Übergangsquote zum Gymnasium auf hohem Niveau / Weitere Investitionen erforderlich

Die Hälfte der Schüler will auf die Penne

Die Grundschüler im Landkreis Verden drängen auf die Gymnasien. Fast die Hälfte hat sich in diesem Jahr angemeldet. Die Attraktivität der Schulform hat Folgen für den Schulträger Landkreis Verden.

Auf dem Außengelände des Cato könnte die Halle nach ersten Überlegungen so angeordnet werden.

Verden – Der Trend zum Gymnasium hält an. Erneut wurde im Sommer fast die Hälfte der Grundschüler beim Übergang auf weiterführende Schulen bei den Gymnasien angemeldet. Von den 1257 Schülerinnen und Schülern des Jahrgangs sind zum Schuljahresbeginn 580 auf ein Gymnasium gewechselt. Besonders beliebt waren in diesem Jahr das Cato Bontjes van Beek-Gymnasium in Achim und das Domgymnasium in Verden.

Millionenschwere Investitionen in Schulraum

Nach millionenschweren Investitionen als Folge der Rückkehr zum Abitur im 13. Schuljahr, steht eigentlich genügend Schulraum zur Verfügung. Die ungleiche Auslastung der Einrichtungen in den beiden Städten hat Folgen für den Schulträger Landkreis.

„Wir werden die an die Kreisvolkshochschule abgegebenen Räume wieder benötigen“, hat Schulleiter Dr. Stefan Krolle die Mitglieder des Schul- und Sportausschusses bei der Beratung über den Kreishaushalt schon mal vorgewarnt. Und Gesa Goetjes, die zuständige Abteilungsleiterin im Kreishaus, konnte den offensichtlich erhöhten Raumbedarf mit Zahlen unterlegen. Im Februar hatten sich noch die Eltern der Viertklässler bei einer Abfrage der Wünsche zumindest gleichmäßig für die beiden Gymnasien der Stadt ausgeprochen. Gamma und Cato hätten die neuen Schüler in Jahrgängen von je drei Klassenverbänden unterbringen können. Als die Anmeldungen im Sommer dann wirklich kamen, verschob sich das Bild deutlich. Im Gamma bleibt es bei den drei Klassen, das Cato allerdings muss für 162 angemeldete Fünftklässler sechs Klassen bilden. Die überraschende Beliebtheit seiner Schule, so erklärte es Stefan Krolle den Kreistagsabgeordneten im Ausschuss, werde dazu führen, dass er die vor Jahren für den Achimer Standort der KVHS abgegebenen Räume jetzt wieder benötigt.

Neue Turnhalle für die Gymnasiasten in Achim

Auch für den Sportunterricht in der Stadt wirkt sich der hohe Anteil der Schüler und Schülerinnen des Jahrgangs aus, die auf die Penne drängen. Die Hallenzeiten für den Sportunterricht in der Stadt werden knapp. „Es gibt einen Bedarf für eine neue Sporthalle“, sagte Gesa Goetjes. Zur Sitzung hatte sie bereits erste Pläne mitgebracht, wo auf dem Außengelände des Gymnasiums eine Dreifeldsporthalle errichtet werden könnte. Bereits jetzt sei der Bedarf so groß, dass der Unterricht selbst in hinzugemieteten städtischen Hallen nur noch in den Nachmittagsstunden zu decken ist. Wenn aber der Schulsport bis 18 Uhr läuft, würden die Hallenzeiten für die Vereine stark vermindert. Auch für das Gamma wünscht sich Schulleiter Dirk Stelling mehr Hallenzeiten, um den Unterricht einfacher organisieren zu können. Für die Schulpolitiker des Kreistags war es denn auch keine Frage, dass der neue Hallenbau, der mit etwa vier Millionen Euro veranschlagt ist, weiter verfolgt werden müsse.

Ähnlich krass wie in Achim ist das Missverhältnis bei den Anmeldungen zu den Verdener Gymnasien. Schon im Februar zeichnete sich ab, dass für die 154 angehenden Fünftklässler am Domgymnasium sechs Klassen nötig werden. Als sogar 171 angemeldet wurden, war der Bedarf klar. Beim Wallgymnasium allerdings waren zunächst 73 angekündigt, angemeldet wurden dann 80 Schülerinnen und Schüler. Ähnlich, so berichtete Goetjes, habe es 2013 schon einmal ausgesehen, nur mit umgekehrten Vorzeichen. Die Erfahrung lehre, dass sich das im Lauf der Jahre ausgleicht. Dennoch könne nicht die eine Schule mit überfüllten Klassen belastet werden, während es in der anderen Leerstände gebe. Auch sei es finanzwirtschaftlich nicht vertretbar in dieser Situation neuen Schulraum zu schaffen. Insgesamt wurden für die Rückkehr zu G 9 mit dem Abitur in der 13. Klasse 2,8 Millionen Euro für den Anbau am GaW investiert und für den gerade in Angriff genommenen Erweiterungsbau am DoG sind 4,4 Millionen Euro veranschlagt.

„Beide Gymnasien sind vom Raumprogramm auf fünf Züge ausgelegt, die gerade vor dem Hintergrund der laufenden Investitionen auch eingehalten werden sollten“, argumentiert die Abteilungsleiterin in der Vorlage für die Abgeordneten. Ursache für die besondere Attraktivität des Domgymnasiums sei nach Auskunft vieler Eltern die Außenstelle Pestalozzischule, in der die fünften und sechsten Klassen zusammengefasst sind. Eine kleine, übersichtliche Schule für die gerade der Grundschule entwachsenen Gymnasiasten. Einen ähnlichen Effekt strebe das Gymnasium am Wall auch an und und bringt die Neuen in dem gerade fertiggestellten Anbau unter.

„Wichtig ist, dass DoG und GaW ähnlich wie die Gymnasien in der Stadt Achim noch besser gerade im Hinblick auf eine breiteres Oberstufenangebot kooperieren“, sagte Goetjes. Bei den beiden Verdener Schulen müssten für eine solche Zusammenarbeit allerdings die Unterrichtszeiten harmonisiert werden.  kle

Rubriklistenbild: © Landkreis

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Glasfaser in Verden: Hausbesitzer reagieren irritiert

Glasfaser in Verden: Hausbesitzer reagieren irritiert

Glasfaser in Verden: Hausbesitzer reagieren irritiert
Serie Hinterm Tresen: Dogan Can vom „Kebap House“ in Verden

Serie Hinterm Tresen: Dogan Can vom „Kebap House“ in Verden

Serie Hinterm Tresen: Dogan Can vom „Kebap House“ in Verden
Wo im Kreis Verden die Hotspots liegen

Wo im Kreis Verden die Hotspots liegen

Wo im Kreis Verden die Hotspots liegen
Flüchtlingen droht Obdachlosigkeit

Flüchtlingen droht Obdachlosigkeit

Flüchtlingen droht Obdachlosigkeit

Kommentare