Herbstmode im Anmarsch

Mode- und Schuhgeschäfte läuten zum Sommerschlussverkauf

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Wohin man sieht: Rabatte sind derzeit in fast jedem Geschäft Verdens zu erhalten. Von 30 bis 70 Prozent ist alles dabei.

Verden - Schlendert man derzeit durch die Fußgängerzone in Verden, wird einem auffallen, dass es in den Mode- und Schuhgeschäften derzeit starke Angebote gibt. Zwischen 30 und 50 Prozent, manchmal sogar bis zu 70 Prozent und noch mal bis zu 30 Prozent auf bereits reduzierte Waren. „Sommer-Sale“ lautet es an vielen Schaufenstern und das nicht nur in Verden, sondern auch in der Umgebung und anderen Städten in ganz Deutschland.

Diese starken Prozente entstehen aus unterschiedlichen Gründen: Handelt es sich bei den Geschäften um eine Modekette oder Partnerstores, wie zum Beispiel Ranck oder Triumph in Verden, kommen die aktuellen Angebote von den Hauptfilialen: „Alles wird vorgeschrieben, darauf haben wir keinen Einfluss. Zwei Mal im Jahr, am Ende der Saison gibt es bei uns Angebote von 30 Prozent, die nach einer Zeit auf 50 Prozent angehoben werden“, erklärt Triumph-Mitarbeiterin Vertommen das Vorgehen.

Reuter ist eines der Geschäfte in Verden, die ihre Preisreduzierung selbst bestimmen. „Das ist abhängig von der Kaufstimmung. Da die großen Geschäfte schon sehr früh mit der Reduzierung anfangen, müssen wir mitziehen. Die Kunden sind natürlich dann nicht mehr bereit, mehr Geld für die Ware zu zahlen, sodass eine reelle Preisbildung nicht mehr möglich ist“, erklärt eine Mitarbeiterin.

Angestellte eine Reihe von Läden erklärten die derzeitigen Prozente damit, dass die Sommersaison zu Ende geht. Die Sommermode muss verkauft werden, da die Herbstmode schon bald in den Geschäften erscheinen wird. Das Verfahren also, das die früheren Sommerschlussverkäufe hatten.

In anderen Läden war überhaupt nichts Näheres über das Zustandekommen der Preisstürze zu erfahren. Hier wurde auf die Geschäftsgeheimnisse verwiesen und auf Pressestellen vertröstet. Die allerdings waren nicht erreichbar.

Mit Herbstmode „schaufelt sich der Handel sein eigenes Grab"

Ob das Räumen der Läden für die Herbstmode die einzigen Gründe für die extrem hohen Rabatte sind, ist fraglich. Denn zwei weitere Probleme beschäftigen derzeit die Branche in Deutschland: Zum einen das ungewöhnliche Wetter in diesem Jahr. Im April gab es einen drastischen Umschwung von Winter auf Sommer, der Frühling war kaum zu bemerken und die Frühlingsmode war somit kaum gefragt und blieb in den Geschäften liegen.

Auch hält der Sommer im Gegensatz zum letzten Jahr lange und auch mit vielen strahlenden und warmen Tagen an. Dass nun schon die Herbstmode in den Läden erscheinen soll, ist daher kein gutes Angebot, meint der Handelsexperte Thomas Harms von der Unternehmungsberatung EY. „Damit schaufelt sich der Handel sein eigenes Grab. Käme die Ware saisongerechter in die Läden, dann müssten auch nicht so große Teile der Kollektionen mit Rabatten verramscht werden“, hatte Harms im Interview erklärt.

Das zweite Problem der Geschäfte ist das Ausbleiben der Kunden. „Der Onlinehandel boomt“, erklärt Harms einen weiteren Aspekt. Durch die extremen Rabatte werde versucht, die Leute wieder in die Filialen zu locken.

Diese Strategie scheint zumindest in Verden zu wirken: In den Geschäften sah man viele Kunden in den aktuellen Angeboten stöbern. Die Nachfrage nach günstigen Produkten scheint groß zu sein. 

jh

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