft sich, so Fortmann, aktuell auf rund 50 000 Euro. Kurzentschlossene können noch in diesem Jahr zum Zuge kommen. Doch auch wer noch eine abwartende Haltung einnimmt, gerät nicht in Zeitnot. Der Zukunftsfonds ist auf drei Jahre ausgelegt. Insgesamt steht eine halbe Million Euro zur Verfügung, nicht verbrauchte Restmittel können in die Folgejahre übernommen werden. Allerdings ist der Verwendungsbereich räumlich durchaus scharf eingegrenzt. Anträge stellen kann nur, wer in der Fußgängerzone, an der Herrlichkeit, der Ostertorstraße und am Holzmarkt ein Projekt verwirklichen will, den großen Publikumsmagneten der Stadt also. 

Das Engagement macht Sinn. Zuletzt hatte das Münchner Beratungsunternehmen Cima vor fünf Jahren das Einzelhandelskonzept der Stadt fortgeschrieben. Der Verdener Geschäftswelt attestieren die Wirtschaftsexperten einen überproportionalen Zufluss an Kaufkraft. Demzufolge kommt die Verdener Bevölkerung auf 159 Millionen Euro, die pro Jahr verfügbar sind, umgesetzt werden im Verdener Handel aber 196 Millionen. Sehr stark vertreten natürlich die Supermärkte und Discounter. Andererseits gibt es immer noch Branchen, die laut Cima unterrepräsentiert sind. Dazu zählen in Verden Schuhe und Lederwaren, Elektroartikel und Unterhaltungselektronik, Uhren und Schmuck, Sportartikel und Fahrräder, Spielwaren sowie Möbel und Antiquitäten.

Allerdings sei zuletzt eine hohe Dynamik festzustellen, wie der Wirtschaftsförderer weiter erläutert. Ihn beunruhige das nicht. Fluktuation, so Fortmann, sei normal. Damit müsse man leben. „Bei den Innenstadt-Initiativen geht es vor allem darum, den Leerstand nicht überhand nehmen zu lassen.“

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