Urkunde offiziell überreicht

Verden als „Fairtrade-Town“

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Die beteiligten Unternehmen erhielten von Birgit Koröde einen Aufkleber zur Kennzeichnung ihrer Betriebsstätte.

Verden - Ab sofort darf sich Verden „Fairtrade-Town“ nennen. Die dafür notwendigen Anforderungen wurden mit Bravour erfüllt. Zwölf Geschäfte, vier Gastronomiebetriebe und drei weitere Institutionen, die mindestens zwei fair gehandelte Produkte anbieten, machen mit. Damit wurden die Mindestanforderungen für Verden als Stadt mit knapp 27 000 Einwohnern weit überschritten. Im Rahmen einer Feierstunde im Rathaus überbrachte Fairtrade-Ehrenbotschafter Manfred Holz am Mittwochabend die begehrte Urkunde.

Erster Stadtrat und zugleich stellvertetender Bürgermeister Andreas Schreiber ließ den Weg zur „Fairtrade-Town“ noch einmal Revue passieren. Die Idee der Bewerbung geht auf einen Projektvorschlag im Zukunftskonzept aus dem Jahre 2015 zurück. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hatte den Vorschlag in den Rat eingebracht, der dem Projekt mit breiter Mehrheit zustimmte. Schreibers Dank galt der Steuerungsgruppe, die sich in den vergangenen Jahren für den fairen Handel eingesetzt habe.

„Ich freue mich, dass Fairtrade in Verden auf so großes Interesse stößt“, sagte Doris Gerken als Mitglied der Steuerungsgruppe. „Wir müssen schauen, woher die Waren kommen und welche Arbeits- und Lebensbedingungen in den produzierenden Ländern herrschen. Verden kann einen Beitrag leisten, diese zu verbessern“, betonte sie.

Gerken zeigte sich erfreut, dass sich so viele Geschäfte und Gastronomiebetriebe für den gerechten Handel engagieren. Auch im Rathaus geht die Verwaltung mit gutem Beispiel voran. Es werden fair gehandelte Getränke ausgeschenkt. Gerken forderte die Konsumenten auf, darüber nachzudenken, wie man „anders einkaufen“ kann.

Die Fairtrade-Bewegung hat ihre Wurzeln in den Eine-Welt-Läden, die in den 70er- Jahren in kirchlichen Räumen entstanden. In Verden gibt es seit 1989 den Eine-Welt-Laden Ölzweig, der vom Verein „Christen für eine Welt“ getragen wird. Neben fair gehandelten Waren wird Kunsthandwerk angeboten. Als eine der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen berichtete Renate Lange von einem festen Stammkundenkreis. Aber auch viele Touristen würden sich besonders für die kunstgewerblichen Artikel interessieren.

Verden 510. Stadt in Deutschland

Als Vertreterin der beteiligten Unternehmen sprach Birgit Breuers, Leiterin und Köchin des Restaurants Liekedeeler. Sie betonte, dass nicht nur Qualität, sondern auch fairer Umgang mit Mensch, Tier und Umwelt unabdingbar seien. „Ich koche gern mit fairen Produkten.“ Wichtig sei ein ganzheitliches Konzept. „Geiz ist geil geht immer auf Kosten der Umwelt, der Arbeitsbedingungen oder der Qualität“, machte sie deutlich.

Schülerinnen des Gymnasiums am Wall, das den Titel „Fairtade-School“ trägt, berichteten von ihren Erfahrungen. Maite, Insa und Vivian sorgten für das musikalische Rahmenprogramm. Als Mitglied der Steuerungsgruppe schilderte die Achtklässlerin Hilke die Aktivitäten an ihrer Schule.

Stellvertretend für alle Beteiligten überreichte Manfred Holz die Auszeichnung „Fairtrade-Town“ an Birgit Koröde, Wirtschaftsförderung der Stadt Verden. Holz betonte, dass man vor der Armut in vielen Ländern nicht länger die Augen verschließen könne. „Wenn wir morgen eine solidarische Welt haben wollen, müssen wir uns heute schon für mehr Gerechtigkeit einsetzen. Solidarität muss wieder ein moderner Begriff werden. Wir sind alle in der Verantwortung, unseren konkreten Beitrag zu leisten“, sagte er. Verden sei die 510. Stadt in Deutschland und die 27. in Niedersachsen, die sich „Fairtrade-Town“ nennen darf. Die Auszeichnung müsse nun der Auftakt für weitere Aktivitäten sein. In zwei Jahren würden die Kriterien erneut überprüft.

Im Foyer des Rathauses gibt es noch bis zum 30. Oktober die Gelegenheit, sich in einer Ausstellung über den fairen Handel zu informieren. 

ahk

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