Ausschuss stimmt nach kurzer Diskussion für neue Pflasterung / Kosten von 80 000 Euro

Radfahrer in Verden: Auf „Frieda“ sicher Hinter der Mauer

Blick in die Straße Hinter der Mauer in Verden-
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Blick in die Straße Hinter der Mauer. Die Streifen links und rechts der Fahrbahn werden mit dem Betonstein „Frieda“ neu gepflastert.

Verden – Holprig ist das Pflaster in der Straße Hinter der Mauer. Ein wenig passend dazu verlief die Diskussion im Ausschuss für Straßen- und Stadtgrün, wie es denn dort insbesondere für Radfahrer besser werden könnte. Am Ende herrschte Einigkeit: In naher Zukunft sollen Radler ungestört links wie rechts über einen 60 Zentimeter breiten Weg, gepflastert mit einem Stein namens „Frieda“, rollen.

Stadt Verden: Mit dem Rad durch die Fußgängerzone zu fahren ist von 11 bis 18 Uhr verboten

Mit dem Rad durch die Fußgängerzone, Große Straße, zu fahren, ist – auch wenn es einige nicht wahrhaben wollen – in der Zeit von 11 bis 18 Uhr verboten. Schieben oder eine andere Strecke nehmen. Die gibt es, heißt Hinter der Mauer und führt praktischerweise parallel zur Großen Straße, hinter dem Rathaus durch die Stadt. So nah und so gut. Schlechter allerdings ist die Wegstrecke. Das Pflaster der Fahrbahn aus grobem Kopfstein fordert beim Radeln Durchhaltevermögen. Daher gibt’s links wie rechts, 60 Zentimeter schmale Streifen. Aber auch die sind in die Jahre gekommen. Kein Vergnügen, und so bleiben die Radler weg.

Hinter der Mauer: Kein Vergnügen, und so bleiben die Radler weg.

Das soll sich ändern. Die Verwaltung schlug dem Ausschuss vor, die schmalen Radstreifen Hinter der Mauer, zwischen Brückstraße und Blumenwisch, komplett neu zu pflastern. „Dabei brauchen wir die eigentliche Fahrbahn nicht anzufassen. Sie steht auf einem längeren Abschnitt sowieso unter Denkmalschutz. Da wären weitere Gespräche notwendig und ein Umbau erheblich teurer“, erklärte Planerin Stephanie Weber vom Fachbereich Straßen und Stadtgrün.

SPD-Vorschlag: Wir sollten mehr in die Breite gehen

Die Idee grundsätzlich gut, konnte Wolfgang Hammer (SPD) sich mit dem schmalen Streifen nicht anfreunden. „Ein Fahrrad mit Anhänger, hinten Kinder drin, ein breites Lastenrad, 60 Zentimeter werden nicht reichen, sodass immer ein Reifen über das grobe Kopfstein ruckelt. Wir sollten mehr in die Breite gehen“, so seine Forderung. Ähnlich argumentierte Johanna König (Grüne): „80 Zentimeter sollten es sein“, so ihr Vorschlag. Und: „Vielleicht wäre es möglich, neben dem Streifen weitere 20 Zentimeter von der eigentlichen Fahrbahn abzuschleifen?“ Davon riet hingegen Imke Burhop (CDU) nachdrücklich ab: „Denn dann wird es glatt, rutschig und erst recht gefährlich.“

Grüne: Neben dem Streifen weitere 20 Zentimeter von der eigentlichen Fahrbahn abschleifen?

Ausschussvorsitzender Carsten Hauschild versuchte, die Diskussion auf die eigentliche Vorlage zurück zu lenken und verwies auf eine weitere Alternative für Radfahrer: „Es gibt noch die Möglichkeit, über die Reeperbahn auszuweichen.“ Fachbereichsleiter Rainer Kamermann schloss sich dem an und gab zu bedenken: „Schleifen bei eingebautem Pflaster, das dürften die Steine kaum aushalten. Wenn ein breiterer Ausbau der Streifen gewollt ist, dann haben wir vom Auftrag her ein ganz anderes Volumen, müssen neu planen und an die eigentliche Fahrbahn ran.“ Die ursprünglichen Kosten von circa 80 000 Euro wären bei weitem nicht einzuhalten, vom zeitlichen Rahmen ganz zu schweigen. „Das ist in diesem Jahr nicht mehr zu schaffen“, sagte Kamermann. Denn: „Es wäre ein neuer Auftrag.“ Soweit wollten es Hammer und König – nach einiger Bedenkzeit – allerdings nicht kommen lassen und signalisierten ihr Einverständnis.

Stadtverwaltung Verden: Schleifen bei eingebautem Pflaster, das dürften die Steine kaum aushalten.

„Frieda“ soll es also werden. Der Stein, Farbe Verdener Dolomit, liegt bereits an der benachbarten Reeperbahn. Hinter der Mauer wird es ein jeweils 60 Zentimeter breiter Streifen zwischen Blumenwisch und Brückstraße. „Kleinteiliges Pflaster, dem Naturstein nachempfunden, aber deutlich stabiler“, erklärte Stephanie Weber. „Die Oberfläche ist zwar glatt, aber nicht rutschig, da lässt sich gut drauf radeln“, weiß Weber aus Oldenburg, wo mit dem Stein gute Erfahrungen gesammelt wurden.

„Frieda“ soll es also werden. Der Stein, Farbe Verdener Dolomit, liegt bereits an der benachbarten Reeperbahn.

Eine einvernehmliche Lösung fanden Verwaltung und Ausschuss auch für den Knotenpunkt Hinter der Mauer/Brückstraße. Der gesamte Kurvenbereich bis zur Einmündung Reeperbahn, etwa 110 Quadratmeter, wird mit „Frieda“ gepflastert, im Randbereich ebenfalls kleinteilig, die Fahrbahn hingegen mit größeren Steinen. „So entsteht mit dem Blick in die Straße Hinter der Mauer ein einheitliches Bild mit wiederkehrenden Farben“, erklärte die Planerin.

Noch in diesem Jahr ohne ruckeln durch die Straße Hinter der Mauer radeln

Läuft alles rund, könnte noch in diesem Jahr – ohne ruckeln – durch die Straße Hinter der Mauer geradelt werden – und nicht durch die Fußgängerzone.

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