Planungen laufen

„Das gibt Rückstau ohne Ende“: Kreisel am Berliner Ring ein Puzzle

Eine Zeichnung zeigt die Anordnung des Kreisels mit der Einündung in eine Straße.
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So könnte der Kreisel Einmündung Berliner Ring/Max-Planck-Straße aussehen. Der Abzweig oben führt Richtung Moorstraße. Der Überweg für Fußgänger und Radler wurde im Fachausschuss intensiv diskutiert.

Ein Kreisel soll die gefährliche und stark befahrene Einmündung Berliner Ring/Max-Planck-Straße sicherer machen. Der motorisierte Verkehr soll sich mit den Fußgängern und Radfahrern nicht mehr ins Gehege kommen.

Verden – Die Größe steht fest: 35 Meter soll der Kreisel am Berliner Ring/Max-Planck-Straße im Durchmesser haben. Baubeginn voraussichtlich im Jahr 2022. Bis zu 11.000 Autos und Lkw müssen dann täglich durch. Fußgänger und Radfahrer ebenfalls. Und, so der Plan, die haben Vorfahrt. „Wir haben ein Audit eines Fachbüros. Das klappt reibungslos“, sagt Torsten Fiebig vom Fachbereich Straßen- und Stadtgrün.

„Audit hin oder her, so wird’s schwer“, äußerte Carsten Hauschild (SPD) im Fachausschuss. Ein Puzzlespiel.

Zunächst muss einmal tatsächlich hin und her geschoben werden, damit das Bauwerk überhaupt genau dahin passt, wo es hin soll. „Wir brauchen noch ein wenig Fläche vom Rewe-Parkplatz. Sind da aber in guten Gesprächen mit dem Besitzer des Geländes“, erklärte Fiebig. 300 Quadratmeter sind im Gespräch. Auch vom Rhododendronpark wird etwas abgezweigt.

Probleme kann die Linksabbiegerspur in die Moorstraße machen

Und selbst dann bleibt es ein Nadelöhr, was sich die Planer zwischen Einmündung Moorstraße sowie der Kreuzung Berliner Ring/Max-Planck-Straße vorgenommen haben. Der motorisierte Verkehr soll sich mit den Fußgängern und Radfahrern nicht ins Gehege kommen. Drei Überwege, zwei über den Berliner Ring, einen über die Max-Planck-Straße, so steht es derzeit auf dem Reißbrett. „Zu dicht am Kreisel“, moniert Carsten Hauschild. Der SPD-Fraktionsvorsitzende meinte damit vor allem den Überweg, der Radler und Fußgänger über den Berliner Ring zum Rewe an der Ecke Max-Planck-Straße bringt. „Wollen die Autos aus dem Kreisel, müssen sie an der Stelle gleich wieder abbremsen, um Radler und Fußgänger durchzulassen. Das gibt Rückstau ohne Ende“, kritisierte Hauschild. „Bestes Beispiel ist dafür der Nordertor-Kreisel“, legte er nach. „Auch da funktioniert das System nicht, bilden sich regelmäßig Schlangen von Autos“, so Hauschild.

„Eine andere Dimension“, sagt Fachbereichsleiter Rainer Kamermann. Und nannte Zahlen: „22.000 Autos und Lkw fahren täglich über das Nordertor, 11 000 sind es hingegen am Berliner Ring.“ Kamermann verwies zudem auf das Fachgutachten. „Rücken wir die Übergänge weiter vom Kreisel, werden Radfahrer und Fußgänger spät gesehen, und müssen Autos, gerade mal in Fahrt, nach 20 Metern schon wieder bremsen.“ Probleme mache außerdem nachfolgend auf dem Berliner Ring die Linksabbiegerspur in die Moorstraße und eine weitere geplante Querung mit Fahrbahnteiler über den Ring zum Rewe-Markt. „Wir brauchen zwischen den drei Bauwerken einen gewissen Abstand für den Verkehrsfluss“, betonte Kamermann. Überzeugt zeigte sich Hauschild davon allerdings nicht.

Blick vom Berliner Ring in die Max-Planck-Straße: Radfahrer sind dort besonders gefährdet und sollen künftig über sichere Überwege fahren.

Johanna König (Grüne) schlug vor, das Umfeld der Einmündung Moorstraße/Berliner Ring so zu gestalten, dass Fuß- und Radfahrer über eine Anbindung durch den Rhododendronpark direkt von da auf das gegenüberliegende Gelände des Rewe-Einkaufsmarktes geführt werden. „Dann können sich Radler und Fußgänger den Weg durch den Kreisel sparen.“ In den Plänen der Verwaltung findet sich der Vorschlag bislang allerdings nicht wieder.

Es bleibt ein Puzzlespiel, das sich beim Umbau der Max-Planck-Straße fortsetzt. „Wir haben nur 16 Meter Querschnitt, die aufgeteilt werden müssen“, so Torsten Fiebig. Die Verwaltung will einen getrennten Rad- und Fußweg, Breite bis zu vier Meter, auf der Südseite der Max-Planck-Straße in Richtung Eitze/Industriegebiet am Finkenberg. Auf der Nordseite, beginnend beim Rewe-Markt, gäbe es lediglich einen 1,50 Meter breiten Fußweg. So wird, trotz vereinzelter Kritik an dem fehlenden Radweg, wohl gebaut werden. Dennoch sollen Radler sicher die Seite zu den gegenüberliegenden Märkten wechseln können. Zebrastreifen, so der Plan, wird es in Höhe Bäckerei Baalk und am Zollamt geben.

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Und Parken? Auch das geht an der Max-Planck-Straße. Allerdings nur noch an einer Seite, in Richtung Finkenberg und mit deutlich abgespeckter Variante: Stand jetzt gibt es vier Buchten für Lastwagen und sechs für Autos. Sind alle belegt, kann allerdings schon jetzt in den Albert-Einstein-Ring ausgewichen werden. Platz sei genug da, so die Verwaltung.

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