Flaschen-Kitze

Ehrenamtliche Wildtierpflegerin kümmert sich um vier kleine Rehe

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Bis die Kleinen bereit waren, aus der Flasche zu trinken, dauerte es einige Zeit. 

Vier kleine Rehkitze, alles Flaschenkinder, werden derzeit in der privaten Wildtierpflegestelle von Julia Linz in Verden aufgezogen. Drei seien über den Berg, bei einem verunfallten kleinen Bock hofft sie, dass auch dieser es schaffen wird. „Er hat ein schweres Schädelhirntrauma“, erklärt die Verdenerin.

Verden - Ein weibliches Kitz, das sie Stella getauft hat, ist noch von Bissverletzungen gezeichnet. „Bei ihr habe ich gedacht, sie stirbt“, sagt die gelernte Tierarzthelferin und Zootierpflegerin. Wie es zu der Bissverletzung gekommen ist, sei unklar. Spätabends wurde ihr das Tier gebracht, und da sei die Verletzung am Hals spürbar gewesen. Am nächsten Tag beim Tierarzt offenbarte sich nach dem Rasieren die Bissverletzung. „Eindeutig vom Hund“, sagt Julia Linz. „Wir mussten ganz viel mit Infusionen arbeiten. Es dauerte vier Tage, bis sie aufgestanden ist.“

Der unverletzte Bock Junior wurde ihr aus Ottersberg gebracht. Ein Mann hatte ihn auf einer Hauptstraße liegend entdeckt und nach Rücksprache mit dem Jagdpächter nach Verden gebracht. Julia Linz vermutet, dass das Kitz in der Nähe der Straße geboren wurde und dann auf diese gekrabbelt ist.

Kitze leben im Wohnzimmer

Vollkommen erschöpft sei Runa gewesen, die aus dem Hamburger Raum stammt. „Sie war nicht verletzt, aber richtig schwach.“ Um diese „Intensivpatientin“ habe sie sich anfangs rund um die Uhr gekümmert und sogar bei ihr im Wohnzimmer geschlafen.

Dort hatte sie anfangs alle Kitze in einem Laufgatter. Julia Linz fütterte rund alle eineinhalb Stunden, tagsüber und in der Nacht. Anfangs mühevoll mit der Spritze, weil die Kleinen, die immer nach ihren Müttern gerufen haben, die Flasche nicht nehmen wollten.

Alle haben sich gut entwickelt, nun muss es noch der angefahrene Jeronimo schaffen. Dann können die Kitze zu viert durch das Gehege toben, das extra für sie erweitert wurde. Möglich war dies nur, weil Nachbarn an Julia Linz einen Teil ihres Grundstücks verpachtet haben.

Linz trägt Kosten zunächst selbst

Wenn die Auswilderung auch das Ziel ist, so müssen die beiden Böcke dennoch kurzfristig kastriert werden. Dies sei dringend notwendig, weil Böcke in Gefangenschaft angriffslustig werden. „Wenn die Hormone einschießen, gehen sie auf Menschen los“, erklärt sie. Dies wird weitere Kosten verursachen, die Julia Linz zunächst selbst tragen wird. In der Hoffnung auf finanzielle Hilfe von tierlieben Menschen.

Na, na, na, wer wird denn da seiner „Ersatzmama“ die Zunge herausstrecken?

Zwar ist die Brut- und Setzzeit bald beendet, aber die Kitze seien weiterhin gefährdet. Zunächst durch Hunde und Mäharbeiten. Sobald sie mit ihren Müttern mitlaufen, kommen die Unfallgefahren dazu. Aufnehmen kann Julia Linz keine Kitze mehr, aber sie berät unter Telefon 01525-4282312. Gerne können sich auch Landwirte vor Mäharbeiten melden, dann versucht sie, eine Absuche der Flächen zu organisieren.

Unterstützung...

...kann Julia Linz jederzeit gebrauchen, am besten in Form einer Spende auf das Bankkonto DE 94 2915 2670 0020 2089 55 bei der Kreissparkasse Verden.

Lesen Sie auch: Im Sommer steigt die Gefahr von Wildunfällen im Straßenverkehr. Autofahrer sollen auf Landstraßen besonders auf plötzlichen Wildwechsel achten.

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