Viktor Hoffmann geht in den Ruhestand

„Das Stadion, es wird mir fehlen“

Drei Männer mit Trikot und Fan-Schal.
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Mal Werder-Trikot, mal FC-Verden-Schal: Zum Abschied Viktor Hoffmanns (Mitte) brachten langjähriger Begleiter aus der Fußball-Szene Aufmerksamkeiten mit, links Erhard Dreyer, rechts Henning Breves.

Verden – Als der letzte Arbeitstag angebrochen war und langjährige Begleiter aus der Fußballszene mit Abschiedsgeschenken durchs mächtige Tor schritten, da hatte er eigentlich noch ganz andere Dinge im Blick. „Laub auf der Tartanbahn“, sagt Viktor Hoffmann, „das geht natürlich nicht. Rutschgefahr.“ Da müsse er noch ran. Besen und Schubkarre standen schon bereit.

Aber irgendwann am späten Nachmittag war er dann gekommen, der letzte dienstliche Aufenthalt in jenem Rund, für das er sich ein Vierteljahrhundert verantwortlich fühlte. Und damit ein Abschied, der niemandem leicht fällt, auch ihm nicht. „Ein bisschen wird mir das Stadion fehlen“, sagt Viktor Hoffmann.

23 Jahre war er der Mann, den niemand wirklich sah, und den doch alle irgendwie brauchten. Auch an solchen Tagen wie jetzt. Fußballer toben an den Wochenenden über das weite, satte Grün, eine scharfe Flanke hier, ein präziser Freistoß da, und schon ist es passiert. Ein Stück Grasnarbe fliegt dem runden Leder hinterher. „Das sind natürlich die Momente, die weh tun“, sagt Hoffmann. Zumal im Spätherbst fast keine Chance besteht, die Lunke so auzubügeln, dass sie keiner sieht. „Da kannst du nur schleppen, kannst die Stelle ein wenig einebnen, und musst dann warten, bis es Frühjahr wird und der Rasen nachgesät werden kann.“

Gewiss, er falle jetzt nicht in ein tiefes Loch, er habe ja auch zu Hause einen Garten, sagt Hoffmann, aber mit dem Stadion zu vergleichen sei das nicht. „Das Grün hier muss nicht so häufig vertikutiert werden, es ist selten von Moos zu befreien, dafür ist der Boden hier öfter mal aufzulockern.“ Lediglich beim schonenden Bewässern in heißen Sommern ähnelten sich die Aufgaben im Stadion und im Vorgarten.

Wer einen Arbeitsplatz in der mächtigen Betonschüssel am Berliner Ring sein eigen nennt, der ist allerdings längst nicht nur fürs Grün im weiten Rund zuständig. Rennbahngelände, Kunstrasen auf dem Saumurplatz, der Hubertushain, alles gehört dazu. Und dann wären da noch Maßnahmen bei Reitturnieren, wäre die Pflege der Steh- und Sitzplätze, die ihm obliegen.

Langjährige Begleiter aus der Fußballszene würdigten Hoffmanns Engagement. „Wenn wir mal wieder ein Trainingslager eines der renommierten Vereine hatten, dann war den prominenten Kickern mal der Rasen zu lang, oder mal der Untergrund zu trocken“, sagt beispielsweise Fußballlegende Erhard Dreyer, „ich brauchte dann nur Viktor anzurufen, er behob den Makel umgehend, und ich war fein raus.“ In dieselbe Kerbe schlug der stellvertretende Vorsitzende des FC Verden, Henning Breves: „Wir schätzen deine Arbeit sehr.“

Nicht wenige Prominente, mit denen Hoffmann in den langen Jahren zu tun hatte. Felix Magath, Dixi Dörner, Thomas Schaaf, Werner Lorant und viele andere gehörten dazu. Unvergessen natürlich das Jugendländerspiel in Verden und die Dreharbeiten zum Tatort. Für sie alle hatte Hoffmann jenes Rezept parat, das er auch für die Verdener Sportler anrührte. „Wichtig war mir immer, mit allen klarzukommen.“

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