Marie-Ann Schwenk initiiert Hilfsprojekt / Weitere Unterstützer gesucht

„Verden auf Rädern“

„Verden auf Rädern“ heißt das neueste Projekt von Marie-Ann Schwenk (vorne l.). Karin Lemm, Dario und Sara Franco, Gerhard Würfel und Reiner Engelbart (v.l.) konnte die Verdenerin bereits dafür gewinnen. Foto: Preuss
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„Verden auf Rädern“ heißt das neueste Projekt von Marie-Ann Schwenk (vorne l.). Karin Lemm, Dario und Sara Franco, Gerhard Würfel und Reiner Engelbart (v.l.) konnte die Verdenerin bereits dafür gewinnen. Foto: Preuss

Verden – „Ich hasse es, wenn Lebensmittel vernichtet werden“, sagt Karin Lemm und erinnert sich an ihre Kindheit im Nachkriegsdeutschland, als der Hunger allgegenwärtig war. Für die 83-Jährige war es daher gar keine Frage, die neueste Idee von Marie-Ann Schwenk zu unterstützen: „Verden auf Rädern“. Dahinter verbirgt sich ein Projekt, das Fahrdienste, kleine Hilfen zu Hause und das Spenden von Mahlzeiten vereint.

„Gleich vor Ort gibt es Menschen, die nicht nur in Armut leben, sondern sogar eine ganz bittere Not leiden müssen“, hat Schwenk festgestellt. „Für manche Mitbürger zählt es schon zum absoluten Luxus, sich einmal ein richtig schönes Sonntagsessen leisten zu können.“

In den Augen der Initiatorin ein Umstand, den man ändern kann. Ihre Idee: Verdener unterstützen hilfsbedürftige Mitbürger in ihrem beschwerlichen Alltag. Als Empfänger hat die Ideengeberin und Organisatorin vor allem Senioren wie eben Karin Lemm im Sinn.

Das Projekt ruht auf drei Säulen. Zunächst hofft Marie-Ann Schwenk auf Restaurants und andere gastronomische Betriebe, die regelmäßig ein paar Mahlzeiten spenden. Sara und Dario Franco vom gleichnamigen Restaurant an der Lindhooper Straße konnte sie dafür bereits gewinnen. Dabei würden „zuerst diejenigen Verdener berücksichtigt, die nicht dazu in der Lage sind, für sich selber zu kochen“, so die Vorstellung von Marie-Ann Schwenk.

Den Transport des Essens zu den jeweiligen Empfängern übernehmen freiwillige Helfer. Entweder mit dem Auto oder, wie bei Reiner Engelbart, mit dem Rad. Der 68-jährige Verdener ist täglich hoch zu Drahtross unterwegs und freut sich nun, das mit einem guten Zweck zu verbinden. „,Verden auf Rädern’ gibt mir eine Möglichkeit, auch ohne eigenes Auto und anstrengende Arbeiten etwas Sinnvolles zu tun“, fasst es Engelbart zusammen. Es sei schön, noch gebraucht zu werden.

Auch Gerhard Würfel hat sich bereit erklärt, „Verden auf Rädern“ zu unterstützen. Der Diplom-Designer aus Holtum-Marsch kennt Marie-Ann Schwenk schon von anderen Projekten. So gestaltete er unter anderem die Webseite www.naturkammer.de für das nicht kommerzielle Verwerten der Ernte.

Als selbstständiger Unternehmer habe er wenig Zeit, sich sozial zu engagieren, so Würfel. „Verden auf Rädern“ biete ihm aber die Möglichkeit, wenigstens gelegentlich ehrenamtlich aktiv zu sein. Beispielsweise, in dem er für hilfsbedürftige Mitbürger einkaufen fahre oder mal eine Kleinigkeit für sie repariere. „Für Menschen im hohen Alter und/oder mit körperlichen Einschränkungen sind schon ein bis zwei Stunden Hilfe im Haushalt ein Traum, der Wirklichkeit wird“, sagt Schwenk.

Würfel lobt besonders, dass er seine Einsätze „entsprechend meinem eigenen Terminkalender planen kann und nicht zu festgelegten Zeiten verfügbar sein muss“. Grundsätzlich komme es bei „Verden auf Rädern“ nicht darauf an, viele Mahlzeiten oder viel Arbeitseinsatz zu spenden, ergänzt die Organisatorin. Es gehe darum, „den vergessenen Verdenern etwas Lebensfreude zurückzugeben“, betont Schwenk. Ihr Grundsatz: „Gemeinsam ist besser als einsam.“  kp

Gesucht werden

Gastronomiebetriebe, die Mahlzeiten spenden möchten, mobile Menschen für den Transport des Essens und, um Hilfsbedürftige zu Arztbesuchen, Behördenterminen oder zum Einkaufen zu fahren; Bürger, die kleine Arbeiten ausführen können, sowie solche, die weitere Ideen zum Projekt haben. Marie-Ann Schwenk ist unter den Telefonnummern 04231/800566 oder 0162/6500583 erreichbar.

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