In Einkaufsmärkten Wertsachen am Körper tragen

Taschendiebe auf Tour: Papiere weg und Konto leer

Blick in einen  Einkaufswagen.
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In den Einkaufswagen gehört nur die Ware und nicht die Tasche mit Geldbörse.

Das ist bitter und richtig teuer wird es auch: Nur ein kurzer Blick zur Seite, die Einkaufstasche aus den Augen gelassen, weg ist das Portemonnaie. Schnell ist der Täter über alle Berge. Und räumt auch noch das Konto leer...

Landkreis – Nur ein kurzer Blick zur Seite, eine kleine Unaufmerksamkeit, abgelenkt, durch einen Bekannten, durch eine schrille Werbung, durch eine Ansage oder ein Sonderangebot, schon ist das Portemonnaie samt Papieren weg. „Immer wieder der gleiche Vorgang, wo man sich selbst sicher fühlt, gar nicht damit rechnet und der oder die Täter spurlos verschwinden können“, so Imke Burhop, Pressesprecherin der Polizeiinspektion Verden. Kommt immer häufiger vor. Die Polizei bittet daher beim Einkauf dringend darum, Taschen oder Portemonnaies nicht aus den Augen zu lassen.

Im Verdener Supermarkt: Taschen oder Portemonnaies nicht aus den Augen zu lassen.

Die Liste ist lang und liest sich immer länger, fällt der Blick auf die Einsatzmeldungen der Polizeiinspektion. Da heißt es zum Beispiel: In einem Einkaufsmarkt an der Schulstraße, in Verden-Dauelsen, ließ eine 62-jährige Frau nur kurz ihre Tasche aus den Augen. Die Tasche blieb liegen, allerdings war das Portemonnaie weg. Was die Frau erst eine Viertelstunde später beim Bezahlen bemerkt. Da waren der oder die Täter längst über alle Berge. Oder in Oyten, in einem Discounter an der Hauptstraße. Eine 90-jährige Frau hatte ihre Tasche an den Einkaufswagen gehängt, auch den nur für einen Moment aus dem Blick gelassen, und auch da wurde der Diebstahl erst an der Kasse festgestellt. Oder, wieder in Verden, in einem Markt an der Hohen Leuchte. Blitzschnell muss es gegangen sein, so erinnerte sich die 71-jährige Frau später im Gespräch mit der Polizei. Sie habe sich nur kurz umgeschaut, schon fehlte, als sie sich wieder umwandte, die Geldbörse, darin nicht nur mehrere hundert Euro sondern auch persönliche Papiere. Und wieder in Oyten: Dieses Mal nahm der Täter, was eher selten der Fall ist, offensichtlich sogar Kontakt auf, lenkte eine 70-jährige Frau ab, um dann in einem für ihn günstigen Moment zuzuschlagen. Auch da mit Erfolg. Portemonnaie, Bargeld und sämtliche Papiere sind weg.

71-jährige Frau bestohlen: Nur kurz umgeschaut, schon fehlte die Geldbörse mit sämtlichen Papieren

Die Liste derartiger Vorfälle lässt sich fast beliebig fortsetzen, immer das gleiche Muster. Ob es ein oder mehrere Täter sind, die ihre Opfer bewusst wählen, der eine ablenkt, der andere zugreift, ist zunächst noch Spekulation. Denn der oder die Täter treten in der Regel nie in direkten Kontakt zu den Opfern, und können offensichtlich unbemerkt den jeweiligen Markt verlassen. „Beschreibungen von Tätern sind daher eher selten“, sagt Imke Burhop.

Ein schneller Zugriff der Polizei dürfte aber auch deshalb schwierig sein, weil der Verlust des Portemonnaies nicht immer umgehend, sondern oftmals erst an der Kasse festgestellt werde. Auch dann ist eine erfolgreiche Fahndung kaum noch möglich.

Polizeiinspektion Verden/Osterholz: Beschreibungen von Tätern sind eher selten

Sicher ist, dass die Täter es ganz gezielt auf Handtaschen abgesehen haben, die, auch wenn nur kurz, ohne Aufsicht sind. Vorwiegend Opfer seien zudem ältere Menschen, und da vor allem Frauen, möglicherweise auch deshalb, weil sie mit Umhängetaschen zum Einkauf gingen und dann gezielt angegangen werden.

Mit Taschen einkaufen ja, aber generell gilt, Geldbörse, Brieftasche und Papiere gehören nicht da rein, sondern direkt an den Körper, so die Polizei. Und wenn, dann sollten Hand- und Umhängetaschen verschlossen auf der Körpervorderseite oder eng unter den Arm geklemmt getragen werden, so ein weiterer Tipp. Und: „Immer sensibel für besondere Situationen bleiben, zum Beispiel ob gerempelt oder ob unbekannte Personen ganz bewusst und auffällig das Gespräch suchen“, so die Polizei.

Polizeiinspektion Verden/Osterholz: Geldbörse, Brieftasche und Papiere gehören nicht in den Einkaufskorbr

Sind zwar überwiegend ältere Menschen und da besonders Frauen betroffen, zählt letztendlich jeder zum potenziellen Opferkreis. Denn: „Es gibt wohl kaum jemand, der nicht mal kurz um die Ecke ging, um nach einem besonderen Angebot zu angeln und dabei Wagen und Tasche hinter sich gelassen hat. Die meisten Menschen wissen um die dann drohende Gefahr und trotzdem geschieht es im Alltag dann doch immer wieder“, sagt Burhop.

Rat der Polizei: PIN-Nummer nicht mit EC-Karte aufbewahren

Sind der Verlust von Papieren und Geld für sich genommen schon bitter, kann es richtig heftig werden, wenn noch Kreditkarte und möglichweise die dafür notwendige PIN-Nummer den Tätern in die Hände fallen. „Dann kann es sein, dass noch das Konto leergeräumt wird“, warnt die Polizei. Daher gilt: „Geldkarten und Geheimnummer nie zusammen an einem Ort aufbewahren“, sagt Imke Burhop.

Wer trotz aller Vorsicht Opfer eines Diebstahl wird, sollte umgehend tätig werden und seine Geldkarten über den Zentralen Notruf 116116 sperren lassen.

Die Polizei ist zudem über die örtliche Wache 04231/8060 oder den Notruf 110 zu erreichen.

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