Hauptmieter Edeka reagiert gelassen

Holzmarkt-Einkaufscenter verkauft, halber Gewinn an Aktionäre

Kaufhausfassade hinter Bäumen.
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Wechselt zum Jahresende erneut den Besitzer: Verdens größte Einzelhandelsimmobilie.

Verden – Verdens größte Einzelhandelsimmobilie hat erneut den Besitzer gewechselt. Das Einkaufszentrum am Holzmarkt wurde in einem Paket mit sechs weiteren Lebensmittel-Immobilien veräußert. Das teilt der bisherige Eigentümer, die Deutsche Konsum REIT (DKR) mit Sitz in Broderstorf bei Rostock im Rahmen einer Insider-Information als Adhoc-Meldung mit.

Die Verträge seien unterzeichnet, die Eigentumsüberschreibung erfolge voraussichtlich zum Jahreswechsel. Die sieben Objekte erzielten den Angaben zufolge eine Jahresmiete von 2,6 Millionen Euro, sie seien für 47,2 Millionen Euro in neue Hände gegeben. „Über Einzelverkaufspreise und den Käufer ist Stillschweigen vereinbart worden“, sagt DKR-Finanzvorstand Christian Hellmuth (Potsdam) auf Nachfrage. Inzwischen sickerte immerhin durch, beim Käufer handele es sich um einen deutschen Immobilienfonds, den Preis für die Verdener Immobilie taxieren Beobachter auf knapp 15 Millionen Euro.

Der Hauptmieter bleibt gelassen. „Eigentümerwechsel sind für uns keine ungewöhnlichen Vorgänge“, heißt es auf Nachfrage aus der Zentrale der Edeka Minden-Hannover. Das Unternehmen verweist auf einen gültigen Mietvertrag. Gleichzeitig hat ein umfangreicher Umbau des E-Centers begonnen. „Wir gehen davon aus, dass die Mietkonditionen auch unter dem neuen Besitzer beibehalten werden“, sagt ein Pressesprecher. Betroffen sind zudem kleinere Läden. „Wäre ja nicht das erste Mal, dass der Eigentümer wechselt“, sagt auch Wolf-Dieter Oehlrich, Inhaber der Textilpflege-Firma am E-Center.

Allerdings wurde nicht das gesamte ehemalige Kasernen-Gelände veräußert. „Wir sind sozusagen Mitglieder der Eigentümer-Gemeinschaft, haben ein Teileigentum gehalten“, sagt der DKR-Finanzvorstand. Die Deutsche Konsum REIT habe sich auf Lebensmittel-Ankermieter spezialisiert und sei damit bisher nicht schlecht gefahren. „Es geht um die Waren des täglichen Bedarfs. Eine interessante und krisenfeste Immobilien-Nische. Geht die Konjunktur mal zurück, verzeichnen diese Unternehmen trotzdem ihren Ertrag“, so Hellmuth. „Das ist eine Art Sparbuch mit starkem Zins.“

Den größten Teil des Portfolios von rund 170 Immobilien im Bestand habe die DKR in den Jahren 2015 bis 2019 angesammelt, darunter auch Verden. „Bei uns gilt eigentlich das Prinzip Buy and Hold. Wir halten die Immobilien in der Regel ewig.“ Der Verkauf der sieben Objekte zum Jahresende sei ein Sonderfall. „Ein Investor zeigte konkretes Interesse und legte uns ein attraktives Angebot vor“, so Hellmuth. Jetzt wechseln Verkaufsflächen in Bad Harzburg, Verden, Bergen und Krempe sowie Niesky, Krakow am See und Altentreptow den Besitzer. Bei sämtlichen Objekten hatte die DKR seit Ankauf bestehende Leerstände abgebaut und Mietverträge deutlich verlängert, teilte das Unternehmen mit. Der realisierte Veräußerungsgewinn hat das Zeug Vorstand und Kleininvestoren in Sektlaune zu versetzen. Die DKR ist als sogenannte REIT geführt, als Real-Estate-Investment-Trust, als Kapitalsammelstelle für die Kapitalanlage im Immobiliensektor. Gemäß der Statuten wird die Hälfte des Gewinns als Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet. Allein aus diesem Verkauf werde die Zuwendung um rund 25 Cents je Aktie höher ausfallen, gab die DKR bekannt. Mehr als 35 Millionen Anteilsscheine sind am Markt platziert. Die andere Gewinn-Hälfte soll für den Erwerb weiterer Immobilien oder für andere Maßnahmen, die den Shareholder Value (Wert des Eigenkapitals) steigern, verwendet werden.

Wirtschaftliche Kerndaten der einzelnen Objekte pflegt die DKR in Übersichten auf ihrer Homepage öffentlich zu machen. Die Verdener Immobilie wird mit Stand von März 2019 mit 7128 Quadratmetern angegeben, der Quadratmeterpreis liege bei 9,32 Euro, die monatliche Miete bei 66400 Euro und die Restlaufzeit der Mietverträge bei 14 Jahren.

Mit dem erneuten Eigentümerwechsel des Gebäudes mit der unverwechselbaren Capitol-Front setzt sich eine Geschichte fort, die vor rund 20 Jahren ihren unrühmlichen Anfang nahm. Ein Lüneburger Unternehmen hatte die alte Gibraltarkaserne unter seine Fittiche genommen, anstelle der alten Reithalle einen Verbrauchermarkt geplant und unter den Verkaufsflächen knapp 500 Tiefgaragenplätze auf zwei Etagen platziert. Noch ehe der Betrieb so richtig Fahrt aufnahm, rutschte der Investor in die Pleite. Das Filetstück, der Verbrauchermarkt mit mehr als 6000 Quadratmetern Grundfläche, wechselte zum ersten Male den Besitzer.

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