Zwei Ausschussvorsitze

Verden ab Dienstag einen Hauch grüner

Historisches Gebäude am Marktplatz.
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Alles einen Hauch ökologischer: Die Grünen geben künftig im Verdener Rathaus nach fast der Verdoppelung ihrer Mandate stärker den Ton an.

Verden – Ganze Straßenzüge, die in Radwege umfirmiert werden, das Auto künftig nur noch mit Tempo 30 unterwegs, und in der Innenstadt ist es sowieso komplett verboten – ganz so wird es in der Stadt Verden nicht kommen, trotz des Grünrucks, der sich bei der Kommunalwahl ergeben hat.

Aber die Grünen sprechen bei der konstituierenden Sitzung des Stadtrates am heutigen Dienstag um 17.30 Uhr in der Schule am Meldauer Berg ein gewichtiges Wörtchen mit. Verden wird etwas grüner, parteipolitisch gesehen. Das steht fest. Unter anderem beansprucht die Ökopartei zwei Ausschussvorsitze, nachdem es bisher lediglich einer war. „Das steht uns zu“, sagt die bisherige stellvertretende Bürgermeisterin Johanna König auf Nachfrage.

Dem Vernehmen nach werden sie nicht nur den Kulturausschuss leiten, sondern auch eines der Schlüssel-Gremien der Stadt. Den Ausschuss für Straßen und Stadtgrün. Wie ist der Allerpark zu gestalten? Welche Bäume gehören, wenn überhaupt, auf die Schnelle an den Johanniswall? Was ist wichtig bei der neuen Eisenbahnunterführung im Zuge der Bundesstraße 215 zwischen Verden und Dauelsen? Das sind die Fragen, die dieses Gremium in den vergangenen Monaten vorzuentscheiden hatte, und damit jener Katalog, der das Aussehen der Stadt mit am stärksten prägt.

Bei der ersten Wahl zeichnet sich für Dienstag eine deutliche Mehrheit für Wolf Hertz-Kleptow (CDU) als neuen Ratsvorsitzenden ab.

Der neue und alte Fraktionschef Rasmus Grobe gibt sich allerdings keinen allzu großen Illusionen hin. „Wir haben zwar zugewonnen bei der Wahl, aber alleine entscheiden können wir nicht. Wir werden weiterhin Mehrheiten brauchen.“ Und das ist in Verden kein Selbstläufer. Koalitionsähnliche Verhältnisse wird es an der Aller wiederum nicht geben. Die Grünen kommen zwar auf sieben Mandate im Stadtrat, sie entsenden die mit Abstand größte Abordnung ihrer Partei ins höchste Kommunalparlament, bisher lag das beste Ergebnis bei fünf, zu Beginn des vergangenen Jahrzehnts wurde es erzielt. Rein rechnerisch könnten sie also mit zwölf Stimmen der CDU oder deren elf der SPD eine sichere Ratsmehrheit auf den Weg bringen. Aber darauf deutet nichts hin.

Beobachter hatten im Frühjahr noch einen vermeintlichen Bruch zwischen SPD und Grünen ausgemacht. „Dem SPD-Bürgermeister gehen die Grünen von der Stange“, orakelte der CDU-Fraktionschef im Kreistag, Wilhelm Hogrefe, seinerzeit. In Sachen Klärschlamm-Verwendung hatten Christdemokraten und Öko-Partei ein gemeinsames Papier auf den Weg gebracht, das gehörig den Vorstellungen der Sozialdemokraten widersprach. Aber von Dissonanzen untereinander könne aktuell keine Rede sein, sagt der Grünen-Fraktionschef jetzt. „Eine feste Zusammenarbeit mit anderen Fraktionen haben wir parteiintern andiskutiert“, so Grobe, „aber dies nur sehr kurz.“ Schnell habe sich eine deutliche Tendenz zur sogenannten „offenen Ratsmehrheit“ ergeben, die in Verden auch schon in der Vergangenheit üblich war. Aus gutem Grund, wie die Grünen finden: „Alle Ideen kommen auf den Tisch, und der beste Vorschlag wird weiterentwickelt, so lange, bis eine Ratsmehrheit gefunden ist.“ Die CDU hatte sich wie berichtet ebenfalls bereits für eine ergebnisoffene Arbeit im Stadtrat ausgesprochen. „Das hat sich bewährt.“

Die Grünen erhalten mehr Gewicht im kommenden Stadtrat, hier der alte und neue Fraktionsvorsitzende Rasmus Grobe.

Daraus lassen sich erste Personalentscheidungen ableiten, die Dienstag getroffen werden. Die Christdemokraten hatten als stärkste Fraktion wie berichtet den Hönischer Wolf Hertz-Kleptow als Ratsvorsitzenden ins Gespräch gebracht. Die Grünen vermögen sich mit dieser Idee anzufreunden. Johanna König: „Ein guter Vorschlag. Er war in der zurückliegenden Legislaturperiode schon stellvertretender Ratsvorsitzender, seine Stimme hat außerdem als Vorsitzender des Finanzausschusses Gewicht.“ Man werde ihn wählen.

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