SERIE FRAUEN IN DER FEUERWEHR (TEIL 5)

Eitzerin Stefanie Langer Quereinsteigerin mit 30

Maschinistin Stefanie Langer
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Maschinistin Stefanie Langer, hier am Sromerzeuger, meldet sich zum Dienst. Sie sitzt am Steuer, bedient die Technik „und ich bring den Druck auf die Pumpe“.

Verden-Eitze – „Die Feuerwehr war für mich immer präsent“, sagt Stefanie Langer. „Ich komme tatsächlich aus einer Feuerwehrfamilie“, fügt die 43-Jährige, eine geborene Möhlenbrock, hinzu. Doch obwohl die Brüder in der Eitzer Wehr ehrenamtlich aktiv sind, der Vater in der Ortschaft einst als Ortsbrandmeister fungierte, war es für die junge Frau lange Zeit keine Option, selber Mitglied zu werden.

In die Eitzer Feuerwehr: Vielleicht auch ein bisschen gegen den Willen der Männer in der Familie.

„Ich bin Quereinsteigerin“, stellt sie nun fest. Eine späte noch dazu. Erst im Alter von 30 trat Stefanie Langer gemeinsam mit einer Freundin der Freiwilligen Feuerwehr in ihrem Heimatort bei.

Ich glaube, es hat mich immer beschäftigt“, meint sie rückblickend. Bei Veranstaltungen und Festen der Wehr sei sie ja als Familienmitglied – und später als Ehefrau eines Feuerwehrmannes – immer mit von der Partie gewesen. So sei der Wunsch entstanden, selber dazu zu gehören. Vielleicht auch ein bisschen gegen den Willen der Männer in der Familie. Vater und Brüder hätten „ihr“ Hobby zunächst nicht unbedingt mit der Tochter, der Schwester teilen wollen, berichtet sie lächelnd.

Schmunzeln muss sie auch beim Gedanken an ihre Ausbildung. Im Truppmannlehrgang lernen Feuerwehrleute die „grundlegenden Tätigkeiten im Lösch- und Hilfeleistungseinsatz“, wie es in den Dienstvorschriften heißt. Viele Handgriffe kennen die Teilnehmer aber oft schon aus ihrer Zeit in der Jugendabteilung. Doch dort war die Eitzerin ja nie.

Ausbildung von Grund auf: Wir haben das Schlauchausrollen bei der Jugendfeuerwehr gelernt

„Uns fehlte alles“, sagt die 43-Jährige mit Blick auf die damals nicht vorhandenen Grundkenntnisse. „Wir haben das Schlauchausrollen gelernt bei der Jugendfeuerwehr“, erinnert sie sich lachend. „Das war zwar komisch, aber es hat auch Spaß gemacht.“

Inzwischen ist Stefanie Langer voll akzeptiertes Mitglied der Feuerwehr. Wenn auch manch Älterer sich erst daran gewöhnen musste. Ein Dutzend Frauen ist mittlerweile ehrenamtlich in Eitze tätig. Frauen in der Wehr, das sei hier normal, befindet sie.

Berufstätig, mit Tochter im Kindergarten-Alter und verheiratet mit dem Ortsbrandmeister Ole Langer, ist die Verwaltungsfachangestellte allerdings nicht mehr bei jeder Alarmierung dabei. „Bei den Tageseinsätzen kann ich mit“, sagt sie.

Stefanie Langer ist in solchen Fällen als Maschinistin mit an Bord

Stefanie Langer ist in solchen Fällen als Maschinistin mit an Bord. Diese Aufgabe habe ihr mehr entsprochen. „Ich konnte mir nicht vorstellen, mit der Maske ins Feuer zu gehen“, sagt sie. Nun sitzt sie am Steuer – „ein cooles Gefühl“ –, gibt vor Ort das Material aus und „ich bin die, die Druck auf die Pumpe bringt“, erklärt sie ihren Job.

In diesem Jahr war Stefanie Langer erst zweimal mit der Feuerwehr im Einsatz. Einmal galt es, einen umgestürzten Baum zu beseitigen, ein anderes Mal rückten die Eitzer zu einer Brand aus. Dabei zu sein, das hat sie ein wenig genossen. Es sei „ein anderes Leben gewesen, endlich mal wieder ein Stück Normalität“, sagt sie mit Blick auf die Pandemie.

In diesem Jahr war Stefanie Langer erst zweimal mit der Feuerwehr im Einsatz

„Wenn der Pieper geht, dann rennt man los, das macht man erstmal“, übt sie ihr Ehrenamt inzwischen routiniert aus. „Aber ich bin immer noch aufgeregt“, gibt sie zu. Doch es ist nicht der Thrill, der Nervenkitzel, der Stefanie Langer bei der Feuerwehr hält. Es ist zum einen die Kameradschaft – „Da unterstützt man sich gegenseitig“ –, zum anderen ihre persönliche Einstellung, „dass man hilft. wen man kann. Das ist doch der Grundgedanke der Feuerwehr“.

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