Aufbau in vollem Gange: Marktmeister und Team müssen Maßarbeit leisten

Domweih: „Wollen hier keine Ballermann-Mentalität“

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Monika Bohne beweist ein gutes Auge. Sofort sieht die Schaustellerin, dass Marktmeister Rüdiger Nodorp sich beim Einmessen ihres Standplatzes um einen Meter vertan hat. Am Ende aber sind alle Schwierigkeiten gemeistert, der Aufbau kann beginnen. 

Verden - Einmal im Jahr holt Rüdiger Nodorp als Marktmeister das große Maßband heraus. Dann, wenn die Standplätze auf der Verdener Domweih vergeben werden müssen. Genauigkeit ist gefragt, um Fahrgeschäfte, Gastronomien und Futterbuden so zu platzieren, dass sie sich nicht gegenseitig behindern, keine Eingänge blockieren und, wie am Wall, zwischen die Bäume passen.

Die Flächen für die großen Karussells hatte Nodorp bereits am Dienstag ausgewiesen und somit den Startschuss für den umfangreichen Aufbau gegeben. Gestern Morgen um 8 Uhr folgte dann der große Rest. Rund 150 Geschäfte „von der kleinen Zuckerwatte bis zum großen X-Faktor“ bestücken die 1033. Domweih, die am Sonnabend beginnt. Viele der Schausteller sind alte Bekannte. So wie Monika Bohne, Eisproduzentin in fünfter Generation und am Johanniswall zu finden.

Der Standplatz ist ihr und ihrem Sohn so vertraut, dass sie gestern prompt stutzte, als Rüdiger Nodorp sie nur einen Meter weiter platzieren wollte. Ein kurzer Blick in die Liste genügte dem Marktmeister, um zu erkennen: Die Bohnes haben recht. Also noch mal von vorne, damit die Flächen auch bis zum Nordertor-Kreisel ausreichen.

Legendär: das Maßband, mit dem Rüdiger Nodorp die Standflächen einmisst.

Während Nodorp „spitz rechnet“, wie er das Verwalten der knappen Stellplätze nennt, warten die übrigen Beschicker geduldig darauf, dass sie dran sind. Tanja Hensel und Julia Fehlauer haben ihren Nachwuchs mitgebracht. Die beiden Kleinen sind Cousins und werden vermutlich mal die süßen Geschäfte ihrer Familien weiterführen. „Meine Großmutter hat hier schon gebrannte Mandeln verkauft“, berichtet Tanja Hensel. Zur Domweih kämen sie immer gerne, ergänzt Julia Fehlauer. Das Volksfest sei in der Regel sehr gut besucht, vor allem von netter Stammkundschaft.

„Wir wollen hier keine Ballermann-Mentalität"

Eine andere Klientel sei auf der Domweih auch gar nicht erwünscht, betonte Ingo Neumann. Der Ratsherr ist Vorsitzender des Ausschusses für Sicherheit, Ordnung und Marktwesen, der über die Vergabe der Standplätze entscheidet. „Wir wollen hier keine Ballermann-Mentalität, sondern ein gewisses Qualitätsniveau halten“, betonte er.

Für den Ausschuss bedeute dass, bei der Auswahl der Geschäfte einen Mix zu finden, der das Traditionelle und das Moderne miteinander verknüpfe. Und das behutsam. „Die Verdener lieben ihre Domweih“, sagte Neumann. Viele reisten extra dafür an, sogar aus dem Ausland. Und die erwarteten dann auch Bewährtes am vertrauten Ort.

Sven Sottorff, Gastronom aus Verden, hat für dieses Jahr ein mobiles Lokal gepachtet und gibt jetzt am Johanniswall den „Platzhirsch“.

Es selber sei sehr dafür, auf der Festmeile „Verweilpunkte“ zu schaffen, sagte Neumann. Ein solcher Stand zum Pausieren sei beispielsweise die neue Proseccobar in der Großen Straße. Oder der „Platzhirsch“, mit dem sich Gastronom Sven Sottorff am Johanniswall dieses Jahr erstmals als Schausteller präsentiert.

Dafür hat der Verdener eigens ein mobiles zweistöckiges Lokal gepachtet und sich auch das Vorkaufsrecht für das rustikale Ensemble gesichert. Sollte sein Konzept und das seiner Kompagnons von „Rolling Taste“ aufgehen, werde er künftig auch andere Märkte in der Region besuchen, erklärte er. „Aber ich habe nicht vor, der Reisende zu werden“, sein Standort bleibe Verden. J kp

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