Aber viele betrunkene Jugendliche

Domweih-Bilanz zur Halbzeit: Noch positiver geht gar nicht

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Die Domweih in der Verdener Innenstadt ist wieder zum Anziehungspunkt für Jung und Alt geworden. Für diesen Blick reicht allerdings der Platz im Riesenrad nicht aus. Dazu bräuchte der Domweih-Fan schon ein Flugobjekt. 

Verden - Von Volkmar Koy. „Es ist beinahe perfekt.“ Ein noch größeres Lob ist in der Tat kaum möglich. Mit diesen Worten setzte Siggi Friedt im Namen der Schausteller bei der gestrigen Halbzeitbilanz zur 1033. Domweih jedenfalls ein nicht zu übersehendes Zeichen. Auch aus Polizeisicht hatte das Volksfest bislang fast nur positiv Aspekte.

Schausteller, Vertreter des Marktausschusses, der Stadtverwaltung und der Polizei kamen traditionell in der Almhütte im Schatten der Verdener Aller-Zeitung zusammen, um zu bilanzieren, zu diskutieren und zu bewerten. Ergebnis: Marktmeister Rüdiger Nodorp und seine Mannschaft haben wohl alles richtig gemacht.

Uwe Feldmann, Leiter Einsatz und Streifendienst, bemühte sich dann auch, das wenige Negative trotzdem positiv zu verpacken. Natürlich habe es die eine oder andere Auseiandersetzung gegeben. Doch Schwerverletzte seien nicht zu beklagen, so Feldmann. Allerdings seien mehr betrunkene Jugendliche zu beobachten. Schwerpunkt der polizeilichen Arbeit sei (wieder einmal) der Sonnabend gewesen, wobei ein Kollege angegriffen worden sei. Vier Personen sei der Aufenthalt auf der Domweih bereits im Vorfeld untersagt worden. Feldmann: „Bei dreien hat es geklapt, bei einem nicht.“ In der Polizeizelle war dann Schluss mit lustig. Zwei Personen, die per Haftbefehl gesucht worden seien, würden das Ende der Domweih in Freiheit wohl nicht erleben.

Erhebliche Steigerung im Bereich der Fundsachen

Die Polizei registrierte ferner eine erhebliche Steigerung im Bereich der Fundsachen. Vieles sei bei der Wache abgegeben worden. Vier Platzverweise bewegten sich laut Feldmann ebenfalls im normalen Rahmen. Der Einsatzleiter freute sich überdies, welche positive und freundliche Atmosphäre der Umzug am Sonnabend ausgestrahlt habe. Feldmann: „Ein großes Lob an die Verdener Bürger.“

Die Leiterin der Tourist-Info, Angelika Revermann, sprach in ihrem Rückblick auf 2017 von einem kleinen Überschuss im Werbeetat. Eine Reihe von Maßnahmen seien in Sachen Kommunikation der Domweih umgesetzt worden, ist auch in ihrem Jahresbericht nachzulesen, den sie in der Marktbeschickerversammlung verteilte. Die Bewachung in der Nacht werde nun seit 2009 von demselben Unternehmen durchgeführt, was reibungslos klappe, sagte Revermann. Ein Dankeschön hatte sie außerdem an die Anlieger gerichtet, die sich kooperativ gezeigt hätten.

Der Vorsitzende des städtischen Marktausschusses, Ingo Neumann, betonte, dass sich das Gremium während der vergangenen zwei Jahre intensiv mit der Weiterentwicklung des bunten Treibens beschäftigt habe. Es gehe darum, die Tradition zu erhalten und einiges Neue zu entwickeln. Das sei gelungen, so Neumann.

Beim Tagesordnungspunkt Anregungen schlug Schausteller Siggi Friedt vor, in Verden über Großplakatwerbung nachzudenken. Das habe in anderen Städten (30 Tafeln an exponierten Stellen im Umkreis von 30 Kilometern) gute Erfolge gehabt und sich bewährt. Damit könnte das Potenzial der Domweih erheblich gesteigert werden.

Sven Sottorff, diesmal zum ersten Mal als Schausteller mit von der Partie, schlug nach diversen Gesprächen mit Kollegen vor, den Sonntagabend künftig bereits um 23 Uhr ausklingen zu lassen. Sottie: „Dann ist der Sonntag nicht ganz so lang.“

Kritik gab es außerdem über zahlreiche „zweibeinige Flaschen“ im Bereich des Allerparks. Die Polizei sollte dort präsenter sein, lautete die Anregung aus dem Kreis der Schausteller. Noch einmal Uwe Feldmann dazu: „Wir können nicht zu jeder Zeit überall sein. Wir haben das aber auf dem Zettel.“ Das Schlusswort gehörte dann dem Bürgermeister. Er dankte dem Betriebshof, aber auch Rüdiger Nodorp, der die Organisation seit Jahrzehnten in den Händen halte. Lutz Brockmann: „Mitten in der Stadt müssen wir ein bisschen zusammenrücken.“ Angesichts der Witterungslage falle das jedoch nicht schwer.

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